Presse/Publikation

IHK-Umfrage: Unternehmen geben Schulnote 3,4 für Standort Oberhausen

Die Industrie- und Handelskammer zu Essen (IHK) hat zum Wirtschaftsgespräch (15. Juni 2026) nach Oberhausen eingeladen.
Im Gespräch zwischen Wirtschaft und Politik, an dem auch Oberbürgermeister Thorsten Berg teilgenommen hat, wurden die Stärken und Schwächen des Standorts diskutiert. IHK-Geschäftsfeldleiterin Sandra Schmitz moderierte den Abend, bei dem rund 70 Gäste dabei waren.
Schulnote 3,4 für den Standort Oberhausen und hohe kommunale Kosten als besondere Last für Unternehmen
Die Umfrage der IHK nahm wirtschaftliche Faktoren in den Fokus, die für den Standort entscheidend sind. In der Gesamtnote vergaben die Unternehmen die Schulnote 3,4. „Vor drei Jahren war die Beurteilung mit der Note 2,9 noch deutlich positiver. Besonders negativ fällt das Urteil bei den Grundsteuer- und Gewerbesteuerhebesätzen aus. Hier sehen wir einen erheblichen Wettbewerbsnachteil für den Standort Oberhausen. Denn hohe kommunale Kosten belasten die betroffenen Unternehmen und verringern die Standortqualität“, betont Schmitz. „Hinzu kommt die Note ausreichend für die Ausbildungsreife von Schulabgängerinnen und -abgängern. Dies macht deutlich, dass es im Bereich Schule und Bildung Nachholbedarf gibt.“
OB Berg: „Stadtverwaltung als Partnerin der Wirtschaft“
Oberbürgermeister Thorsten Berg sieht die Stadt Oberhausen in diesem Zusammenhang in der Rolle als Vermittlerin: „Als Stadtverwaltung verstehen wir uns dabei als Partnerin der Wirtschaft. Unser Anspruch ist es, gute Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln zu schaffen, Investitionen zu ermöglichen und Entwicklungen aktiv zu begleiten.“
Gute Noten für Freizeitangebote und Verkehrsanbindungen
Freizeit- und Kulturangebote (Note 2,7) sowie die Verkehrsanbindungen (Note 2,8) erhalten positive Bewertungen von den Oberhausener Unternehmen. „Hier überzeugt der Standort und hat in den vergangenen Jahren den regionalen Strukturwandel gut vollzogen“, resümiert Schmitz.
Klare Anforderungen der Unternehmen an Politik
Bei den drei wichtigsten Faktoren für die Ansiedlungsentscheidung eines Unternehmens ergab sich ein klares Bild:
  • Leistungsfähige Infrastruktur: 78%
  • Höhe der kommunalen Kosten: 64%
  • Gute Erreichbarkeit von/für Kunden: 49%
„Die Ergebnisse zeigen ein kein Standortproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Die Unternehmen schätzen die Lage Oberhausens, aber sehen Handlungsbedarf bei den kommunalen Rahmenbedingungen“, fasst Schmitz die Ergebnisse zusammen. „Herausforderungen liegen bei den Kosten, bei der Infrastruktur und Verwaltungsprozessen. Die grundlegenden Standortvorteile sind geblieben, aber die Unternehmen nehmen die Rahmenbedingungen kritischer wahr als noch vor einigen Jahren.“
Stand: 15. Juni 2026.