15.07.2021

Bleibt 2035 jede vierte Stelle im "Ländle" unbesetzt?

Vor allem aufgrund des demografischen Wandels dürfte sich der Fachkräftemangel in Baden-Württemberg bereits mittelfristig deutlich verschärfen. Das geht aus dem aktuellen IHK-Fachkräftemonitor des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages (BWIHK) hervor.

Die Experten gehen davon aus, dass im "Ländle" die Verfügbarkeit qualifizierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von 2021 bis 2035 um rund 28 Prozent abnehmen wird. Nach der Hochrechnung des BWIHK bedeutet das, dass den Unternehmen in 14 Jahren 863.000 Fachkräfte weniger zur Verfügung stehen als sie benötigen werden. Zudem altern die Belegschaften weiter – das Durchschnittsalter steigt über alle Wirtschaftszweige hinweg von heute 45,2 Jahre auf 49 Jahre bis zum Jahr 2035. Im gleichen Zeitraum legt die Frauenquote voraussichtlich nur leicht zu: von 46,8 auf 47,9 Prozent.

Der Fachkräftemangel betrifft auch künftig vor allem die Dienstleistungsbranchen, das Gesundheits- und Sozialwesen sowie das produzierende Gewerbe: So werden für 2035 beispielsweise 169.000 unbesetzte Stellen bei den wirtschaftsnahen Services prognostiziert, im Einzelhandel 78.000 Vakanzen.

Besonders gefragt sollen weiterhin beruflich qualifizierte Fachleute sein – hier ergibt die Hochrechnung der BWIHK-Experten für 2035 eine Lücke von 792.000 Mitarbeitern, bei den akademischen Berufen sind es "nur" 70.000.

Sie finden eine Kurzfassung des Fachkräftemonitors Baden-Württemberg zum kostenfreien Download auf der Website des BWIHK.