Landtagswahl 2026

gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land

Wie plant Ihre Partei eine flächendeckende Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen zu erhalten und zu stärken?

AfD

Ärztemangel ist hauptsächlich die Folge von Überbürokratisierung und fehlender Attraktivität. Um eine flächendeckende Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen zu erhalten und zu stärken sind Ansiedlungsprämien für Ärzte und Fachkräfte ein probates Mittel. Wir werden den Ausbau der Telemedizin, den Abbau von Dokumentationspflichten sowie die Förderung von MVZs und Landarzt-Modellen mit echten Anreizen unterstützen.

Bündnis 90/Die Grünen

Wir wollen die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum mit Vernetzung und neuen Versorgungsmodellen auch langfristig sichern. Dazu gehören die gezielte Förderung von Haus- und Facharztpraxen im ländlichen Raum, kommunale Gesundheitszentren, mobile Angebote sowie stärkere Kooperationen zwischen ambulanten und stationären Einrichtungen. Gleichzeitig wollen wir Telemedizin und digitale Gesundheitsangebote ausbauen, um Versorgung wohnortnah zu ergänzen.

BSW

Das BSW will die medizinische Versorgung im ländlichen Raum als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge sichern. Krankenhäuser, Arztpraxen, Apotheken und Pflegeeinrichtungen dürfen nicht allein nach betriebswirtschaftlichen Kriterien bewertet werden. Die wohnortnahe Versorgung muss erhalten bleiben. Das BSW lehnt deshalb weitere Ausdünnungen der Krankenhauslandschaft ab und fordert stärkere öffentliche Investitionen in Gesundheit und Pflege.
Wichtig sind aus unserer Sicht regionale Versorgungszentren, Telemedizin, mobile medizinische Angebote sowie bessere Anreize für Ärzte und Pflegekräfte im ländlichen Raum. Gleichzeitig müssen mehr Medizinstudienplätze und Ausbildungskapazitäten geschaffen werden, um dem Fachkräftemangel langfristig entgegenzuwirken.
Darüber hinaus braucht es eine bessere Vernetzung von Gesundheitsversorgung, Pflege, Mobilität und Digitalisierung. Gerade ältere Menschen im ländlichen Raum sind auf erreichbare Angebote und funktionierende Infrastruktur angewiesen. Deshalb sehen wir Gesundheitsversorgung, ÖPNV und digitale Infrastruktur als zusammenhängende Aufgabe der Landesentwicklung.

CDU

Die CDU Sachsen-Anhalt will eine flächendeckende Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen durch mehr Fachkräfte, neue Versorgungsformen und digitale Unterstützung sichern. Dazu gehören zusätzliche Studienplätze für Human- und Zahnmedizin sowie Pharmazie, die Stärkung der Apotheke vor Ort und der weitere Ausbau von Förderprogrammen für Praxisgründungen und Praxisübernahmen. Junge Ärztinnen und Ärzte wollen wir frühzeitig durch Netzwerke, Mentoring und praxisnahe Qualifizierung an Sachsen-Anhalt binden.
Krankenhäuser sollen zu starken regionalen Knotenpunkten weiterentwickelt werden, die eng mit ambulanten Angeboten zusammenarbeiten. Medizinische Versorgungszentren, Gesundheitscampus-Modelle und kooperative Praxisformen können gerade im ländlichen Raum helfen, Hausärzte, Fachärzte, Pflege, Therapie und soziale Dienste besser zu vernetzen.
Zusätzlich setzen wir auf Telemedizin, digitale Pflegeanwendungen, vernetzte Dokumentationssysteme, den flächendeckenden Einsatz des Telenotarztes, Gemeindenotfallsanitäter und moderne Leitstellentechnik. So können Wege verkürzt, Fachkräfte besser eingesetzt und Notfallversorgung auch außerhalb der großen Städte verlässlich gesichert werden.

FDP

Eine flächendeckende Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum ist für uns als FDP Sachsen-Anhalt ein zentraler Bestandteil gleichwertiger Lebensverhältnisse. Gerade in strukturschwächeren Regionen braucht es verlässliche medizinische Angebote, damit Menschen wohnortnah versorgt werden können. Deshalb setzen wir uns für eine konsequente Stärkung der ärztlichen Versorgung auf dem Land ein. Ein wichtiger Baustein ist dabei die Landarzt- sowie die Landzahnarztquote, um gezielt Nachwuchsmedizinerinnen und -mediziner für drohend unterversorgte Regionen zu gewinnen.
Darüber hinaus wollen wir neue und flexible Versorgungsformen stärker fördern. Durch ein landesweites Förderprogramm etablieren wir „rollende Arztpraxen“ und spezialisierte Facharzt-Busse in infrastrukturell herausfordernden Regionen. Mobile Gesundheitsangebote können insbesondere in dünn besiedelten Regionen Versorgungslücken schließen und den Zugang zur medizinischen Versorgung erleichtern. So verbinden wir moderne Versorgungskonzepte mit dem Ziel, medizinische Versorgung überall im Land erreichbar zu halten.

Die Linke

Gesundheitsversorgung ist Daseinsvorsorge, ihr Erhalt im ländlichen Raum darf nicht dem Markt überlassen werden. Wo Praxen schließen und Krankenhäuser privatisiert werden, entstehen Versorgungslücken die Menschen gefährden und Standorte unattraktiv machen. Wir setzen auf ein abgestuftes Versorgungssystem: wohnortnahe Primärversorgung durch Gesundheitszentren in kommunaler oder genossenschaftlicher Trägerschaft, Telemedizin als Ergänzung, nicht als Ersatz, und gezielte Ansiedlungsanreize für Ärzt:innen im ländlichen Raum.

SPD

Sachsen-Anhalt steht vor besonderen Herausforderungen. Die Bevölkerung wird älter, Fachkräfte fehlen, Wege sind lang – besonders im ländlichen Raum. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an medizinische Versorgung, Pflege und soziale Dienste.
Ambulante und stationäre Versorgung müssen daher stärker miteinander verzahnt werden. Krankenhäuser, ambulante Versorgung, Rettungsdienste und Pflege sind gemeinsam zu denken. Zur Sicherung der Krankenhausversorgung im ländlichen Raum werden wir uns bei erforderlichen Rekommunalisierungen für finanzielle Unterstützung durch das Land einsetzen.
Die wohnortnahe Geburtshilfe ist ein unverzichtbarer Bestandteil der medizinischen Daseinsvorsorge. Bestehende Geburtsstationen werden gesichert, sofern die medizinische Qualität gewährleistet ist. Hebammengeführte Kreißsäle werden gezielt ausgebaut.
Digitale Instrumente wie Telemedizin, das telemedizinische Netzwerk TeleSAN, das Versorgungssteuerungssystem IVENA, der Telenotarzt und Gemeindenotfallsanitäter müssen die Versorgung ergänzen. Positive Erfahrungen mit telemedizinischen Projekten werden wir nutzen und in der Fläche ausrollen. Dazu gehören auch wohnortnahe Schulungsangebote zur Nutzung digitaler Angebote für Ältere.
Zur Sicherung der medizinischen Fachkräfte setzen wir weiter auf die Schulgeldfreiheit für Gesundheitsberufe und die Zahlung von Ausbildungsvergütungen. Beim ärztlichen Personal setzen wir gemeinsam mit den Universitäten und der ärztlichen Selbstverwaltung Maßnahmen wir die Landarzt-, Amtsarzt- und Landzahnarztquote fort. Studienplätze in Human- und Zahnmedizin wurden erhöht. Wir unterstützen moderne Auswahlverfahren, die dazu beitragen, dass die Abiturnote nicht allein ausschlaggebend für die Studienplatzvergabe ist, sondern auch Berufserfahrung und soziale Kompetenz berücksichtigt werden können.