Landtagswahl 2026

leistungsfähiger Arbeitsmarkt

Welche konkreten Fördermaßnahmen will Ihre Partei einsetzen, um die wirtschaftliche Transformation zu begleiten und Arbeitskräfte bestmöglich zu qualifizieren und Unternehmen zu unterstützen?

AfD

Der wirtschaftliche Wandel kann nur erfolgreich gestaltet werden, wenn Unternehmen ausreichend Freiräume für Innovationen, Investitionen und technologische Entwicklung erhalten. Statt zusätzlicher Belastungen braucht die Wirtschaft verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit. Besonderes Augenmerk liegt deshalb auf der Förderung von bedarfsgerechter Digitalisierung, Automatisierung, Robotik und Künstlicher Intelligenz in kleinen und mittleren Unternehmen, zusätzlich muss ein zielgerichteter Bürokratieabbau erfolgen. Technologische Modernisierung soll dazu beitragen, Produktivität zu steigern und Fachkräfteengpässe teilweise auszugleichen. Parallel dazu müssen Qualifizierungsangebote deutlich stärker an den tatsächlichen Bedürfnissen der Wirtschaft ausgerichtet werden. Geplant sind praxisnahe Weiterbildungsprogramme, stärkere Kooperationen zwischen Wirtschaft und Bildungseinrichtungen sowie eine gezielte Förderung technischer, naturwissenschaftlicher und handwerklicher Berufe. Darüber hinaus sollen Investitionen in Sachsen-Anhalt erleichtert werden. Vorgesehen ist insbesondere der Abbau bürokratischer Hürden, schnellere Genehmigungsverfahren sowie die Prüfung regionaler Förderinstrumente für strukturschwache Gebiete. Eine erfolgreiche Transformation gelingt nur dann, wenn Wertschöpfung, Industriearbeitsplätze und mittelständische Strukturen langfristig im Land gehalten werden können.

Bündnis 90/Die Grünen

Wir wollen Unternehmen gezielt bei Digitalisierung, klimaneutraler Transformation und Weiterbildung unterstützen. Förderprogramme sollen einfacher, gebündelter und stärker auf Zukunftsinvestitionen ausgerichtet werden. Gleichzeitig wollen wir Weiterbildung und Qualifizierung in Mangelberufen stärken und Beschäftigte aktiv beim Wandel begleiten.

BSW

Die wirtschaftliche Transformation betrifft aus unserer Sicht vor allem die Fachkräftesicherung, den demografischen Wandel und die veränderten Anforderungen an Qualifikation und Arbeitswelt. Unternehmen benötigen deshalb verlässliche Unterstützung bei Weiterbildung, Qualifizierung und Personalentwicklung. Förderprogramme sollten einfacher, schneller und praxisnäher ausgestaltet werden.
Wichtig sind insbesondere berufsbegleitende Qualifizierungsangebote, Weiterbildungen für digitale Kompetenzen sowie niedrigschwellige Angebote für kleine und mittlere Unternehmen. Gleichzeitig sollten Umschulungen, Nachqualifizierungen und die Anerkennung beruflicher Kompetenzen stärker unterstützt werden.
Darüber hinaus braucht es eine engere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Hochschulen, Berufsschulen, Kammern und Arbeitsagenturen, damit Qualifizierungsangebote stärker an den tatsächlichen Bedarfen der Wirtschaft in Sachsen-Anhalt ausgerichtet werden.

CDU

Die CDU Sachsen-Anhalt will die wirtschaftliche Transformation mit einem Dreiklang aus Investitionsförderung, Innovationsförderung und Qualifizierung begleiten. Unternehmen sollen bei Modernisierung, Erweiterung, Digitalisierung und technologischer Erneuerung gezielt unterstützt werden. Ein zentrales Instrument bleibt dabei die GRW-Förderung, mit der Investitionen in Betriebsstätten, Maschinen und Infrastruktur unterstützt, bestehende Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen werden. Ergänzend setzen wir auf Finanzierungshilfen, Innovationsförderung und den stärkeren Wissenstransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft.
Für die Beschäftigten wollen wir berufliches Auf- und Umsteigen erleichtern. Dazu gehören anerkannte Qualifizierungsmodule, Weiterbildung, Quereinstiege und bessere Übergänge zwischen Berufen. Gerade im Wandel durch Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Industrie 4.0 müssen Beschäftigte schneller neue Kompetenzen erwerben können, während Unternehmen passgenaue Fachkräfte gewinnen. Meisterabschlüsse, Fachkräfteprogramme und die Aufwertung der beruflichen Bildung sind dafür zentrale Bausteine.
Besonders wichtig ist uns, Transformation technologieoffen zu gestalten. Wir wollen Forschung und Anwendung etwa bei Wasserstoff, Speichertechnologien, Kreislaufwirtschaft, alternativen Kraftstoffen und industrieller Digitalisierung fördern. Ziel ist, Unternehmen nicht mit zusätzlichen Vorgaben zu überfordern, sondern sie durch Förderung, weniger Bürokratie, bezahlbare Energie und verlässliche Rahmenbedingungen investitionsfähig zu halten.

FDP

Die FDP will wirtschaftliche Transformation so gestalten, dass sie in den Unternehmen praktisch funktioniert. Entscheidend sind verlässliche Rahmenbedingungen: schnellere Genehmigungen, weniger Bürokratie, Technologieoffenheit und steuerliche Anreize für Investitionen in Digitalisierung, Energieeffizienz, KI und moderne Produktionsprozesse.
Bei der Qualifizierung setzen wir auf passgenaue Weiterbildung statt pauschaler Vorgaben. Angebote müssen digital, modular und berufsbegleitend sein und gemeinsam mit Betrieben, Kammern, Berufsschulen und Hochschulen entwickelt werden. So entstehen genau die Kompetenzen, die Unternehmen im Wandel tatsächlich brauchen.
Unser Anspruch ist klar, Transformation gelingt nicht durch staatliche Lenkung, sondern durch unternehmerische Freiheit, Innovation und gut qualifizierte Fachkräfte.

Die Linke

Transformation gelingt nur, wenn niemand zurückgelassen wird – weder Beschäftigte noch Betriebe, die Qualifizierung alleine nicht stemmen können. Förderung wird bedarfsgerecht eingesetzt: als Investitionskredit, Qualifizierungsprogramm oder strukturelle Begleitung durch Überleitungsgesellschaften. Das Modell der MiBrag-Überleitungsgesellschaft im Mitteldeutschen Revier zeigt, wie es geht: Beschäftigte werden in neue Berufsfelder überführt – mit Zeit, Qualifizierung und Einkommenssicherheit. Dieses Modell übertragen wir auf andere Branchen im Strukturwandel und machen es für KMU zugänglich.

SPD

Die drei Fragen zum Arbeitsmarkt werden von der SPD zusammen beantwortet.
Um regional passgenaue Angebote der Beschäftigungs- und Qualifizierungspolitik vorzuhalten, setzen wir weiter auf eine regionalisierte Arbeitsmarktpolitik und den Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds.
Bei der Einstellung von Mitarbeitern insbesondere aus dem Nicht-EU-Ausland stehen Unternehmen immer noch vor zu großen Hürden. Wir wollen daher die Abläufe von der Anwerbung bis zur Arbeitsaufnahme deutlich bürokratieärmer ausgestalten. Wir werden das Welcome Center zu einer Agentur zur Gewinnung und Integration für ausländische Fachkräfte weiterentwickeln. Interkulturelle Kompetenzen in Verwaltung, Bildungseinrichtungen und Betrieben werden gestärkt. Die Ausländerbehörden sollen neben der rechtssicheren Umsetzung des Aufenthaltsrechts vermehrt Beratungsfunktionen wahrnehmen. Frühzeitig verfügbare Sprachlernangebote werden mit zusätzlichen landeseigenen Programmen ermöglicht. Da Arbeit ein wichtiger Schlüssel zur Integration ist, lehnen wir Arbeitsverbote für Asylbewerber ab.
Qualifizierte Fachkräfte, deren bisherige Tätigkeiten durch Strukturwandelprozesse gefährdet sind, wollen wir durch Investitionen in Umschulungen und Weiterbildungsmaßnahmen unterstützen und im Land halten. Weiterbildung gewinnt angesichts von Digitalisierung, technologischem Wandel und neuen Arbeitsformen weiter an Bedeutung. Die Förderung individueller und betrieblicher Weiterbildung wird fortgesetzt. Den Weiterbildungsagenturen sowie der Landesinitiative „Fachkraft im Fokus“ kommt dabei eine zentrale Rolle zu; ihre Arbeit wird verstetigt.
Zu viele potentiell für den allgemeinen Arbeitsmarkt geeignete Menschen arbeiten zudem in Behindertenwerkstätten. Übergänge auf den ersten Arbeitsmarkt sollen daher rechtlich und organisatorisch erleichtert und assistiert werden.
Alle der genannten Maßnahmen sollen spätestens bis zum Ende der 9. Legislatur umgesetzt sein.