09.09.2021

Niedersächsische Azubis sind mehrheitlich zufrieden mit ihrer Ausbildung

Trotz der Corona-bedingten Einschränkungen würden sich 80 Prozent der Auszubildenden in Niedersachsen wieder für die von ihnen eingeschlagene Laufbahn entscheiden. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Arbeitsgemeinschaft niedersächsischer Industrie- und Handelskammern (IHKN) hervor.

Die Kammern hatten von 28. Juni bis zum 9. Juli 2021 rund 1.200 niedersächsische Auszubildende im letzten Lehrjahr unter anderem nach den Kriterien für ihre Wahl des Berufs und des Ausbildungsbetriebes, nach der Stimmung im Unternehmen oder nach ihren Zukunftsperspektiven gefragt.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Genau wie in der Vorgängeruntersuchung aus dem Jahr 2018 gehen 80 Prozent der befragten niedersächsischen Azubis davon aus, die richtige Berufswahlentscheidung getroffen zu haben.
  • Besonders wichtig sind den jungen Menschen – wie schon 2018 – der Spaß am Beruf (68 Prozent), gute Zukunftsperspektiven (59 Prozent) und persönliche Neigung zum Beruf (49 Prozent). Im Vergleich zur Vorgängeruntersuchung hat ein Motiv allerdings deutlich aufgeholt: 30 Prozent der befragten Azubis wünschen sich, dass ihr Beruf Sicherheit bietet (plus 4 Prozentpunkte).
  • Über drei Viertel der Befragten gaben an, eine Ausbildung im Wunschberuf (31 Prozent) zu absolvieren oder eine interessante Alternative (45 Prozent) gefunden zu haben. Bei der Suche nach einem Unternehmen greifen die jungen Frauen und Männer am ehesten auf Eltern und Freunde zurück (37 Prozent, plus 5 Prozentpunkte im Vergleich zu 2018).
  • Hauptkriterium bei der Wahl des Ausbildungsbetriebs ist für mehr als die Hälfte der Befragten (58 Prozent) die Nähe zum Wohnort, gefolgt von der Aussicht auf Übernahme (46 Prozent) und dem Image des Unternehmens (41 Prozent).
  • Von einem guten Betriebsklima berichten 85 Prozent der Auszubildenden (2018: 76 Prozent). Kritischer bewertet etwa ein Fünftel der jungen Menschen die Strukturierung der Ausbildung und die Prüfungsvorbereitung. Verbesserungspotenzial besteht der Erhebung zufolge zudem bei der Feedback-Kultur: Nur jeder zweite Azubi bestätigt, dass sich der Ausbilder regelmäßig Zeit nimmt, den betrieblichen Ausbildungsstand zu besprechen.
  • Mit den Präsenzangeboten der Berufsschulen zeigen sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen recht zufrieden, dagegen fühlt sich weniger als die Hälfte im digitalen Unterricht gut aufgehoben. Jeder zehnte Azubi gibt zudem an, nicht in ausreichendem Maße über die für das Homeschooling nötigen technischen Geräte und Voraussetzungen zu verfügen.
  • Drei von vier Auszubildenden wurde nach ihrem Abschluss eine Übernahme in den Betrieb angeboten, was drei Viertel der jungen Menschen auch annimmt. Damit bleiben über die Hälfte der ausgelernten Azubis ihren Unternehmen als Fachkräfte erhalten.

Diese und weitere Ergebnisse der Umfrage stellt IHKN in der aktuellen Ausgabe ihrer Schriftenreihe "Fokus Niedersachsen" vor. Sie finden die Publikation zum kostenlosen Download auf der Website von IHKN.