Presse/Publikation

OB Talk Essen – Kandidierende stellen sich den Fragen der IHK

Vor den anstehenden Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen hat die Industrie- und Handelskammer zu Essen (IHK) ihren OB-Talk (20. August 2025) ausgerichtet. Moderator und Journalist Tobias Häusler leitete den Talk und befragte die Kandidierenden zu deren Plänen und Konzepten für den Wirtschaftsstandort Essen. Rund 100 Personen waren zu Gast bei der IHK.
Wirtschaftspoltische Maßnahmen und Konzepte für Essen
Bei den Wahlen am 14. September werden kommunalpolitisch zentrale Weichen für die Zukunft der Stadt Essen gestellt. Aus diesem Grund hat die IHK alle Kandidierenden für das OB-Amt eingeladen. „Wir wollen von den Kandidatinnen und Kandidaten erfahren, welche wirtschaftspolitischen Konzepte und Maßnahmen sie mitbringen, um den Standort Essen voranzubringen“, betont IHK-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Groß.
Stadthafen als Schlüsselstandort für die industrielle Zukunft der Stadt
Zu den zentralen Themen zählt aus Sicht der IHK unter anderem der Essener Stadthafen. Hierzu hatten die Mitglieder der IHK-Vollversammlung in ihrer Sitzung am 1. April 2025 das Resolutionspapier „Zukunftsfähigkeit des Stadthafens Essen sichern“ verabschiedet. Im Mittelpunkt steht der Erhalt trimodaler Verkehre (Wasser, Straße, Schiene). „Die MEO-Region braucht Gewerbe- und Industrieflächen. Doch sie schwinden seit Jahren dramatisch. Ohne entschlossenes Gegensteuern drohen Standort- und Arbeitsplatzverluste. Für uns ist der Essener Stadthafen ein Schlüsselstandort für die industrielle Zukunft der Stadt“, hebt Kerstin Groß hervor.
„Ständige RÜ-Debatte hilft nicht weiter“
Die Verkehrssituation rund um die Rüttenscheider Straße hat sich in den vergangenen Jahren zu einem unerfreulichen Dauerbrenner entwickelt – vor allem für den Einzelhandel vor Ort. Die IHK-Hauptgeschäftsführerin sieht hier dringenden Handlungsbedarf: „Den gesamten Vorgang rund um die RÜ sehen wir mit zunehmender Skepsis und großer Besorgnis. Der Einzelhandel steht ohnehin vor großen Herausforderungen – da hilft die ständige RÜ-Debatte nicht weiter! Ungewissheit ist für unsere Unternehmerinnen und Unternehmer eine Zumutung. Deshalb brauchen wir schnellstmöglich Klarheit für die Verkehrssituation.“
Fachkräftemangel und kommunale Altschulden
Zwei weitere relevante Herausforderungen sind der Fachkräftemangel sowie kommunale Altschulden der Stadt. „Der Kampf gegen den Fachkräftemangel beginnt mit guter Bildung. Die Kommunen sind verantwortlich, gute Voraussetzungen dafür zu schaffen, beispielsweise durch moderne und gut ausgestattete Schulen. In diesem Zusammenhang sind Altschulden der Stadt ein enormer Bremsklotz für dringend nötige Investitionen. Auch deshalb werden wir weiter lautstark für eine gemeinsame Bund-Länder-Lösung werben“, kündigt Groß an.
50 Fragen aus dem Publikum
Bereits während des Talks hatte das Publikum die Möglichkeit, Fragen an die Kandidierenden zu stellen. Von hohem Interesse waren die Essener Innenstadt, Verkehr und Mobilität sowie die wirtschaftliche Zukunft und Wettbewerbsfähigkeit der Stadt. „Diese Themen brennen unseren Unternehmen unter den Nägeln. Umso wichtiger ist es, dass alle Kandidierenden das nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern mit in ihre politische Agenda übernehmen“, appelliert die IHK-Hauptgeschäftsführerin.
„Wir werden auch nach den Wahlen genau hinsehen“
Nach dem verhaltenen Start der neuen Bundesregierung sei es umso wichtiger, dass auf kommunaler Ebene an den richtigen Stellschrauben gedreht werde. „Wir begrüßen die Maßnahmen der schwarz-roten Koalition, wie zum Beispiel das Sondervermögen mit den geplanten Investitionen in unsere Infrastruktur. Hier sollten wir der Politik eine gewisse Zeit einräumen“, so die IHK-Hauptgeschäftsführerin. Gleichwohl habe eine Kurzumfrage der IHK gezeigt, dass der Funke bei den Unternehmen noch nicht übergesprungen sei. „Wir haben nach den ersten elf Wochen nachgefragt, wie unsere Mitglieder den Start der neuen Bundesregierung bewerten. Um es kurz zu fassen: Hier ist auf jeden Fall noch Luft nach oben. Deshalb werden wir auch nach den Kommunalwahlen weiter genau hinsehen, wie die Politik den Standort Essen voranbringen wird“, sagt die IHK-Hauptgeschäftsführerin und fügt hinzu: „Mit strukturellen Reformen und mehr Vertrauen in unternehmerisches Handeln können wir gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Wirtschaft wieder wächst. Hier sind alle Verantwortlichen in der Pflicht – im Bund, im Land und auf kommunaler Ebene.“

Stand: 21. August 2025.