Landtagswahl 2026

stabiles Innovationsumfeld

Welche konkreten Maßnahmen plant Ihre Partei, um die Innovationskraft und Investitionsbereitschaft des Landes zu stärken? Welche Ziele setzen Sie sich hierbei?

AfD

Nur wenn Unternehmen ausreichend Freiräume für Innovationen, Investitionen und technologische Entwicklung erhalten, kann der wirtschaftliche Wandel erfolgreich gestaltet werden. Statt zusätzlicher Belastungen benötigt die Wirtschaft verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit. Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen sind übermäßig von bürokratischen Regelungen belastet. Auf diese Weise werden Prozesse der Entwicklung und Innovation gestört. Zur Stärkung der Wirtschaft setzt die AfD vor allem auf eine Senkung von Steuern und Abgaben, eine Deregulierung für kleine und mittlere Unternehmen sowie eine Abkehr von der bisherigen Energie- und Klimapolitik. Das Ziel besteht darin, die Rahmenbedingungen für heimische Betriebe zu verbessern, Abwanderung zu verhindern und die Innovationskraft zu erhöhen.

Bündnis 90/Die Grünen

Die ersten beiden Fragen zum Thema “stabiles Innovationsumfeld” werden von Bündnis 90/Die Grünen zusammen beantwortet.
Wir setzen auf ein starkes Innovationsökosystem aus Mittelstand, Hochschulen, Start-ups und Forschung. Daneben wollen wir die Start-up-Unterstützung neu aufsetzen und Förderprogramme für Innovation vereinfachen und eine Prototypenförderung für innovative Technologien ermöglichen.
Besonders wichtig sind für uns Investitionen in Digitalisierung, Energieeffizienz, Kreislaufwirtschaft, klimaneutrale Produktion und innovative Geschäftsmodelle. KMU sollen leichter Zugang zu Förderung, Beratung und Risikokapital bekommen. Fördermittel sollen stärker an Transformation, Innovation und nachhaltige Wertschöpfung gekoppelt werden.

BSW

Wir wollen Innovationsförderung stärker auf die betriebliche Praxis ausrichten. Förderverfahren müssen schneller, einfacher und technologieoffen werden. Besonders wichtig sind verlässliche Investitionsbedingungen, weniger Bürokratie, bessere Kredit- und Förderzugänge für Gründungen sowie eine engere Zusammenarbeit von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen.
Ziel ist, dass mehr Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte und Verfahren überführt werden. Sachsen-Anhalt sollte seine vorhandenen Stärken in Chemie, Maschinenbau, Kreislaufwirtschaft, Wasserstoff, Digitalisierung und industriellen Anwendungen gezielt nutzen.

CDU

Die CDU Sachsen-Anhalt will Innovationskraft und Investitionsbereitschaft stärken, indem wir Unternehmen verlässliche Rahmenbedingungen geben: schnellere Genehmigungen, weniger Bürokratie, bezahlbare Energie, bessere Infrastruktur und eine technologieoffene Wirtschafts- und Förderpolitik. Investitionen entstehen dort, wo Unternehmen Planungssicherheit haben und der Staat nicht bremst, sondern ermöglicht. Deshalb setzen wir auf Genehmigungen aus einer Hand, ein Belastungsmoratorium, den Abbau unnötiger Berichtspflichten sowie vereinfachte Vergabe- und Förderverfahren.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der engeren Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft. Sachsen-Anhalt soll sich zu einem offenen, vernetzten und international wettbewerbsfähigen Innovationssystem entwickeln, das Grundlagenforschung, angewandte Forschung, Lehre, Transfer und Weiterbildung systematisch miteinander verbindet. Ideen sollen schneller in Produkte, Gründungen und Arbeitsplätze überführt werden. Dazu wollen wir die gesamte Innovationskette von der Forschung bis zur wirtschaftlichen Umsetzung stärken, Innovationszentren und Cluster ausbauen, Start-ups und Maker Spaces unterstützen und Hochschulen stärker auf praxisnahe Ausbildung, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Gründung ausrichten.
Konkret wollen wir Investitionen in Zukunftsbranchen wie Chemie, Pharma, Halbleiter- und Batteriechemikalien, Wasserstoff, Speichertechnologien, Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und alternative Kraftstoffe unterstützen. Unsere Wirtschaftsförderung bleibt technologie- und branchenoffen und soll Investitionen, Innovationen, Finanzierungshilfen, Gründungen sowie den Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft stärken.
Unser Ziel ist, Sachsen-Anhalt zu einem der attraktivsten Ansiedlungs-, Innovations- und Investitionsstandorte in Europa zu machen. Neue Ideen sollen schneller zur Anwendung kommen, Unternehmen leichter investieren können und Innovation nicht an Bürokratie, Energiepreisen, langen Verfahren oder fehlendem Transfer zwischen Forschung und Wirtschaft scheitern.

FDP

Wir wollen die Innovationskraft und Investitionsbereitschaft in Sachsen-Anhalt grundsätzlich stärken, indem wir die Rahmenbedingungen für Unternehmen verbessern. Entscheidend ist für uns, dass Investitionen nicht durch staatliche Bevormundung entstehen sondern durch Vertrauen in Unternehmerinnen und Unternehmer, verlässliche Regeln, schnelle Verfahren und wirtschaftliche Freiheit.
Dazu wollen wir Bürokratie abbauen, Genehmigungs- und Planungsverfahren beschleunigen, die Verwaltung digitalisieren und auch teilweise mit KI automatisieren und dabei Investitionen in Infrastruktur, Energieversorgung, Gewerbeflächen und digitale Netze erleichtern. Forschung, Hochschulen und Unternehmen sollen enger zusammenarbeiten, damit Innovationen schneller in marktfähige Produkte, neue Geschäftsmodelle und Arbeitsplätze münden. Auch Gründungen, Unternehmensnachfolgen und private Investitionen wollen wir durch einfachere Verfahren und bessere Finanzierungsbedingungen stärken.
Sachsen-Anhalt soll investitionsfreundlicher, gründungsstärker und innovationsfähiger werden. Wir wollen mehr private Investitionen mobilisieren, mehr Unternehmen im Land halten und ansiedeln, mehr Wertschöpfung ermöglichen und gute, zukunftsfeste Arbeitsplätze schaffen. Dafür setzen wir auf eine Politik, die nicht selbst Unternehmer spielt, sondern Unternehmertum ermöglicht.

Die Linke

Innovationskraft entsteht nicht durch Steuererleichterungen für Einzelunternehmen, sondern durch starke öffentliche Forschungsinfrastruktur, niedrigschwelligen Zugang zu Förderung und einen Technologietransfer, der Wertschöpfung in der Region hält. Sachsen-Anhalt hat mit seinen Hochschulen, Fraunhofer- und Leibniz-Instituten eine exzellente Forschungsbasis – die aber zu selten in regionale Wertschöpfung übersetzt wird. Unser Ziel: Sachsen-Anhalt bis 2030 zu einem der innovativsten Flächenländer Deutschlands entwickeln – gemessen an Transferprojekten zwischen Hochschulen und KMU, Gründungsquoten aus Hochschulen und eingeworbenen Drittmitteln.

SPD

Die ersten drei Fragen zum Thema “stabiles Innovationsumfeld” werden von der SPD zusammen beantwortet.
Sachsen-Anhalt besitzt eine herausragende Wissenschaftslandschaft. Eine anwendungs- und transferorientierte Forschung hilft gerade mittelständischen Unternehmen auf den innovationsorientierten internationalen Märkten. In der Vergangenheit konnten wir die Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft – beispielsweise über Ausgründungen und Cluster – bereits gut vorantreiben. Dies wollen wir fortführen. Programme zur Förderung von Forschung, Innovation, Transfer und wissenschaftlichem Nachwuchs werden fortgeführt und weiterentwickelt. Förderangebote werden wir vereinfachen und besser erreichbar machen – etwa durch einen Gründungsbonus für Start-ups und ein unbürokratisches Programm für Berufserfahrene. Ziel ist es, dass der Transfer „vom Labor aufs Fließband“ zukünftig nicht mehr durch auswärtige Investoren übernommen wird, sondern im Land selbst gelingt.
Die Versorgungskrisen der letzten Jahre haben gezeigt, dass Deutschland sowohl bei der Energieerzeugung als auch bei der Versorgung mit Rohstoffen unabhängiger werden muss. Daher nehmen wir bei der Förderpolitik besonders die Weiterentwicklung der erneuerbaren Energien und Methoden der Kreislaufwirtschaft in den Fokus.