"Und täglich grüßt das Murmeltier" - MEO-Städte bei Pro-Kopf-Verschuldung erneut Spitzenreiter
Das statistische Landesamt IT.NRW hat aktuelle Zahlen zum Schuldenanteil der Kernhaushalte an „Integrierten Schulden“ veröffentlicht. Demzufolge waren die nordrhein-westfälischen Gemeinden und Gemeindeverbände einschließlich ihrer Beteiligungen zum Jahresende 2024 beim nicht-öffentlichen Bereich mit 95 Milliarden Euro verschuldet.
Laut IT.NRW lag die Pro-Kopf-Verschuldung im NRW-Durchschnitt bei 5.271€ pro Einwohnerin bzw. Einwohner des Landes. Aus Sicht der Industrie- und Handelskammer zu Essen (IHK) sind vor allem die Zahlen der MEO-Städte besonders kritisch.
So liegen Mülheim an der Ruhr (12.065€ pro Kopf) und Oberhausen (10.469€ pro Kopf) auf den Plätzen eins und zwei der kreisfreien Städte. Essen folgt mit 6.895€ pro Kopf auf dem zwölften Platz. IHK-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Groß ordnet die Zahlen ein: „Unsere MEO-Städte brauchen finanzielle Unterstützung, um die großen strukturellen Herausforderungen ansatzweise stemmen zu können. Die Zahlen sind der erneute Beweis dafür. Dass Mülheim an der Ruhr und Oberhausen die ersten beiden Plätze der kreisfreien Städte belegen, ist ernüchternd und besorgniserregend zugleich.“
„Angekündigter Gesetzentwurf liegt bis heute nicht vor“
Für die IHK-Hauptgeschäftsführerin ist eine gemeinsame Altschuldenlösung von Bund und Land ein zentraler Hebel, um die MEO-Städte zu unterstützen: „Und täglich grüßt das Murmeltier: Noch vor den Kommunalwahlen im September hat der Bundeskanzler einen Gesetzentwurf angekündigt, der zum 1. Januar 2026 in Kraft treten soll. Dieser Entwurf liegt bis heute nicht vor und das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Bei den aktuellen politischen Diskussionen in Berlin scheinen die finanziellen Nöte unserer Städte keine Rolle zu spielen. Umso vehementer appellieren wir für eine gemeinsame Altschuldenlösung. Nur so können die strukturellen Probleme der Region, wie beispielsweise die mangelhafte Infrastruktur oder marode Schulgebäude, dauerhaft gelöst werden.“
Stand: 03. Dezember 2025.
