Ausbildungszahlen 2025
Vor einigen Wochen haben die Agenturen für Arbeit in Essen, Mülheim und Oberhausen ihre Zahlen zum Ausbildungsjahr 2024/2025 veröffentlicht.
Die Daten haben verdeutlicht: Insgesamt gibt es in der Region weniger gemeldete Ausbildungsstellen als Bewerberinnen und Bewerber.
Insgesamt rückläufige Entwicklung
Zum Jahreswechsel zieht die Industrie- und Handelskammer zu Essen (IHK) Bilanz. Die IHK-Zahlen ergänzen das Gesamtbild, indem sie aufführen, was „unter dem Strich“ auf dem Ausbildungsmarkt herumkommt, nämlich die Anzahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge. Und die entwickelt sich rückläufig.
MEO-Städte mit heterogenem Bild bei Ausbildungsverträgen
Insgesamt 2.987 Ausbildungsverträge sind im Jahr 2025 bei der Industrie- und Handelskammer eingegangen – ein Minus von 6,5 Prozent. Mit Blick auf die drei Städte im Dreieck zeichnet sich ein heterogenes Bild: Essen verzeichnet mit 9,1 Prozent den deutlichsten Rückgang und drückt damit das Gesamtergebnis. Mülheim stabilisiert mit einem leichten Plus von 2,0 Prozent – getragen vor allem von kaufmännischen Berufen –, während die Ausbildungszahlen in Oberhausen ebenfalls rückläufig sind (-4,0 Prozent), technische Berufe dort aber zulegen.
Die IHK benennt den Mangel an gemeldeten Ausbildungsstellen als größten Hemmschuh für den Ausbildungsmarkt in der Region. Doch warum bilden die Unternehmen weniger aus? Eine IHK-Ausbildungsumfrage im Mai hat Aufschlüsse geliefert. Zum einen bremst die seit Jahren schlechte Wirtschaftslage die Ausbildungsbereitschaft aus. Zum anderen scheinen die Ausbildungsbetriebe mit der Generation Z zu fremdeln. Sie wünschen sich einen größeren Fokus der Jugend auf „Grundfähigkeiten“ wie etwa schriftliches und mündliches Ausdrucksvermögen sowie elementare Rechenfähigkeiten. Auch mit der Belastbarkeit und Disziplin vieler Azubis in spe sind sie nicht glücklich.
Robert Schweizog, IHK-Geschäftsfeldleiter “Bildung & Prüfung”, appelliert dennoch an die Unternehmen der Region: „Wer heute nicht ausbildet, steht morgen ohne Fachkräfte da!“
Die Industrie- und Handelskammer hat bereits angefangen, gezielt Ausbildungsbetriebe anzusprechen, die ihre Ausbildungsaktivität reduziert oder eingestellt haben. Ihnen werden Wege aufgezeigt, wie sie trotz herausfordernder Bedingungen wieder ihre eigenen Fachkräfte von morgen ausbilden können.
Stand: 05. Januar 2026.
