IHK-Konjunkturbericht 2.Quartal 2026

Stabilisierung nach Energiepreisschock setzt ein

Nach dem konjunkturellen Rückschlag infolge des durch den Konflikt im Nahen Osten ausgelösten Energiepreisanstiegs stabilisiert sich die wirtschaftliche Entwicklung im Kammerbezirk der IHK Magdeburg wieder etwas. Sowohl die Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen verbessern sich wieder.
Den aktuellen detaillierten Konjunkturbericht finden Sie hier (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 273 KB) Die Ergebnisse wurden auch im Rahmen einer aufgezeichneten Pressekonferenz vorgestellt.
Die aktuelle Befragung erfolgte zwischen dem 15. Juni 2026 und 06. Juli 2026. Wenn auch Sie Teil der quartalsweisen Konjunkturumfrage sein möchten, bitten wir um eine Kontaktaufnahme per E-Mail.

Konjunktur im Kammerbezirk insgesamt

Der Geschäftsklimaindikator, der sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen der Unternehmen gleichermaßen berücksichtigt, steigt um 10,4 Zähler auf 84,6 Punkte (Vorquartal: 74,2 Punkte). Damit erreicht er wieder in etwa das Niveau des vierten Quartals 2025 und liegt somit auf dem Stand vor dem jüngsten Energiepreisschock.
Die aktuelle Situation der Unternehmen gestaltet sich etwas besser als im Vorquartal, in dem der Energiepreisschock die Wirtschaft unmittelbar traf. Der Saldo aus positiven und negativen Rückmeldungen steigt von -11 auf -5 Punkte. Insgesamt beurteilen 20 Prozent der Unternehmen die Geschäftslage als gut und 25 Prozent der Unternehmen als schlecht.
Die Geschäftserwartungen bleiben zwar überwiegend pessimistisch, hellen sich jedoch ebenfalls auf. So geben nunmehr 38 Prozent (Vorquartal: 49 Prozent) der Unternehmen an, dass die Geschäftsentwicklung eher negativ ausfallen wird. Lediglich 13 Prozent der Unternehmen erwarten eine günstige Entwicklung. Der Erwartungssaldo legt daher um 13 Zähler auf -25 Punkte zu.
Die Verbesserung zahlreicher Konjunkturindikatoren ist jedoch vor allem als Normalisierung nach den Belastungen des Vorquartals zu interpretieren. Von einer breit angelegten wirtschaftlichen Erholung kann bislang nicht gesprochen werden. Vielmehr erreichen viele Stimmungsindikatoren wieder das Niveau vor dem initialen Energiepreisschock, ohne dass sich gleichzeitig ein deutlicher Anstieg optimistischer Erwartungen beobachten lässt. Auch die angestoßenen Reformpakete der Bundesregierung, welche in das Ende des Befragungszeitraumes gefallen sind, sorgen derzeit noch nicht für eine breitangelegte Aufbruchstimmung. Die Unternehmen sehen sich weiterhin mit einem von Unsicherheit geprägten wirtschaftlichen Umfeld konfrontiert. Neben geopolitischen Risiken belasten insbesondere strukturelle Standortfaktoren die wirtschaftlichen Perspektiven. Entsprechend bleibt das Investitionsklima stark eingetrübt. Nur 13 Prozent der Unternehmen planen derzeit ihre Investitionen auszuweiten. 43 Prozent hingegen wollen ihre Investitionen reduzieren. Auch die Beschäftigungspläne fallen weiterhin zurückhaltend aus. Positiver entwickeln sich dagegen die Exporterwartungen.
Die am häufigsten genannten Risiken sind in diesem Quartal die hohen Energie- und Rohstoffpreise mit einer Häufigkeit von 71 Prozent. Danach folgen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (68 Prozent) und die hohen Arbeitskosten (61 Prozent).

Konjunktur in einzelnen Wirtschaftszweigen

Die Bewertung der aktuellen Lage und der konjunkturellen Aussichten unterscheidet sich üblicherweise je nachdem welche Branche betrachtet wird. Dies ist auch in dem derzeitigen wirtschaftlichen Umfeld vordergründig, da einige Branchen sichtlich mit den gegenwärtigen Bedingungen zu kämpfen haben.
Die aktuelle konjunkturelle Lage wird derzeit nur von einem Wirtschaftszweig überwiegend positiv wahrgenommen,...
...die Erwartungen über die zukünftige Entwicklung bleiben allerdings über alle Branchen hinweg negativ.
Konjunkturberichte vergangener Quartale finden Sie unter “Weitere Informationen”.