Presse/Publikation
Erneuter Stresstest für MEO-Region
Die Bahn setzt die vorbereitenden Arbeiten für den RRX-Ausbau auf dem Bochumer Stadtgebiet fort. Gleichzeitig tauschen Experten Schienen aus, halten Weichen instand und setzen Schallschutzarbeiten um.
Für diese Maßnahmen sind insgesamt acht Wochen vorgesehen (5. September, 21 Uhr bis 31. Oktober, 5 Uhr). Vor allem für Bahnpendlerinnen und -pendler aus Mülheim sind damit erhebliche Beeinträchtigungen verbunden. Denn sowohl die wichtigen Linien RE6 als auch RE11 halten in diesem Zeitraum nicht am Mülheimer Hauptbahnhof. Im gesamten Bauzeitraum sollen Ersatzbusse zwischen Essen Hbf, Wattenscheid, Bochum Hbf und Dortmund Hbf fahren. Die Linie RE19 zwischen Oberhausen und Arnhem ist darüber hinaus noch bis zum 18. Mai 2026 von zahlreichen Sperrungen betroffen.
Angespannte Wochen für Unternehmen und Mitarbeitende
IHK-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Groß sieht in der MEO-Region angespannte Wochen für alle Verkehrsteilnehmenden: „Alle Baumaßnahmen auf den Schienen haben ihre Berechtigung. Sie sind der richtige Weg, um die marode Bahninfrastruktur zu sanieren. Doch Fakt ist: Wegen dieser Maßnahmen werden viele Pendlerinnen und Pendler wieder aufs Auto umsteigen müssen. Und damit wird es auf unseren Straßen und Autobahnen noch voller werden.“
Situation ist stellvertretend – MEO-Region steht im Stau
Bauarbeiten und Sperrungen zählen mittlerweile sowohl innerstädtisch als auch auf den Autobahnen der MEO-Region zum Tagesgeschäft. So wird unter anderem in Essen eine Fahrspur auf der Ruhrallee in Höhe der Moltkestraße in Fahrtrichtung Innenstadt bis mindestens zum dritten Quartal 2026 gesperrt. Am Autobahnkreuz Kaiserberg ist die Auffahrt von der A40 Richtung Venlo auf die A3 nach Köln gesperrt – und zwar für drei Jahre. „Man verliert mittlerweile fast den Überblick. Diese Situation ist für zahlreiche Unternehmen und deren Mitarbeitende äußerst frustrierend. Die MEO-Region steht weiter im Stau und daran wird sich so schnell leider nichts ändern“, resümiert Kerstin Groß.
„Modernisierungsstau bei der Verkehrsinfrastruktur auflösen“
Wirtschaft muss erreichbar sein. Verlässliche Verkehrsverbindungen sind die Basis für alle Produktionsprozesse. Mitarbeitende, Dienstleisterinnen und Dienstleister, sowie Kundinnen und Kunden müssen die Betriebe und den Einzelhandel erreichen können. „Bei komplexen Infrastrukturprojekten auf den Schienen und Straßen der MEO-Region brauchen wir schnellere Planfeststellungsverfahren, effizientes Baustellenmanagement, klare Priorisierungen und konstruktives Handeln aller Beteiligten. Nur so lässt sich der Modernisierungsstau bei der Verkehrsinfrastruktur auflösen“, betont die IHK-Hauptgeschäftsführerin.
Am Wochenende hatte Ministerpräsident Hendrik Wüst den Städten und Gemeinden zugesagt, mehr als die Hälfte des Geldes zu bekommen, das für Investitionen in Infrastruktur nach NRW fließen soll. Wüst sagte im Sommerinterview mit dem WDR-Magazin Westpol, dass "der überwiegende Anteil" der Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes an die Kommunen gehen solle, "weit mehr" als 50 Prozent. Das würde bedeuten, dass die Städte und Gemeinden in NRW mit mehr als elf Milliarden Euro rechnen können.
Investitionen in MEO-Infrastruktur sind längst überfällig
Der Erhalt und Ausbau der Autobahnen, Brücken und kommunalen Straßen ist zentral für den wirtschaftlichen Erfolg der Region. Daher begrüßt die IHK zu Essen das geplante Sondervermögen der Bundesregierung und die Ankündigung des NRW-Ministerpräsidenten. „Unsere Infrastruktur ist enorm sanierungsbedürftig und die damit verbundenen Investitionen sind längst überfällig. Wir nehmen die Politik beim Wort und erwarten, dass möglichst viele Mittel des Sondervermögens in die MEO-Region fließen werden“, kommentiert Kerstin Groß.
Erst kürzlich hatte der ADAC NRW Zahlen zu den Staus in den Sommerferien veröffentlicht. Die Stau-Dauer auf den Autobahnen stieg um 10,5 Prozent auf fast 17.000 Stunden, obwohl die Zahl der Staus (17.555) und ihre Gesamtlänge (25.258 Kilometer) auf dem Vorjahresniveau lagen, wie der Automobilclub mitteilte. Hauptgrund für den Anstieg der Stau-Dauer seien Baustellen und Sperrungen gewesen. Am häufigsten betroffen war die A40, gefolgt von A1, A42, A4 und A3.
Stand: 3. September 2025.
