Presse/Publikation
IHK-Wirtschaftsgespräche: MEO-Wirtschaft braucht eine leistungsfähige Infrastruktur
Die Industrie- und Handelskammer zu Essen (IHK) hat in den vergangenen Wochen die Unternehmen gefragt, wie zufrieden diese mit den jeweiligen Standorten Essen, Mülheim a.d.R. und Oberhausen sind.
Im Rahmen von drei Wirtschaftsgesprächen wurden die Ergebnisse gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Politik diskutiert.
Hohe Unzufriedenheit mit Verkehrssituation in der gesamten MEO-Region
IHK-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Groß zieht abschließend folgendes Resümee: „Die Ergebnisse unserer Umfragen liegen vor und geben ein klares Bild: Aus Sicht der MEO-Wirtschaft ist eine leistungsfähige Infrastruktur der wichtigste Faktor für die Ansiedlungsentscheidung eines Unternehmens. Gleichzeitig ist die Unzufriedenheit mit der Verkehrssituation sehr hoch. Das macht erneut deutlich: Wirtschaft muss erreichbar sein!
Passend dazu reihen sich die Ergebnisse des aktuellen NRW-Trends ein. Die Probleme bei Infrastruktur, ÖPNV und Verkehr belegen Platz 1 bei den wichtigsten Problemen in NRW. 31 Prozent der Befragten nennen diese Kategorie. Das sind nochmal fünf Prozentpunkte mehr als im Februar. Gerade in der MEO-Region ist die marode Infrastruktur ein großer Wettbewerbsnachteil und zugleich ein enormes wirtschaftliches Risiko.“
Stillstand auf den Straßen stellt ein massives Risiko dar
Nach den Wirtschaftsgesprächen richtet IHK-Präsident Gerd Kleemeyer den Blick nach Berlin und Düsseldorf: „Dass in Berlin das Infrastruktur-Zukunftsgesetz noch vor der Sommerpause verabschiedet wurde, ist ein richtiges Signal. Denn das Gesetz reduziert Doppelprüfungen, bündelt einzelne Verfahrensschritte und vereinfacht Genehmigungen für zentrale Infrastrukturprojekte. Das beschleunigt die Planungen. Gleichzeitig gibt es weiteren Handlungsbedarf: Fristen für Planverfahren könnten strenger sein, die sogenannte „Stichtagsregelung“ zur Schaffung von Rechtssicherheit wird nicht umgesetzt. Für unsere MEO-Region wäre zudem wichtig gewesen, dass alle Autobahnprojekte planerisch wie Maßnahmen der Bahn, zum Bau von LNG-Terminals oder Windparks betrachtet werden.
Sowohl unsere Wirtschaftsgespräche als auch der aktuelle NRW-Trend machen klar, dass Stillstand auf den Straßen ein massives Risiko darstellt. Daher appellieren wir auch mit Blick auf die Landtagswahlen im April 2027 an alle Verantwortlichen: Unsere Unternehmen brauchen eine leistungsfähige Infrastruktur. Nur so sichern wir Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit.“
Stand: 2. Juli 2027.
