IHK-Vollversammlung zum Jahresende 2025: Cybersecurity, Verteidigung und Ausbildung
Die Industrie- und Handelskammer zu Essen (IHK) hat ihre letzte Vollversammlungssitzung im Jahr 2025 bei der Gesellschaft für Organisationsberatung und Softwareentwicklung mbH (GFOS) in Essen gehalten.
IHK-Vizepräsidentin und GFOS-CEO Katharina Van Meenen-Röhrig begrüßte die VV-Mitglieder und übergab anschließend an ihren CIO. Francisco Pacheco referierte zur Cybersecurity – ein Thema, das für Unternehmen und Betriebe in den vergangenen Jahren immer relevanter wurde. Neben den Schwerpunkten Verteidigung und Sicherheit stellte IHK-Präsident Gerd Kleemeyer in der Aktuellen Stunde zudem das „Kerngeschäft“ Ausbildung in den Mittelpunkt.
Strategischer Aufbau der Bereiche Wirtschaft und Verteidigung
Die sicherheitspolitische Lage Europas hat sich mit Russlands militärischem Angriff auf die Ukraine und den zunehmenden globalen Machtverschiebungen grundlegend verändert. Eine Folge: Sicherheit und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sind untrennbar miteinander verbunden. „Ob kritische Infrastruktur, Lieferketten oder Fachkräfte: Unternehmen sind längst Teil der gesamtgesellschaftlichen Verteidigungsfähigkeit. Genau deshalb bauen wir das Themenfeld Wirtschaft und Verteidigung strategisch auf – mit Fokus auf Resilienz und Unternehmenssicherheit“, betonte Kleemeyer.
Cyberangriff: Nicht die Frage ob, sondern wann
In diesem Zusammenhang gab GFOS-CIO Pacheco einen praktischen Einblick zur Cybersecurity, u.a. wie Unternehmen sich besser schützen und Präventionsmaßnahmen frühzeitig ergreifen können: Reaktionsprotokolle bei Cyberangriffen, detaillierte Wiederherstellungsprozesse sowie wiederkehrende Schulungen von Mitarbeitenden. Pacheco machte klar, es sei keine Frage, ob es einen Cyberangriff geben werde, sondern lediglich eine Frage, wann dieser erfolgen werde.
Mehr Begeisterung für die Ausbildung
Ein weiterer Schwerpunkt in der Aktuellen Stunde war das Thema Ausbildung. Bis zum Jahr 2035 werden voraussichtlich rund 2,5 Millionen Erwerbstätige altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden. Davon betroffen ist auch die MEO-Region: Für die Städte Essen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen werden laut Monitor bis 2035 nahezu 23.000 unbesetzte Stellen prognostiziert. IHK-Präsident Kleemeyer rief die Mitglieder der Vollversammlung dazu auf, weiterhin die Ausbildung zu stärken: „Mehr Begeisterung für die Ausbildung – das ist es, was wir wollen. Und unser gemeinsames Ziel ist das Zusammenbringen von Bewerberinnen und Bewerbern und Betrieben. So können wir dem Fachkräftemangel entgegentreten.“
IHK-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Groß knüpfte daran an: „Unsere Fachkräfte von morgen gestalten Fortschritt, ermöglichen Innovation und sichern den Erfolg der Unternehmen.“ In diesem Zusammenhang verwies Groß auf die Aktion "AI – Azubi Intelligence" der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Diese ist Teil der bundesweiten Kommunikationskampagne. „Azubi Intelligence steht für Talent, Fachwissen, Innovationskraft und Unternehmenskultur – und ist das Fundament einer starken Wirtschaft“, so die IHK-Hauptgeschäftsführerin.
Axel Witte, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des Finanzausschusses, präsentierte die Finanzen für das kommende Jahr, welche die Mitglieder der Vollversammlung einstimmig beschlossen haben. Für den Wirtschaftsplan 2026 ergeben sich keine wesentlichen Änderungen zum Nachtragswirtschaftsplan 2025. Die Mitglieder der Vollversammlung stimmten dem Wirtschaftsplan zu.
Stand: 21. November 2025.
