Landtagswahl 2026

starkes Bildungssystem

Welche konkreten Maßnahmen plant Ihre Partei, um digitale Bildung, die Förderung von MINT-Kompetenzen sowie Englisch als zweite Unterrichtssprache in den Schulen Sachsen-Anhalts zu stärken?

AfD

Alle Bestrebungen, den Unterricht umfassend zu digitalisieren und die Lehrkraft durch digitale Systeme zu ersetzen, lehnen wir ab. Die Grundschule ist grundsätzlich als weitgehend digitalfreie Lernphase zu gestalten. In der Sekundarstufe ist eine alters- und fachgerechte Nutzung digitaler Informations- und Kommunikationstechnik sicherzustellen. Gleichzeitig wird der Informatikunterricht verpflichtend ausgebaut und praxisorientiert gestärkt, ein-schließlich der Vermittlung grundlegender Anwendungen von Standardsoftware. Zahlreiche Studien zum Einsatz digitaler Unterrichtsmedien zeigen im Vergleich zum konventionellen Unterricht keinen eindeutigen Leistungsgewinn, teilweise sogar schlechtere Lernergebnisse. Auch neuro- und lernpsychologische Erkenntnisse weisen darauf hin, dass übermäßiger Medieneinsatz Konzentration, Merkfähigkeit und sprachliche Ausdrucksfähigkeit beeinträchtigen kann. Der bloße Umgang mit digitalen Endgeräten vermittelt zudem nicht die Fähigkeit, diese Technologien zu verstehen oder zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund ist eine Entwicklung kritisch zu bewerten, bei der digitale Tafeln oder Endgeräte perspektivisch auch zur Substitution von Lehrkräften beitragen könnten. Dem ist entschieden entgegenzutreten. Digitale Medien sollen daher erst in der weiterführenden Schule und dort gezielt und nicht flächendeckend eingesetzt werden. In der Grundschule bleiben Buch, Heft und Tafel die zentralen Unterrichtsmedien. Zusätzlich wird – im Einklang mit Empfehlungen der Leopoldina – die Nutzung von Smartphones bis einschließlich Klasse 10 untersagt. Ziel ist nicht die Verweigerung digitaler Bildung, sondern deren kontrollierte und kompetenzorientierte Vermittlung. Schüler sollen nicht primär durch Geräte lernen, sondern verstehen, wie digitale Technologien funktionieren. Daher wird Informatik ab Klasse 8 als Pflichtfach eingeführt und nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch ausgerichtet. Dazu gehören Programmiergrundlagen ebenso wie der sichere Umgang mit im Berufsleben relevanter Standardsoftware wie Textverarbeitung und Tabellenkalkulation. Gleichviel sollen der MINT-Bereich sowie die Fremdsprachenvermittlung gestärkt werden. Mit der Schaffung und dem Ausbau landeseigener Schülerwettbewerbe sollen auf weitem Feld, etwa in den Bereichen Deutsch, Fremdsprachen, Mathematik und Naturwissenschaften und Musik Talente geweckt, entdeckt und gefördert werden.

Bündnis 90/Die Grünen

Wir Grüne wollen, dass Schulen Schüler*innen fit für die Zukunft machen. Dafür fordern wir:
• dass digitale Bildung fächerübergreifend in allen Schulstufen vermittelt wird, dazu gehören umfassende Medienkompetenzen zur Nutzung und Einsatz von digitalen und Computer-Tools, wie auch kritisches Denken zur Informationsbewertung, Urheberrecht, Datenschutz, den Umgang mit Künstlicher Intelligenz und so weiter
• dass Lehrkräfte für die Nutzung digitaler Unterrichtsmethoden und Unterrichtsmittel entsprechend fortgebildet und unterstützt werden
• dass KI-gestützte Lernplattformen, digitale Assistenzsysteme und adaptive Lernangebote gezielt eingesetzt werden dürfen, wo sie Lehrkräfte entlasten und Schüler*innen fördern
• eine verstärkte Förderung der MINT-Fächer sowie bestehende Netzwerke und Institutionen wie das MINT-EC-Netzwerk, Spezialist*innen-Summercamps oder die Schüler*innen-Universität zu stärken

BSW

Das BSW will digitale Bildung sowie MINT-Kompetenzen in Sachsen-Anhalt deutlich stärken. Dazu gehören eine bessere digitale Ausstattung der Schulen, moderne Lernplattformen sowie praxisnahe Informatik- und Technikangebote bereits ab frühen Klassenstufen. Gleichzeitig sollten Lehrkräfte stärker für digitale Unterrichtsformen qualifiziert werden.
Besonders wichtig ist aus unserer Sicht die frühkindliche Förderung. Sprachförderung sollte bereits im vorschulischen Bereich gezielt ausgebaut werden, da sie eine zentrale Voraussetzung für erfolgreiche MINT-Bildung ist. Frühkindliche Bildungsangebote sollten stärker spielerisch, praxisnah und explorativ ausgerichtet werden.
Darüber hinaus setzen wir uns für eine stärkere Förderung der englischen Sprache im Schulalltag ein. Englischkenntnisse sind sowohl für internationale Fachkräfte als auch für Wissenschaft, Digitalisierung und moderne Arbeitswelten zunehmend wichtig.

CDU

Wir möchten digitale Bildung, MINT-Kompetenzen und Englisch als erste Fremdsprache weiter stärken. Der verantwortungsvolle Umgang mit digitalen Technologien und künstlicher Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle. Projekte wie die „Lernwelt Sachsen-Anhalt“ sowie praxisnahe Unterrichtseinheiten sollen Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen, digitale Werkzeuge sinnvoll zu nutzen und ihre kritische Reflexionsfähigkeit auszubauen.
Digitalassistenten an Schulen können künftig noch stärker dazu beitragen, digitalgestützten Unterricht zu entwickeln und umzusetzen. Gleichzeitig sollen ethische Fragen rund um KI im Unterricht thematisiert werden, um einen bewussten und reflektierten Umgang zu fördern. Die Vermittlung von Medienkompetenz wollen wir in der Lehrkräfteausbildung und -fortbildung verbindlich verankern.

FDP

Die Schule sollte nicht nur die allgemeine Erlernung von Kulturtechniken und Allgemeinwissen befördern, sondern auch Fähigkeiten in relevanten Zukunftsfeldern fördern. Wir wollen die Verankerung von MINT-Fächern in der Stundentafel sichern und gezielt Lehrkräfte und Seiteneinsteiger im MINT-Bereich werben. Statt pauschaler Verbote wollen wir digitale Medien und KI gezielt im Unterricht einsetzen. An weiterführenden Schulen sollen Profilklassen eingerichtet werden, in denen junge Menschen gezielt Kompetenzen in Künstlicher Intelligenz, Datenanalyse, Algorithmik und Softwareentwicklung erwerben. Durch öffentlich zugängliche "Maker Spaces", Kreativwerkstätten und Schülerlabore in Bibliotheken, Schulen und Universitäten wollen wir MINT-Kompetenzen und Unternehmergeist in der gesamten Bildungslandschaft verankern.

Die Linke

Digitale Grundkompetenzen, MINT-Bildung und frühe Sprachkompetenz sind keine Extras, sondern Kernbestandteile einer zukunftsfähigen Grundbildung. Wir wollen dafür u.a. außerschulische MINT-Lernorte wie Schülerlabore, Hochschulen und Unternehmen stärker in das Unterrichtsangebot einbinden und dafür ausreichend Mittel im Landeshaushalt zur Verfügung stellen. MINT beginnt dabei für uns bereits in der Kita: als spielerische Förderung der Neugierde die Kinder unabhängig von sozialer Herkunft erreicht und früh Begeisterung für naturwissenschaftliches Denken weckt. Inwieweit die Voraussetzungen geschaffen werden können, um Englisch als zweite Unterrichtssprache weiter auszubauen, wollen wir prüfen.

SPD

Sachsen-Anhalt hat – wie alle ostdeutschen Länder – traditionell eine große Stärke bei der schulischen Vermittlung von Naturwissenschaften. Diesen Vorteil wollen wir weiter ausspielen. Mit dem Startchancen-Programm unterstützen wir Schulen in sozial herausfordernden Lagen gezielt dabei, Basiskompetenzen unter anderem in Mathematik zu stärken. Viele Seiteneinsteiger kommen aus dem MINT-Bereich. Ihre beruflichen Vorerfahrungen sind wichtig für die Schulen; wir wollen den Einstieg ins Schulsystem verbessern und die Anerkennung von Vorerfahrung und akademischer Ausbildung vereinfachen. Gleiches gilt für Vorerfahrungen bspw. in Anglistik. Für Naturkundemuseen als wichtige Anlaufstelle zur Vermittlung naturwissenschaftlichen Wissens wollen wir ein Konzept zur Sicherung von Qualität und Finanzierung erarbeiten.
Digitale Lernmittel, Medienbildung und barrierefreie Systeme werden weiter ausgebaut. Medienbildung erhält in allen Fächern einen festen Stellenwert. Durch die Internationalität digitaler Angebote kann auch hier die Vermittlung von Fremdsprachenkenntnissen mit einbezogen werden.