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Nr. 3310872
Wirtschaftsentwicklung
Konjunkturbericht Sachsen-Anhalt 2025
Die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt bleibt auch im Jahr 2025 ohne neue Impulse. Die Stimmungslage der Unternehmen verharrt nunmehr seit vier Jahren auf einem konstant niedrigen Niveau – Anzeichen für eine konjunkturelle Erholung oder gar Wachstum sind weiterhin nicht erkennbar. Diese Entwicklung überrascht jedoch kaum, denn die grundsätzlichen Probleme der Wirtschaft der letzten Jahre bestehen weiterhin. Neben anhaltenden Kostenrisiken – etwa durch hohe Arbeits- und Energiekosten – belasten ausufernde Bürokratie und eine weiterhin zurückhaltende Konsumnachfrage die wirtschaftliche Aktivität.
Die im Frühjahr neu gewählte Bundesregierung hatte zunächst Hoffnungen auf einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel geweckt. Da jedoch entscheidende Reformen bislang ausblieben, verflog dieser Optimismus schnell. Zum anderen schürten internationale handelspolitische Konflikte durch ein „Auf und Ab“ bei Zöllen die Unsicherheit zusätzlich. Hiervon waren insbesondere die exportorientieren Unternehmen der Industrie betroffen.
Angesichts dieser Entwicklungen bleiben die Stimmungswerte im Geschäftsklimaindikator der IHK-Mitgliedsunternehmen auf dem niedrigen Niveau der Vorjahre. Seit nunmehr vier Jahren gibt es keine Anzeichen einer Erholung. Lediglich das zweite Quartal war durch eine kurzzeitige Aufhellung gekennzeichnet. Zum Jahresende ist der Indikator mit einem Wert von -7,3 Punkten weiter negativ. (Der Geschäftsklimaindex liegt auf einer Skala von -100 und +100 Punkten – Tiefstwert:-22,2; Höchstwert: +31,0)
Geschäftslage
Die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt startete schwach in das Jahr: Die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage lagen nahezu auf dem Niveau der Quartale unmittelbar nach dem Ausbruch der Corona‑Pandemie. Zwar konnte sich im zweiten Quartal – vor allem infolge steigender Auftragszahlen – eine kurze Aufhellung einstellen, diese setzte sich aber nicht fort. Gestützt wird die Wirtschaft derzeit insbesondere durch das Dienstleistungsgewerbe. In den anderen Branchen können sich dagegen keine positive Impulse entfalten: Schlechte Rahmenbedingungen, eine schwache Nachfrage, hohe Kosten sowie eine ausgeprägte Unsicherheit prägen die wirtschaftliche Realität vieler Unternehmen.
Geschäftserwartungen
Die Geschäftserwartungen verbesserten sich in der ersten Jahreshälfte durch die Hoffnung, dass der Regierungswechsel in Berlin einen wirtschaftspolitischen Kurswechsel einleiten und zentrale Probleme – etwa durch den angekündigten „Herbst der Reformen“ – aktiv angegangen würden. Diese Erwartung erfüllte sich jedoch nicht, sodass der Saldo in der zweiten Jahreshälfte wieder einbrach. Für das neue Jahr erwarten nur rund 11 Prozent der Unternehmen eine Verbesserung, während 35 Prozent eine Verschlechterung annehmen.
Beschäftigungspläne: angesichts schwacher Konjunktur und steigender Arbeitskosten weiterhin Zurückhaltung
Investitionsabsichten: geringe Investitionsbereitschaft - vor allem Deckung des Ersatzbedarfs
Geschäftsrisiken
Das am häufigsten genannte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2026 waren die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen – rund 68 Prozent der Unternehmen geben dies an. Ebenfalls häufig genannt wurden die hohen Arbeitskosten sowie die hohen Energie und Rohstoffen.
Die Industrie- und Handelskammern Magdeburg und Halle-Dessau beobachten kontinuierlich die konjunkturelle und strukturelle Entwicklung der Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt. Durch entsprechende Umfragen bei ihren Mitgliedsunternehmen, die im Quartalsrhythmus durchgeführt werden, sind die IHKn stets „am Puls der Zeit“.
Aus den kumulierten und gewichteten Ergebnissen dieser Umfragen wird traditionell ein Wirtschaftsbericht für das jeweils abgelaufene Jahr erstellt, in dem die grundlegenden konjunkturellen und strukturellen Entwicklungen rückblickend noch einmal dargestellt und interpretiert werden. Dabei wird eine gewisse Ausgewogenheit zwischen grundlegenden und aktuellen Aspekten angestrebt.