Bericht aus Brüssel

Ratsschlussfolgerungen zur Bewältigung der Corona-Krise im Bereich der allgemeinen und Beruflichen Bildung

Investitionsprioritäten auch in die Bildung legen

Die EU-Bildungsminister haben sich Mitte Juni im schriftlichen Verfahren auf Ratsschlussfolgerungen zur Bewältigung der Covid-19-Krise im Bereich der allgemeinen und Beruflichen Bildung verständigt.

Die Ratsschlussfolgerungen unterstreichen die großen Herausforderungen, die durch die Pandemie an die Bildungs- und Ausbildungssysteme durch Umstellung von Präsenzunterricht auf digitales Lernen und Fernunterricht gestellt wurden. Dabei wird hervorgehoben, dass praxisbezogene Inhalte des Lehrplans in einer Fernlernsituation besonders schwierig zu vermitteln sind.

Das betrifft vor allem die Berufliche Bildung, wo praxisbezogenes Lernen einen großen Teil der Lehrpläne ausmacht. Für Lernende der Beruflichen Bildung können zusätzliche Nachteile entstanden sein, da zahlreiche Betriebe, die Lernen am Arbeitsplatz und eine duale Ausbildung anbieten, von der Krise betroffen waren. Da Auszubildende in einigen Fällen auf Bezahlung und Vergütung durch den Arbeitgeber angewiesen sind, hat sich die Corona-Krise auch auf ihren Lebensunterhalt ausgewirkt.

Die Schlussfolgerungen schildern ebenfalls exemplarisch die Maßnahmen, die in den Mitgliedstaaten zur Bewältigung der Krise im Bereich der allgemeinen und Beruflichen Bildung ergriffen wurden.

In diesem Zusammenhang wird erwähnt, dass in den Mitgliedstaaten und deren Einrichtungen der allgemeinen und Beruflichen Bildung unterschiedliche Ausgangspositionen bestehen, was die digitale Bereitschaft der Systeme der allgemeinen und Beruflichen Bildung betrifft‚ einschließlich der Verfügbarkeit digitaler Lernmittel und Unterrichtsmaterialien und der Befähigung von Lehrkräften und Ausbildenden zum Fernunterricht.

Für die bildungspolitische Bewältigung der Corona-Krise werden die Mitgliedstaaten aufgefordert, neben den erforderlichen Investitionen zur Bewältigung der gesundheitlichen und sozioökonomischen Auswirkungen von Covid-19 ihre derzeitigen Investitionsprioritäten auf den Bereich der allgemeinen und Beruflichen Bildung zu legen.

Ebenfalls sollen Innovationsmöglichkeiten sowie Chancen zur Beschleunigung des digitalen Wandels und zur Weiterentwicklung der digitalen Fähigkeiten und Kompetenzen von Lehrkräften und Ausbildenden prüfen. Auch sollen sie ihren Austausch von Informationen, Erfahrungen und bewährten Verfahren fortsetzen, wenn es darum geht, wie die allgemeine und Berufliche Bildung in Abhängigkeit von den weiteren Entwicklungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise am besten an die Situation angepasst werden kann.

Barbara Fabian