28.04.2021

Studie: Wasserstoff ist elementar für den Erfolg der Energiewende

Klimaneutralität in Nordrhein-Westfalen kann einer aktuellen Analyse zufolge kaum ohne den universellen und speicherbaren Energieträger Wasserstoff erreicht werden. Für dessen Einsatz verfüge das Land über gute Voraussetzungen, so die Autoren der Studie "Wasserstoff – Chancen für die Wirtschaft in NRW".

Das auf Energiewirtschaft spezialisierte Forschungsinstitut BET erarbeitete die Analyse im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft nordrhein-westfälischer Industrie- und Handelskammern (IHK NRW). Sein Fazit: Unter der Grundvoraussetzung, dass für die Wasserstoffherstellung erneuerbare Energien in ausreichender Menge und zu wettbewerbsfähigen Preisen verfügbar sind, ist Wasserstoff ein unverzichtbarer Baustein für den Erfolg der Energiewende.

Positiv wird bewertet, dass die nordrhein-westfälische Wirtschaft auf umfassende Erfahrungen bei der Produktion von Wasserstoff, bei der Herstellung von Elektrolyseuren und in der industriellen Anwendung sowie der Logistik zurückgreifen kann.

Am Beispiel bisheriger Modellprojekte in NRW zeigen die BET-Fachleute auf, dass für einen schnelleren Markthochlauf einerseits klar definierte Regulierungen und Anreize für Hersteller und Netzbetreiber, andererseits massive Investitionen in die Energie-Infrastruktur erforderlich sind. Bis 2050 müssten weltweit bis zu 9 Billionen Euro in den Auf- und Ausbau der H2-Infrastruktur investiert werden, allein auf Nordrhein-Westfalen entfielen davon über 80 Milliarden Euro, so die Experten.

Um den breiten Einsatz von emissionsarm hergestelltem Wasserstoff zu beschleunigen, schlagen sie vor,

  • den Markthochlauf am Ziel der Klimaneutralität auszurichten und passende Wettbewerbsbedingungen zu schaffen,
  • einen ambitionierten Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben,
  • Technologieoffenheit zu gewährleisten,
  • eine politische Debatte zur Nutzung von blauem Wasserstoff als Übergangstechnologie anzuregen,
  • internationale Partnerschaften und Märkte aufzubauen,
  • transparente Förderprogramme für Wasserstoff einzurichten,
  • zeitnah eine verbindliche Definition von grünem Wasserstoff festzulegen,
  • Genehmigungsverfahren zu vereinfachen,
  • die Regulierung von Wasserstoffnetzen zügig auf den Weg zu bringen sowie
  • den Informationsaustausch zu stärken.

Weitere Details sowie die Studie zum Download finden Sie auf der Website von IHK NRW.