Presse/Publikation

IHK-Umfrage: Unternehmen geben Schulnote 3,0 für Standort Essen

Die Industrie- und Handelskammer zu Essen (IHK) hat zum Wirtschaftsgespräch (29. Juni 2026) nach Essen eingeladen.
Im Gespräch zwischen Wirtschaft und Politik, an dem auch die 1. Bürgermeisterin der Stadt Julia Jacob teilgenommen hat, wurden die Stärken und Schwächen des Standorts diskutiert. Der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Benedict Kerbstadt moderierte den Abend, bei dem mehr als 50 Gäste in der Neuen Lohnhalle dabei waren.
Schulnote 3,0 für den Standort Essen – Potenzial besser ausschöpfen
Die Umfrage der IHK nahm wirtschaftliche Faktoren in den Fokus, die für den Standort entscheidend sind. In der Gesamtnote vergaben die Unternehmen die Schulnote 3,0. „In der Schule gab es bei der Note befriedigend weder ein ausschweifendes Lob noch vernichtende Kritik. Aber wir sind der Meinung, dass der Standort Essen mehr Potenzial hat. Dieses muss ausgeschöpft werden, indem an den richtigen Stellschrauben gedreht wird“, betont Kerbstadt.
Hohe Unzufriedenheit mit innerstädtischem Straßennetz sowie der Dauer von Plan- und Genehmigungsverfahren
„In diesen beiden Kategorien vergeben die Essener Unternehmen die schlechtesten Noten. Bei der Dauer von Plan- und Genehmigungsverfahren ist es eine Durchschnittsnote von 4,2. Hier scheint es hohen Handlungsbedarf zu geben“, resümiert Kerbstadt. „Vor allem langwierige Verfahren und hoher Bürokratieaufwand sind ein großes Hemmnis für den Standort Essen. Dies betrifft fast alle Prozesse, bei denen Unternehmen auf öffentliche Stellen angewiesen sind: die Genehmigung von Anlagen oder Bebauungsplänen, Dokumentationspflichten oder Sicherheitsüberprüfungen.“
Gute Noten für Kultur und Freizeit sowie die digitale Infrastruktur
Naherholungs- und Freizeitangebote (Note 2,8) sowie die Informations- und Kommunikationsinfrastruktur (Note 2,7) erhalten positive Bewertungen von den Essener Unternehmen. „Hier überzeugt der Standort und hat in den vergangenen Jahren erfolgreich seine Hausaufgaben gemacht“, lobt der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer.
Bei den drei wichtigsten Faktoren für die Ansiedlungsentscheidung eines Unternehmens ergab sich ein klares Bild:
  • Leistungsfähige Infrastruktur: 78%
  • Verfügbarkeit von Fachkräften: 58%
  • Gute Erreichbarkeit von/für Kunden sowie Höhe der kommunalen Kosten (Gewerbesteuer, Grundsteuer, Gebühren): 42%
„Die Anforderungen unserer Unternehmen sind eindeutig: Wirtschaft muss bezahlbar und erreichbar sein. Hier wünschen sich die Befragten in Essen steuerliche Entlastungen und eine leistungsfähige Infrastruktur“, fasst Kerbstadt die Ergebnisse zusammen. „Hinzu kommt die Verfügbarkeit von Fachkräften als wichtiges Handlungsfeld. Denn der Kampf gegen den Fachkräftemangel beginnt mit guter Bildung. Hier ist die Stadt verantwortlich, gute Voraussetzungen dafür zu schaffen.“
Stand: 30. Juni 2026.