IHK-Konjunkturbericht 1.Quartal 2026

Energiepreisschock verhindert Erholung

Die Konjunktur im Kammerbezirk der IHK Magdeburg trübt zu Beginn des Jahres 2026 wieder ein. Sowohl die Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen verschlechtern sich aufgrund geopolitischer Unsicherheiten.
Den aktuellen detaillierten Konjunkturbericht finden Sie hier (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 277 KB) Die Ergebnisse wurden auch im Rahmen einer aufgezeichneten Pressekonferenz vorgestellt.
Die aktuelle Befragung erfolgte zwischen dem 16. März 2025 und 07. April 2026. Wenn auch Sie Teil der quartalsweisen Konjunkturumfrage sein möchten, bitten wir um eine Kontaktaufnahme per E-Mail.

Konjunktur im Kammerbezirk insgesamt

Der Geschäftsklimaindikator, der sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen der Unternehmen gleichermaßen berücksichtigt, sinkt um 9,5 Zähler auf 74,2 Punkte (Vorquartal: 83,7 Punkte). Ursächlich hierfür ist vor allem der erneute Energiepreisschock infolge des Iran-Kriegs Ende Februar, der bei vielen Unternehmen zu zusätzlichen Kostenbelastungen geführt hat.
Die deutlich gestiegenen Energiepreise wirken sich bei zahlreichen Unternehmen unmittelbar negativ aus und schlagen sich entsprechend in einer pessimistischen Einschätzung der aktuellen Geschäftslage nieder. Der Saldo aus positiven und negativen Rückmeldungen sinkt von -4 auf -11 Punkte. Insgesamt beurteilen 19 Prozent der Unternehmen die Geschäftslage als gut und 30 Prozent der Unternehmen als schlecht.
Auch die Geschäftserwartungen haben sich spürbar verschlechtert. 11 Prozent der Unternehmen rechnen mit Verbesserung der Geschäfte, während fast jedes zweite Unternehmen pessimistisch gestimmt ist. Der Saldo von -38 Punkte liegt damit deutlich im negativen Bereich.
Die Wirtschaft im Norden Sachsen-Anhalts ist bereits seit mehreren Quartalen vielfältigen Belastungsfaktoren ausgesetzt, eine konjunkturelle Erholung bleibt auch im aktuellen Berichtsquartal aus. Der mit dem Iran-Krieg verbundene Anstieg bei den Öl- und Gaspreisen erhöht die ohnehin schon hohen Energiepreise und belastet die Wirtschaft einmal mehr. Damit einhergehend steigen nicht nur die Produktions- und Betriebskosten, auch die Kaufkraft der privaten Haushalte nimmt ab und das Konsumklima trübt ein. Die Folge ist eine schwache Nachfrage bei gleichzeitig sinkenden Margen. Des Weiteren mehren sich Sorgen vor einem Anziehen der Inflation, was möglicherweise eine restriktivere Geldpolitik und weiter steigende Zinsen der Europäischen Zentralbank nach sich ziehen könnte. Vom Energiepreisschock besonders stark betroffen sind die exportorientierten Unternehmen, die bereits zuvor unter einer abnehmenden Wettbewerbsfähigkeit litten. Eine Weitergabe der gestiegenen Kosten an Kunden ist daher nur eingeschränkt möglich. Entsprechend negativ fallen die Exporterwartungen aus. Vor dem Hintergrund der erneut gestiegenen geopolitischen Unsicherheit bleibt die Investitionsbereitschaft insgesamt gering. Nur 17 Prozent der Unternehmen erwägen steigende Investitionen, während 47 Prozent beabsichtigen, ihre Investitionstätigkeit zu reduzieren. Auch die Beschäftigungsplanungen fallen zurückhaltend aus.
Die am häufigsten genannten Risiken sind in diesem Quartal die hohen Energie- und Rohstoffpreise mit einer Häufigkeit von 82 Prozent. Danach folgen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (77 Prozent) und die hohen Arbeitskosten (66 Prozent).

Konjunktur in einzelnen Wirtschaftszweigen

Die Bewertung der aktuellen Lage und der konjunkturellen Aussichten unterscheidet sich üblicherweise je nachdem welche Branche betrachtet wird. Dies ist auch in dem derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld vordergründig, da einige Branchen sichtlich mit den gegenwärtigen Bedingungen zu kämpfen haben.
Die aktuelle konjunkturelle Lage wird derzeit nur von einem Wirtschaftszweig überwiegend positiv wahrgenommen,...
...die Erwartungen über die zukünftige Entwicklung bleiben allerdings über alle Branchen hinweg negativ.
Konjunkturberichte vergangener Quartale finden Sie unter “Weitere Informationen”.