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Sachsen-Anhalts digitale Erfolgsgeschichten 2026
Die Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern in Sachsen-Anhalt rufen seit mehren Jahren kleine und mittlere Unternehmen zur Teilnahme am Wettbewerb "Digitale Erfolgsgeschichten aus Sachsen-Anhalt" auf. Es werden dabei spannende digitale und innovative Projekte von Unternehmen unserer Region gewürdigt.
v.l.n.r.: André Rummel (HGF IHK Magdeburg), Kevin Schulze (2. Platz, Mein BioRind), Uwe Ritzmann (1. Platz, Hallog GmbH), Till Eric Ritzmann (1. Platz, Hallog GmbH), Lena Bieschewski (3. Platz, Wohnungsgenossenschaft Seehausen/Altmark eG), Andreas Dieckmann (Präsident, HWK Magdeburg)
Die Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs „Digitale Erfolgsgeschichten aus Sachsen-Anhalt“ wurden am 1. Juli 2026 feierlich ausgezeichnet.
„Die eingereichten Geschichten zeigen, dass viele Unternehmen den digitalen Wandel nicht nur diskutieren, sondern aktiv gestalten. Genau solche Beispiele brauchen wir, um weitere Betriebe zu ermutigen und den Austausch im Land zu stärken.““, sagte Prof. Dr. Stefan Voigt, Mitglied der Expertenjury und Leiter des Mittelstand-Digital Zentrum Magdeburg.
Die Preisverleihung war Teil des Digitalforums der Wirtschaft Sachsen-Anhalts, welches in diesem Jahr in der Handwerkskammer Magdeburg stattfand. Die Veranstaltung machte deutlich, dass die digitale Transformation in der regionalen Wirtschaft fest verankert ist – und auch Künstliche Intelligenz (KI) längst Einzug in die Arbeitswelt gefunden hat. Neben erfolgreichen Praxisbeispielen aus Unternehmen wurden die Herausforderungen und Chancen rund um Digitale Souveränität diskutiert.
1. Platz: Hallog GmbH aus Lutherstadt Eisleben
1. Platz beim Wettbewerb Digitale Erfolgsgeschichten aus Sachsen-Anhalt, v.l.n.r: André Rummel, Tobias Krüger, Till Eric Ritzmann (Preisträger), Uwe Ritzmann (Preisträger), Andreas Dieckmann
Ziel des Projektes war es, mithilfe von Künstlicher Intelligenz mehr Effizienz in die eigenen Prozesse zu bringen. Die Digitalisierung von Frachtpapieren und Dokumentenabläufen zeigt eindrucksvoll, wie sich durch kontinuierliche Optimierung und den Einsatz intelligenter Systeme Fehler reduzieren und Abläufe stabilisieren lassen – ein praxisnaher Beitrag zu mehr Resilienz in der Logistik.
Die Umsetzung erwies sich zunächst als anspruchsvoll, da die Abläufe präzise an die bestehenden und nachgelagerten Prozesse angepasst werden mussten. Über mehr als ein Jahr hinweg wurden Schnittstellen optimiert, Prozesse mehrfach überarbeitet und interne Strukturen neu gedacht. Heute zahlt sich diese intensive Entwicklungsphase aus: Mit einer Fehlerquote von nur noch rund 0,8 Prozent arbeitet das System äußerst zuverlässig und effizient.
Das Unternehmen versteht Digitalisierung als kontinuierlichen Entwicklungsprozess. Durch stetige Optimierung und den gezielten Einsatz von KI werden Prozesse verbessert und die Stabilität auch bei personellen Engpässen gesichert.
2. Platz: Mein BioRind (Inh. Kevin Schulze) aus Groß Garz
2. Platz beim Wettbewerb Digitale Erfolgsgeschichten aus Sachsen-Anhalt, v.l.n.r: André Rummel, Marco Langhof, Kevin Schulze (Preisträger), Andreas Dieckmann
Aus Gesprächen über Fleisch, Tierhaltung und Transparenz entstand die Idee, den Weg vom Tier bis zum Kunden wieder sichtbar zu machen. Ziel war es, Fleisch nicht anonym über Zwischenhändler zu vertreiben, sondern direkt vom Hof aus zu vermarkten.
Von Beginn an setzte das Konzept auf digitale Lösungen. Inspiriert von Onlineplattformen entstand ein Modell, bei dem Rindfleisch online angeboten wird und ein Tier erst dann geschlachtet wird, wenn es vollständig verkauft ist.
Mit Kamera, Laptop und Internet ging das erste BioRind online. Durch Mundpropaganda entwickelte sich daraus schrittweise ein tragfähiges Geschäftsmodell. Heute steht „Mein BioRind“ für die Verbindung von Transparenz, Regionalität und digitalen Prozessen – direkt vom Hof zum Kunden.
3. Platz: Wohnungsgenossenschaft Seehausen/Altmark eG. aus Seehausen
3. Platz beim Wettbewerb Digitale Erfolgsgeschichten aus Sachsen-Anhalt, v.l.n.r: André Rummel, Mirko Schlatow, Lena Bieschewski (Preisträgerin), Andreas Dieckmann
Ausgangspunkt war der Wunsch der Mitarbeitenden, Prozesse rund um Wohnungsübergaben effizienter, einheitlicher und übersichtlicher zu gestalten – und gleichzeitig den Papierverbrauch deutlich zu reduzieren. Eine zentrale Herausforderung bestand in der Auswahl der geeigneten technischen Lösung.
Die digitalen Protokolle und Datensätze sollten automatisiert erstellt werden, zugleich aber flexibel anpassbar bleiben – je nach Art, Größe, Ausstattung und Zusatzmerkmalen der jeweiligen Wohnung. Dafür mussten zunächst einheitliche Standards definiert sowie eine klare Datenstruktur für Wohnungen, Mieterinnen und Mieter und Protokolle aufgebaut und in das bestehende EDV-System integriert werden.
Besonders herausfordernd gestaltete sich der Veränderungsprozess: Mitarbeitende, die Wohnungsübergaben über Jahrzehnte mit Papier und Stift durchgeführt hatten, mussten sich auf neue digitale Arbeitsweisen einlassen. Der erfolgreiche Wandel zeigt, dass Digitalisierung nicht nur eine technische, sondern vor allem auch eine organisatorische und kulturelle Aufgabe ist.