Wirtschaftspolitische Positionen
Rahmenbedingungen
- In Bildung investieren
- Strategie zur Digitalen Bildung entwickeln
- Qualifizierungsbedarfe identifizieren
- Weiterentwicklung des LISA vorantreiben
- Bundesweite Vereinheitlichung der Schulabschlüsse und Schulentwicklung anstoßen
- Schulausstattung durch unbürokratische Umsetzung des Digitalpakts verbessern
- Lehrermangel konsequent abbauen
In Bildung investieren
Auf Bundes- und Landesebene muss das Thema Bildung wieder oberste Priorität erhalten. Hierfür sind kontinuierlich finanzielle Mittel in ausreichendem Maß bereit zu stellen. Diese müssen in Schulgebäude, Ausstattung und in multiprofessionelle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investiert werden, um den zukünftigen Fachkräftebedarf der Wirtschaft durch gut ausgebildete Schulabsolventinnen und -absolventen zu sichern.
Strategie zur Digitalen Bildung entwickeln
Die Landesregierung Sachsen-Anhalts, hauptverantwortlich das Ministerium für Bildung, das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, das Ministerium für Infrastruktur und Digitales sowie das Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt, muss eine nachhaltige Strategie zur digitalen Bildung entwickeln und konsequent umsetzen. In diesem Zusammenhang müssen auch Bildungsziele für die Vorbereitung auf eine digitale Arbeitswelt neu entwickelt und festgelegt sowie in die Lehrpläne integriert werden.
Qualifizierungsbedarfe identifizieren
Das Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalts wird aufgefordert, eine unabhängige Studie zur Bestimmung des Qualifizierungsbedarfes des Lehrpersonals aller Schulformen im Bereich digitaler Kompetenzen zu erstellen. Dazu sollten unter anderem die eingereichten Fortbildungsbedarfe aus den Anträgen zum Digitalpakt als auch einschlägiger wissenschaftlicher Literatur und der ständigen wissenschaftlichen Kommission der Kultusministerkonferenz qualitativ und quantitativ ausgewertet werden. Sie können somit als Grundlage für die Planung der Qualifizierungsmaßnahmen dienen.
Weiterentwicklung des LISA vorantreiben
Die Weiterentwicklung des Landesinstituts für Schulqualität und Lehrerfortbildung (LISA) muss nachhaltig fortgesetzt werden. Die im Zuge der Einführung der Digitalassistenz initiierten Digitalmentoren und Digitalassistenzen sind zukünftig in der weiteren Programmausgestaltung zu stärken. Schulen sind darüber hinaus bei der Wahrnehmung des Angebotes aktiv zu unterstützen. Die Nutzung und die Praktikabilität des Angebots durch Lehrerinnen und Lehrer ist zwingend zu evaluieren, denn es ist dringend notwendig, Lehrkräfte im Umgang mit neuen digitalen Medien und Software umfassend zu schulen und auf neue Herausforderungen vorzubereiten.
Bundesweite Vereinheitlichung der Schulabschlüsse und Schulentwicklung anstoßen
Die Einführung eines bundesweit einheitlichen Bildungsstandards und bundesweit vergleichbarer Schulabschlussprüfungen, ähnlich dem System der dualen Berufsausbildung, ist anzustreben. Darüber hinaus sind die Schulen zukunftsorientiert weiterzuentwickeln. So sollten Förderstrukturen quantitativ und qualitativ ausgebaut und schulische Ganztagsangebote erweitern werden, um dadurch eine Stärkung der individuellen Förderung und Integration zu erreichen. Des Weiteren sollte der Ausbau von Gesamtschulen vorangebracht und eine Schullaufbahntrennung mit verbindlichen Laufbahnempfehlungen nach der 8. Klasse eingeführt werden. Die Schulinfrastruktur muss möglichst wohnortnah erhalten bzw. wiederhergestellt werden. Die Durchlässigkeit von der Grundschule in weiterführende Schulen (Real,- Gesamtschulen bzw. Gymnasien) sollte angepasst und durch Mindestbedingungen reglementiert werden, um in Folge homogenerer Lerngruppen die Qualität der Schulabgänger zu erhöhen.
Schulausstattung durch unbürokratische Umsetzung des Digitalpakts verbessern
Die technische Ausstattung der allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen muss prioritär behandelt und vorangetrieben werden. Es müssen vom Bund daher kontinuierlich Mittel zur Umsetzung des Digitalpakts zur Verfügung gestellt werden. Das Land Sachsen-Anhalt muss seinerseits die bisherigen Prozesse zur Beantragung, Verteilung und zum Einsatz der Mittel überprüfen, transparenter gestalten, Zutrittsbarrieren abbauen und zeitlich straffen. Dabei sind bürokratische Hürden abzubauen. Ein einheitliches und standardisiertes Beschaffungswesen kann die Umsetzung, Implementierung und kontinuierliche Betreuung der digitalen und technischen Infrastruktur erleichtern.
Lehrermangel konsequent abbauen
Dem Lehrermangel an den allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen muss abgeholfen werden. In allen, aber insbesondere in den technischen Fächern, muss es ermöglicht werden, Engpässe durch attraktive Bedingungen für Seiteneinsteiger zu überbrücken. Die Abwanderung eingestellter Seiteneinsteiger muss verhindert werden. Sie dürfen nicht als vollwertige Lehrkräfte in der Einarbeitungsphase überbelastet werden, sondern sollten über Hospitationsphasen an die Lehrtätigkeit herangeführt werden. Attraktive Vertragsangebote sollten Seiteneinsteigern eine realistische Option auf Anerkennung als vollwertige Lehrkraft in Aussicht stellen.
Angebote aus der Wirtschaft, bei Ausfallzeiten zu vertreten und zu unterstützen, sollten angenommen und unbürokratische Lösungen in Verantwortung der Schulen gefunden werden.
Blended Learning Ansätze dürfen keine quantitative Auswirkung auf die Einstellung und die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern haben. Die Qualifizierung von Informatiklehrerinnen und -lehrern muss zwingend vorangetrieben werden, um Schülerinnen und Schüler zukunftssicher auf das Berufsleben vorzubereiten. Die dafür bereits vorhandenen Kapazitäten sind konsequent zu prüfen, an allen Universitäten auszubauen und bedürfen einer aktiven Steuerung durch das Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt.
Eine Intensivierung der Ausbildung von LehrerInnen mit Englisch als Zweitfach ist von grundlegender Wichtigkeit für eine zukünftig im internationalen Kontext stärker fokussierte Wirtschaftsregion und neuen Berufsbildern. Der Wettbewerb zwischen den bestehenden Schulformen aufgrund unterschiedlicher Vergütungsmodelle für LehrerInnen muss verhindert werden.
Angebote aus der Wirtschaft, bei Ausfallzeiten zu vertreten und zu unterstützen, sollten angenommen und unbürokratische Lösungen in Verantwortung der Schulen gefunden werden.
Blended Learning Ansätze dürfen keine quantitative Auswirkung auf die Einstellung und die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern haben. Die Qualifizierung von Informatiklehrerinnen und -lehrern muss zwingend vorangetrieben werden, um Schülerinnen und Schüler zukunftssicher auf das Berufsleben vorzubereiten. Die dafür bereits vorhandenen Kapazitäten sind konsequent zu prüfen, an allen Universitäten auszubauen und bedürfen einer aktiven Steuerung durch das Ministerium für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt.
Eine Intensivierung der Ausbildung von LehrerInnen mit Englisch als Zweitfach ist von grundlegender Wichtigkeit für eine zukünftig im internationalen Kontext stärker fokussierte Wirtschaftsregion und neuen Berufsbildern. Der Wettbewerb zwischen den bestehenden Schulformen aufgrund unterschiedlicher Vergütungsmodelle für LehrerInnen muss verhindert werden.