Landtagswahl 2026

starkes Bildungssystem

Wie plant Ihre Partei die Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen – insbesondere an Gymnasien – verbindlich und praxisnah zu verankern, um Schülerinnen und Schüler frühzeitig auf Ausbildungs- und Berufswege in der Wirtschaft sowie auch Existenzgründungen vorzubereiten?

AfD

Aus unserer Sicht muss die Berufsorientierung an Schulen deutlich stärker als bisher verbindlich, strukturiert und praxisnah ausgestaltet werden. Wir plädieren für eine frühzeitige Berufsorientierung, die nicht nur aus einzelnen Projekttagen besteht, sondern fest im Lehrplan verankert ist. Dazu gehör-ten regelmäßige Praktika, Betriebserkundungen sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Schulen und regionalen Unternehmen. Schüler sind frühzeitig mit realen Arbeits- und Wirtschaftsprozessen in Kontakt zu bringen, um Interesse zu wecken und Alternativen zum Studium aufzuzeigen. Insgesamt ist zu kritisieren, dass der Fokus bislang zu stark auf akademischen Bildungswegen liegt, während berufliche Alternativen und die direkte Verbindung zur Wirtschaft zu wenig Gewicht erhalten. Die klassische Berufsausbildung hat zunehmend an Attraktivität verloren. Dieser Trend wäre beispielsweise durch die Einführung eines Freiwilliges Handwerksjahr umkehrbar. Mit dieser Maßnahme wäre Schulabsolventen das Handwerk als attraktive Berufswahl nahezubringen.

Bündnis 90/Die Grünen

Wir setzen uns dafür ein, dass an allen Schulen, unabhängig der Schulform, eine Berufs- und Studienorientierung stattfindet.

BSW

Schülerinnen und Schüler müssen frühzeitig Einblicke in Ausbildungsberufe, duale Studiengänge, unternehmerische Tätigkeiten und regionale Wirtschaftsstrukturen erhalten. Dafür wollen wir die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Unternehmen, Kammern, Hochschulen und Arbeitsagenturen stärken. Praxisformate wie Betriebspraktika, Projekttage, Unternehmensbesuche, Gründungswerkstätten und Begegnungen mit Unternehmerinnen und Unternehmern sollten deutlich ausgebaut werden. Gleichzeitig braucht es bessere digitale Informationsangebote sowie feste Ansprechpartner für Berufs- und Studienorientierung an den Schulen.
Auch Lehrkräfte sollten durch praxisnahe Fortbildungen stärker mit wirtschaftlichen und beruflichen Themen vertraut gemacht werden. Ziel ist eine Berufsorientierung, die nicht nur auf akademische Bildungswege vorbereitet, sondern die Vielfalt beruflicher Perspektiven in Sachsen-Anhalt sichtbar macht.

CDU

Wir möchten die Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen – auch an Gymnasien – weiter stärken und praxisnah ausgestalten. Programme wie „Produktives Lernen“ und die „Praxislerntage“ sollen dabei flächendeckend genutzt werden, um Schülerinnen und Schülern frühzeitig Einblicke in Ausbildungs- und Berufswege zu ermöglichen. An den Oberschulen bleibt der wöchentliche Praxislerntag ein zentraler Baustein, um die Verbindung zwischen Schule und Arbeitswelt zu vertiefen.
Wichtig ist uns, dass alle Schulen ein systematisches Berufsorientierungsprogramm verfolgen und Kooperationen mit Unternehmen, Kammern und weiteren Partnern kontinuierlich weiterentwickelt werden. Ein begleitendes Monitoring soll helfen, Übergänge in die Ausbildung zu verbessern und junge Menschen gezielt zu unterstützen. Gleichzeitig betonen wir die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung und möchten die Attraktivität beruflicher Wege sichtbar machen.

FDP

Unternehmensbesuche und Praktika sowie die allgemeine Berufsorientierung sollen nach unserer Auffassung ab der 7. Klasse an allen weiterführenden Schulen Teil des Unterrichtsalltags werden. Durch eine frühzeitige Talentförderung und Vernetzung zwischen Schülern und Betrieben wird auch langfristig die Passung von Ausbildungsangeboten und Ausbildungsnachfrage erhöht sowie die (in Sachsen-Anhalt bundesweit überdurchschnittliche) Vertragsauflösungsquote verringert. Schüler sollen über Angebote der Berufsorientierung und die Praxistage (BRAFO, 4+1, Schulfach Wirtschaft an Gymnasien) frühzeitig mit der Berufswelt in Kontakt kommen.

Die Linke

Berufsorientierung verankern wir verbindlich und praxisnah in allen Schulformen – auch am Gymnasium, wo sie bislang strukturell unterentwickelt ist. Berufliche und akademische Wege werden gleichwertig vorgestellt. Die Existenzgründung wird als eine von vielen Optionen in den Wirtschaftsunterricht eingebettet. Kern ist dabei der verpflichtende berufspraktische Unterricht, nicht als einmaliges Praktikum, sondern als kontinuierliches Element des Schulalltags.

SPD

Sachsen-Anhalt besitzt mit dem Landesprogramm BRAFO ein seit langer Zeit bewährtes Konzept zur praxisnahen Berufsorientierung ab der 7. Klasse. Wir wollen dieses Programm fortführen, weiterentwickeln und auf alle weiterführenden Schulen – einschließlich Gymnasien – ausweiten.