Bericht aus Brüssel

EU-Kommission veröffentlicht EU-Biodiversitätsstrategie 2030

30 Prozent der Landes- und Meeresflächen sollen geschützt werden

Die EU-Kommission hat am 20. Mai 2020 ihre neue Biodiversitätsstrategie für die Zeit bis zum Jahr 2030 veröffentlicht. Die Strategie dient dem Schutz der Natur und dem Einhalt bei der Verschlechterung der Ökosysteme.

Kernanliegen ist die Erholung der biologischen Vielfalt in Europa bis 2030. Um das zu erreichen, ist vorgesehen, dass mindestens 30 Prozent der europäischen Land- und Meeresgebiete in wirksam bewirtschaftete Schutzgebiete umgewandelt werden - davon zehn Prozent der EU-Landflächen und zehn Prozent der EU-Meeresgebiete mit strengen Schutzvorgaben.

Die EU-Kommission sieht bei der Renaturierung in den Mitgliedstaaten noch erhebliche Umsetzungs- und Regulierungslücken und will deshalb 2021 rechtsverbindliche EU-Ziele zur Wiederherstellung der Natur vorlegen. Außerdem soll 2021 eine spezielle EU-Forststrategie vorgeschlagen werden, um den Zustand der europäischen Wälder zu verbessern.

Die EU-Kommission rechnet damit, dass zur Umsetzung der Strategie jährlich mindestens 20 Milliarden Euro investiert werden müssen. Dazu sollen öffentliche und private Mittel auf nationaler und EU-Ebene mobilisiert werden.

Der DIHK unterstützt die Fortsetzung der Biodiversitätsstrategie mit Blick auf das kommende Jahrzehnt. Dabei sollten wirtschaftliche Belange jedoch ebenfalls – im Sinne einer konstruktiven Abwägung – Berücksichtigung finden und nicht an zu hohe Anforderungen geknüpft sein.

Auch sollte die europäische Politik unter Wahrung der bestehenden Standards im Naturschutz darauf achten, dass bereits bestehende Vorschriften mit vertretbarem Aufwand in die betriebliche Praxis integriert werden können. Statt auf umfassende Zielvorgaben und Standards sollte die EU-Politik im Rahmen der Biodiversitätsstrategie 2030 aus Sicht des DIHK verstärkt auf Partnerschaft mit der Wirtschaft und unternehmerische Anreize setzen.

Moritz Hundhausen