Landtagswahl 2026

internationale Wettbewerbsfähigkeit

Wie plant Ihre Partei den Zugang zu internationalen Märkten für KMU zu erleichtern?

AfD

Grundsätzlich ergeben sich folgende Stoßrichtungen, die indirekt den Marktzugang erleichtern sollen: Die Reduzierung von Dokumentations-, Melde- und Nachweispflichten – gerade EU-Berichtspflichten (z. B. Lieferkettensorgfaltsgesetz) werden als überproportionale Last für KMU kritisiert, die Exportgeschäfte erschweren. Vonnöten ist zudem eine Steuer- und Abgabenentlastung, um die preisliche Wettbewerbsfähigkeit auf Auslandsmärkten zu verbessern. Gerade für exportorientierte, energieintensive Mittelständler ist der Standortfaktor wettbewerbsfähige Energiepreise von zentraler Bedeutung. Vor Beginn des Ukraine-Konflikts, war Russland einer der bedeutendsten Handelspartner für Sachsen-Anhalt. Das im Jahr 2022 von der EU gegen Russland verhängte Embargo hat dazu geführt, dass der Handel russischer Unternehmen mit Sachsen-Anhalt nahezu zum Stillstand gekommen ist. Nicht nur der Importstopp für kostengünstige Energieprodukte, sondern auch der Rückgang im Export hat die heimische Wirtschaft stark getroffen. Eine AfD-geführte Landesregierung wird sich im Bundesrat für die Aufhebung der Russlandsanktionen und eine Rückkehr zu fairen, berechenbaren Wirtschaftsbeziehungen einsetzen, die dem wirtschaftlichen Vorteil Deutschlands, Russlands und Sachsen-Anhalts dient.

Bündnis 90/Die Grünen

Wir wollen KMU gezielt bei der Internationalisierung unterstützen u.a. durch bessere Beratung, gebündelte Förderangebote, Delegationsreisen, Messeförderung und Programme wie „Partner von morgen“, bei denen internationale Studierende Unternehmen beim Markteintritt unterstützen. Solche Programme wollen wir ausbauen, weil sie Außenwirtschaft, Fachkräftebindung und Weltoffenheit verbinden.

BSW

Kleine und mittlere Unternehmen benötigen verlässliche Unterstützung beim Zugang zu internationalen Märkten. Dazu gehören praxisnahe Außenwirtschaftsberatung, Messeförderung, Exportberatung sowie der Ausbau internationaler Unternehmensnetzwerke. Die IHKs sind dabei wichtige und verlässliche Ansprechpartner für Unternehmen. Gerade kleinere Unternehmen benötigen einfache und schnelle Informationen zu Förderprogrammen, Zollfragen, Lieferketten und internationalen Ausschreibungen. Gleichzeitig müssen bürokratische Anforderungen im Außenhandel reduziert werden.
Darüber hinaus braucht Sachsen-Anhalt aus unserer Sicht eine konsistente Außenhandelsstrategie. Die Arbeit der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH sollte deshalb stärker überprüft und nicht ausschließlich auf Neuansiedlungen ausgerichtet werden. Bestehende Unternehmen im Land müssen stärker bei Internationalisierung, Exportvorhaben und dem Aufbau internationaler Märkte unterstützt werden. Ziel sollte sein, regionale Unternehmen langfristig wettbewerbsfähiger zu machen und die internationale Wertschöpfung aus Sachsen-Anhalt heraus zu stärken.

CDU

Die CDU Sachsen-Anhalt will kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu internationalen Märkten erleichtern, indem Außenwirtschaft stärker als konkreter Service für Betriebe verstanden wird. Dazu gehören praxisnahe Exportberatung, Unterstützung bei Messeauftritten, Unternehmerreisen, internationale Kooperationsbörsen und ein besserer Zugang zu EU-Förder- und Innovationsprogrammen.
Gerade KMU brauchen verlässliche Ansprechpartner und einfache Verfahren. Deshalb wollen wir Kammern, Wirtschaftsförderung, Cluster und Landesvertretungen enger verzahnen, damit Unternehmen schneller passende Kontakte, Fördermöglichkeiten und Marktinformationen erhalten. Außenwirtschaftspolitik soll nicht abstrakt bleiben, sondern Betrieben helfen, neue Kunden, Partner und Lieferketten zu erschließen.
Zugleich setzen wir uns für faire Wettbewerbsbedingungen, weniger Berichtspflichten und den Abbau unnötiger Handelshemmnisse ein. Unser Ziel ist, dass auch kleinere Unternehmen aus Sachsen-Anhalt ihre Produkte, Technologien und Dienstleistungen leichter international vermarkten können.

FDP

Sachsen-Anhalts Mittelstand muss international sichtbarer werden. Viele unserer Unternehmen haben starke Produkte, erreichen aber neue Märkte oft nicht, weil Informationen, Kontakte, Zertifizierungen oder Verfahren zu kompliziert sind. Das wollen wir ändern.
Die FDP will die Außenwirtschaftsförderung zu einem digitalen „Export-Cockpit Sachsen-Anhalt“ weiterentwickeln: mit einem zentralen Zugang zu IHKs, AHKs, IMG, Förderprogrammen, Marktinformationen, Zoll-, Rechts- und Zertifizierungsberatung sowie konkreter Geschäftspartnervermittlung. Unternehmerreisen und Messeauftritte sollen stärker auf messbare Geschäftsanbahnung ausgerichtet werden.
Unser Ziel ist, dass ein Unternehmen aus Sachsen-Anhalt mit wenigen Klicks erkennen kann: Welcher Markt passt zu meinem Produkt, welche Regeln gelten, wer hilft mir vor Ort und welche Kontakte sind relevant? So wird Internationalisierung auch für kleinere Betriebe beherrschbar.
Sachsen-Anhalt soll nicht nur Standort für Ansiedlungen sein, sondern Ausgangspunkt für Mittelstand „made in Sachsen-Anhalt“ auf internationalen Märkten.

Die Linke

KMU scheitern beim internationalen Marktzugang nicht an fehlendem Interesse, sondern an fehlenden Kapazitäten: Exportbürokratie, Rechts- und Zollfragen, fehlende Netzwerke und mangelnde Sprachkompetenz sind für kleine Betriebe echte Hürden die Großunternehmen mit eigenen Exportabteilungen längst überwunden haben. Wir wollen diese strukturelle Benachteiligung durch gebündelte, niedrigschwellige Unterstützungsangebote abbauen – koordiniert zwischen Land, Bund und EU, ohne Doppelstrukturen. Durch die Digitalisierung und Prozessbündelung, erfahren die Unternehmen direkte Entlastung und Unterstützung bei den Bürokratischen Anforderungen.

SPD

Die ersten beiden Fragen zum Thema “internationale Wettbewerbsfähigkeit” werden von der SPD zusammen beantwortet.
Sachsen-Anhalt liegt im Herzen des europäischen Kontinents. Die Handelsbeziehungen zu unseren europäischen Nachbarn sind traditionell besonders eng und auch in internationalen Krisenlagen stabil. Aus diesem Grund wollen wir insbesondere die Kontakte ins europäische Ausland im Bereich Wirtschaft und Tourismus weiter intensivieren. So werden Unterstützungsstrukturen wie das Enterprise Europe Network gestärkt und die aktive Beteiligung des Landes am Netzwerk der Europäischen Chemieregionen gefördert. Den Tourismus nehmen wir durch internationale Vermarktung und Unterstützung bei der Schaffung mehrsprachiger Angebote besonders in den Blick. Wir befürworten darüber hinaus den Beitritt insbesondere der Westbalkan-Staaten zur Europäischen Union.
Im außereuropäischen Handel zeichnen sich tiefe Umwälzungen ab. Kriege und Krisen machen es notwendig, unsere Marktbeziehungen auf viele Säulen zu stellen. Wir unterstützen daher den zügigen Abschluss weiterer EU-Freihandelsabkommen beispielsweise in Südamerika, Indien und Südostasien.
Die Vorteile eines internationalen und weltoffenen Sachsen-Anhalts müssen aber auch in der Bevölkerung stärker vermittelt werden. Nur wenn Interesse für das Ausland geweckt wird, können auch Kontakte dorthin entstehen. Deswegen werden wir zusammen mit den Trägern der Jugendarbeit die Förderbedingungen der Internationalen Jugendarbeit verbessern und neue Formate einführen, damit mehr junge Menschen unabhängig vom Geldbeutel der Eltern am internationalen Austausch teilnehmen können. Landesweite Aktionen zum Europatag am 9. Mai, die Europawochen sowie Projekte von Schulen, Kommunen, Jugendzentren und Partnerschaftsvereinen werden gezielt gefördert. Wir stärken die Zusammenarbeit mit unseren Partnerregionen in Frankreich und Polen und unterstützen die Kommunen bei der Anbahnung und Widerbelebung von Städtepartnerschaften.