Unternehmensnachfolge

Unternehmensnachfolge als Weg in die Selbständigkeit

Selber Chef im eigenen Unternehmen zu sein, ist der Wunsch vieler Gründungsinteressierter. Warum nicht auch die Möglichkeit einer Unternehmensnachfolge in Betracht ziehen?
Am Anfang steht meist die Geschäftsidee oder ein innovatives Produkt. Die nächsten Schritte sind die Marktanalyse, die Standortwahl, der Businessplan und der Weg zur Bank. In den ersten Jahren wird sich die Tragfähigkeit unter realen Bedingungen beweisen müssen. Beziehungen zu Kunden und Lieferanten müssen aufgebaut werden und die Mitbewerber schlafen auch nicht.
Das KfW Mittelstandspanel geht von einer halben Million übergabereifer Unternehmen in Deutschland bis 2017 aus. Für Sachsen-Anhalt prognostiziert das Institut für Mittelstandsforschung Bonn, dass im Zeitraum von 2014 bis 2018 ca. 2.700 Unternehmen vor der Übergabe stehen. Jährlich sind das 540 potentielle Nachfolgen. Nicht eingerechnet ist die Dunkelziffer an vakanten Nachfolgen und jenen Unternehmen, die still und leise abgewickelt wurden. Daran hängen Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und die Perspektive für junge Menschen hierzubleiben. Mit dem Unternehmen verschwindet zudem auch das know how.
Dabei haben die „Übergeber“ praktisch über viele Jahre Vorarbeit geleistet und sich einen Namen gemacht, die den „Übernehmer“ zu einem großen Teil von der Aufbauphase entlasten.
Wer also den Gedanken an eine Selbständigkeit hegt, für den kann eine Unternehmensnachfolge eine mögliche Alternative zum Start up sein. Gleiches trifft auch auf bereits etablierte Unternehmen zu, die ein zur Nachfolge anstehendes Unternehmen fortführen möchten. Der Anreiz besteht dabei oft in der Übernahme einer vorhanden Vertriebsstruktur oder der Komplettierung des eigenen Produkt- und Leistungsportfolios.
Der häufigste Grund für eine angestrebte Nachfolge ist das Alter des „Übergebers“. Schön wenn das Unternehmen in der Familie bleibt. Aber auch hier sind erbrechtliche und steuerrechtliche Aspekte zu beachten. Leider werden Nachfolgen in der Familie immer seltener. Infrage kommen ebenso Fach- und Führungskräfte mit unternehmerischem Denken. Wichtig und oft unterschätzt ist der Faktor Mensch. Als neuer Chef spielt auch das Verhältnis zu den Mitarbeitern eine wichtige Rolle.
Letztlich ist eine Unternehmensnachfolge nichts anderes als der Kauf eines Unternehmens mit allen juristischen und betriebswirtschaftlichen Problemen und Fragestellungen die sowohl bei der Planung, als auch bei der späteren Umsetzung beachtet und gelöst werden müssen. Eine Betriebsübernahme ist somit ein sehr komplexer Prozess, welcher sich teils über mehrere Jahre erstrecken kann. Eine rechtzeitige und detaillierte Vorbereitung ist somit von ausschlaggebender Bedeutung für den späteren Erfolg. Reden Sie mit Ihrer IHK Magdeburg darüber. Vertraulichkeit ist für uns selbstverständlich.