Bericht aus Brüssel

Neue Europäische Kompetenzagenda: DIHK und europäische Kammern diskutieren über Prioritäten

EUROCHAMBRES-Ausschuss gibt Hinweise an EU-Kommission

In einer virtuellen Sitzung des für Berufliche Bildung zuständigen "Skills Committee" seines europäischen Kammerdachverbandes EUROCHAMBRES hat sich der DIHK am 9. Mai mit Kammervertretern/innen aus Österreich, Luxemburg, Italien, Belgien, Estland, Malta, Ungarn, Kroatien und der Türkei beraten.

 

 

Im Mittelpunkt stand ein ausführlicher Austausch mit der für die neue Europäische Kompetenzagenda federführenden Referatsleiterin in der EU-Kommission, Alison Crabb.

Neues angepeiltes Datum für die ursprünglich bereits für den 6. Mai von der EU-Kommission angekündigte neue "Skills Agenda" ist der 8. Juli. Sie soll insbesondere Empfehlungen und Maßnahmen zur Bewältigung der bildungs- und arbeitsmarktpolitischen Folgen von COVID-19 und der Digitalisierung von Bildung und Arbeitswelt vorschlagen.

Dazu will die Kommission ein Gesamtpaket mit einer Aktualisierung der EU-Skills Agenda von 2016, einen Vorschlag für einen digitalen Aktionsplan für die Allgemeine und Berufliche Bildung sowie einen Empfehlungsvorschlag zur Zukunft der Beruflichen Bildung vorlegen. Kernelemente darin sollen sein:

  • Weiterqualifizierung insbesondere von gering qualifizierten Beschäftigten
  • Schaffung individueller Lernkonten von Arbeitnehmern
  • Maßnahmen gegen das Missverhältnis zwischen Qualifikationsangebot und -nachfrage auf dem Arbeitsmarkt ("skills mismatch")
  • Schaffung und europäische Vernetzung von beruflichen Exzellenzcenter auf regionaler Ebene
  • Modernisierung der Beruflichen Bildung

Zur politischen Umsetzung der neuen Europäischen Kompetenzagenda überlegt die Kommission, in der 2. Jahreshälfte 2020 einen "Pact for Skills" zwischen verschiedenen Partnern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ins Leben zu rufen.

Der DIHK forderte bei der Diskussion, das Thema "Höhere Berufsbildung" in die Modernisierung der Beruflichen Bildung einzubeziehen. Außerdem sollte im digitalen Aktionsplan verankert werden, dass der Erwerb von digitalen und Medienkompetenzen bereits in der Schule erfolgen müsse. Des Weiteren unterstrich der DIHK die Notwendigkeit, dass die neue Skills Agenda auch tatsächlich im Juli vorliegen müsse, damit sie unter deutschem EU-Ratsvorsitz intensiv beraten und zügig von den EU-Bildungs- und Arbeitsministern verabschiedet werden kann.

Barbara Fabian