Bericht aus Brüssel

EU-Kommission veröffentlicht Empfehlung für Tourismusbranche

Reisegutscheine als Alternative vorgeschlagen

Die EU-Kommission hat in ihrem am 13. Mai vorgelegten Maßnahmenpaket auch Empfehlungen vorgelegt, mit denen sie die Mitgliedstaaten dabei unterstützen will, Reisebeschränkungen schrittweise aufzuheben und den Tourismus mit dem notwendigen Gesundheitsschutz in der Corona-Pandemie soweit wie möglich wieder anzukurbeln.

 

 

Nach Angaben der Kommission trägt die Tourismuswirtschaft mit rund 10 Prozent zur Wirtschaftskraft in der EU bei. Viele der europaweit rund 2,4 Millionen Betriebe im Reise- und Gastgewerbe sind durch die Reisebeschränkungen in eine existenziell bedrohliche Lage gekommen. 

Teil des Maßnahmenpakets ist auch eine Empfehlung der EU-Kommission, Reisegutscheine als eine attraktive und verlässliche Alternative für Erstattungen von abgesagten Reisedienstleistungen auszugestalten. Damit will die EU-Kommission einerseits EU-Passagier- und Verbraucherrechte schützen, aber gleichzeitig den betroffenen Unternehmen Möglichkeiten aufzeigen, über das Angebot von Reisegutscheinen einen weiteren Liquiditätsengpass zu vermeiden.

Zahlreiche EU-Mitgliedstaaten hatten sich bereits im Vorfeld für Reisegutscheine stark gemacht und diese Maßnahmen auf nationaler Ebene getroffen. Auch der europäische Kammerdachverband EUROCHAMBRES hatte sich Anfang der Woche für eine europäische Lösung ausgesprochen und Eckpunkte für die Ausgestaltung von Reisegutscheinen vorgelegt.

Über die wirtschaftliche Erholung hinaus richtet die EU-Kommission bereits den Blick auf die zukünftige Ausgestaltung von Tourismus und Verkehr in der EU: EU-Industriekommissar Thierry Breton kündigte eine "Europäische Agenda für Tourismus 2050" als Fahrplan für ein nachhaltiges, innovatives und belastbares europäisches Tourismusökosystem an.

Jana Paratz / Christopher Gosau