Bericht aus Brüssel

Europäische Tourismusminister sprechen sich für stärkere Koordination auf EU-Ebene aus

Entscheidungen auf Basis von epidemiologischen Daten

Die EU-Tourismusminister haben sich am 20. Mai in einer Videokonferenz mit den kürzlich von der EU-Kommission vorgelegten Leitlinien und Empfehlungen für eine koordinierte Wiederaufnahme des Tourismus und der Freizügigkeit in Europa befasst.

Sie sprachen sich besonders für eine stärkere Koordination im Tourismussektor auf EU-Ebene sowie für Entscheidungen auf Basis von epidemiologischen Daten aus.

Der Vorschlag der EU-Kommission, eine interaktive Webseite mit für Touristen und Reisende relevanten Daten zu erstellen, stieß auf ein positives Echo. Einige Mitgliedstaaten befürworteten schnelle und gezielte finanzielle Unterstützung durch die EU für die Tourismusbranche, insbesondere auch durch den Wiederaufbauplan, den die EU-Kommission am 27. Mai vorstellen will.

Außerdem forderten einige Mitgliedstaaten die Kommission auf, noch mehr Flexibilität bei der Unterstützung von Liquiditätsproblemen bei Fluggesellschaften zu ermöglichen. Die Tourismusminister wiesen angesichts der bevorstehenden Sommersaison auch auf die Notwendigkeit von Fristen zur zeitnahen Umsetzung des Maßnahmenpakets hin.

An der Videokonferenz nahmen auch EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton und EU-Verkehrskommissarin Adina Valean teil. Das sogenannte Tourismus- und Transportpaket hatte die EU-Kommission am 13. Mai veröffentlicht. Es wird am 28. Mai im Tourismus- und Verkehrsausschuss des Europaparlaments diskutiert.

Bereits am 18. Mai hatten die Außenminister von elf europäischen Ländern auf Initiative von Deutschland eine gemeinsame Empfehlung verabschiedet: Sie sprachen sich hier unter anderem für einen koordinierten Zugang für eine Wiederaufnahme von Reisen aus, eine Rückkehr zur Mobilität, die nicht zu einer unkontrollierbaren Zunahme von Infektionen führt, sowie gemeinsame Bedingungen zur Aufhebung der Eindämmungsmaßnahmen.

Jana Paratz