Landtagswahl 2026
leistungsfähiger Arbeitsmarkt
Welche konkreten Maßnahmen plant Ihre Partei, um Sachsen-Anhalt als attraktiven Standort für internationale Fachkräfte zu stärken und eine Willkommenskultur zu fördern? Bis wann sollen diese umgesetzt werden?
AfD
Die Attraktivität eines Standortes entscheidet sich vor allem durch seine wirtschaftlichen, sozialen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen. Fachkräfte unabhängig davon, ob sie aus dem In- oder Ausland stammen, erwarten sichere Arbeitsplätze, bezahlbaren Wohnraum, funktionierende Infrastruktur, gute Bildungseinrichtungen sowie ein sicheres gesellschaftliches Umfeld. Vorgesehen ist daher insbesondere eine Verbesserung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Sachsen-Anhalts. Hierzu gehören die Senkung der Energiepreise, der konsequente Bürokratieabbau, beschleunigte Genehmigungsverfahren, Investitionen in Verkehrswege sowie die Stärkung digitaler Infrastruktur. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf familienfreundlichen Lebensbedingungen. Gute Kinderbetreuung, verlässliche Schulstrukturen sowie wohnortnahe medizinische Versorgung sind entscheidende Faktoren für die Bindung von Fachkräften und Familien. Darüber hinaus sollen gezielt Rückkehrerprogramme für ehemalige Sachsen-Anhalter entwickelt werden. Viele Fachkräfte, die in andere Bundesländer oder ins Ausland abgewandert sind, könnten durch attraktive Rahmenbedingungen zur Rückkehr bewegt werden. Denkbar sind hierbei Unterstützungsangebote bei Wohnungssuche, Kinderbetreuung oder beruflicher Neuansiedlung. Die Umsetzung wesentlicher Maßnahmen soll unmittelbar nach Regierungsübernahme beginnen. Priorität besitzen insbesondere Bürokratieabbau, Investitionsanreize, die Stärkung der beruflichen Bildung sowie die Entlastung von Unternehmen bei Energie- und Standortkosten.
Bündnis 90/Die Grünen
Sachsen-Anhalt braucht eine echte Willkommenskultur mit zentralen Anlaufstellen, schnelleren Verfahren und mehrsprachigen Informationsangeboten. Gleichzeitig stärken wir Lebensqualität durch gute Kitas, Schulen, Mobilität und bezahlbaren Wohnraum. Ziel ist ein offenes, modernes und international sichtbares Sachsen-Anhalt.
Das Programm „Partner von morgen“ soll ausgebaut werden. Es unterstützt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Sachsen-Anhalt dabei, ihr internationales Geschäft gemeinsam mit internationalen Studierenden weiterzuentwickeln. Kern des Programms ist ein Praktikum mit klar definierten Aufgaben im Zusammenhang mit den außenwirtschaftlichen Plänen des Unternehmens. Das Programm stärkt Internationalisierung, Weltoffenheit, Integration und Fachkräftebindung. Da die Nachfrage bereits heute sehr hoch ist, ist das bestehende Angebot überzeichnet und sollte erweitert werden.
Das Programm „Partner von morgen“ soll ausgebaut werden. Es unterstützt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Sachsen-Anhalt dabei, ihr internationales Geschäft gemeinsam mit internationalen Studierenden weiterzuentwickeln. Kern des Programms ist ein Praktikum mit klar definierten Aufgaben im Zusammenhang mit den außenwirtschaftlichen Plänen des Unternehmens. Das Programm stärkt Internationalisierung, Weltoffenheit, Integration und Fachkräftebindung. Da die Nachfrage bereits heute sehr hoch ist, ist das bestehende Angebot überzeichnet und sollte erweitert werden.
BSW
Internationale Fachkräfte benötigen verlässliche und unbürokratische Strukturen. Dazu gehören englischsprachige Formulare und Beratungsangebote in Behörden, digitale Verwaltungsverfahren sowie zentrale Ansprechpartner für Unternehmen und Fachkräfte. Gleichzeitig sollten Sprachförderangebote im In- und Ausland ausgebaut werden, da Sprachkenntnisse entscheidend für Arbeitsmarktintegration und gesellschaftliche Teilhabe sind.
Darüber hinaus braucht es eine stärkere Vernetzung von Unternehmen, Kommunen, Kammern und Hochschulen, um internationale Fachkräfte langfristig in Sachsen-Anhalt zu halten. Bestehende Unterstützungsangebote zur Integration und Anerkennung ausländischer Abschlüsse sollten konsequent weiterentwickelt werden.
Darüber hinaus braucht es eine stärkere Vernetzung von Unternehmen, Kommunen, Kammern und Hochschulen, um internationale Fachkräfte langfristig in Sachsen-Anhalt zu halten. Bestehende Unterstützungsangebote zur Integration und Anerkennung ausländischer Abschlüsse sollten konsequent weiterentwickelt werden.
CDU
Die CDU Sachsen-Anhalt will internationale Fachkräfte gezielt dort gewinnen, wo Betriebe, Handwerk, Industrie, Gesundheitswesen und Forschung sie brauchen. Dazu setzen wir auf eine aktive Werbung mit den Standortvorteilen unseres Landes, auf unbürokratischere und klar geregelte qualifizierte Zuwanderung sowie auf engere Zusammenarbeit mit Unternehmen, Kammern, Hochschulen und Kommunen. Das Regierungsprogramm benennt ausdrücklich neue Wege der internationalen Fachkräftegewinnung und die aktive Bewerbung der Standortvorteile Sachsen-Anhalts.
Konkret wollen wir Anerkennungsverfahren beschleunigen, Ausländerbehörden stärker als serviceorientierte Ermöglicher aufstellen, digitale Verfahren ausbauen und Unternehmen bei Anwerbung, Integration und Bindung ausländischer Fachkräfte besser begleiten. Dazu gehören auch Sprachförderung, Unterstützung bei Wohnen, Kita, Schule und Familienintegration sowie regionale Willkommensstrukturen gemeinsam mit IHK, Handwerk, Arbeitgebern und Kommunen.
Willkommenskultur heißt für uns: Wer sich integriert, arbeitet, seinen Lebensunterhalt selbst bestreitet und unsere Werte teilt, ist willkommen. Ausländerfeindlichkeit, Hass und pauschale Verdächtigungen lehnen wir entschieden ab. Zugleich muss Zuwanderung geordnet, arbeitsmarktorientiert und integrationsfähig erfolgen.
Mit der Umsetzung wollen wir im ersten Jahr der neuen Legislaturperiode beginnen, insbesondere bei Verfahrensbeschleunigung, digitaler Antragstellung und besseren Lotsenstrukturen für Unternehmen. Bis 2030 soll Sachsen-Anhalt deutlich sichtbarer als attraktiver Lebens- und Arbeitsort für Fachkräfte positioniert sein.
Konkret wollen wir Anerkennungsverfahren beschleunigen, Ausländerbehörden stärker als serviceorientierte Ermöglicher aufstellen, digitale Verfahren ausbauen und Unternehmen bei Anwerbung, Integration und Bindung ausländischer Fachkräfte besser begleiten. Dazu gehören auch Sprachförderung, Unterstützung bei Wohnen, Kita, Schule und Familienintegration sowie regionale Willkommensstrukturen gemeinsam mit IHK, Handwerk, Arbeitgebern und Kommunen.
Willkommenskultur heißt für uns: Wer sich integriert, arbeitet, seinen Lebensunterhalt selbst bestreitet und unsere Werte teilt, ist willkommen. Ausländerfeindlichkeit, Hass und pauschale Verdächtigungen lehnen wir entschieden ab. Zugleich muss Zuwanderung geordnet, arbeitsmarktorientiert und integrationsfähig erfolgen.
Mit der Umsetzung wollen wir im ersten Jahr der neuen Legislaturperiode beginnen, insbesondere bei Verfahrensbeschleunigung, digitaler Antragstellung und besseren Lotsenstrukturen für Unternehmen. Bis 2030 soll Sachsen-Anhalt deutlich sichtbarer als attraktiver Lebens- und Arbeitsort für Fachkräfte positioniert sein.
FDP
Die FDP will Sachsen-Anhalt als modernen Talentstandort positionieren; mit digitalem Standortmarketing, internationalen Recruiting-Partnerschaften und einem zentralen Fachkräfteportal für Jobs, Anerkennung, Sprache, Wohnen und Familie.
Kernstück soll ein „Fast-Track Sachsen-Anhalt“ für Engpassberufe sein. Ein digitaler Prozess mit festen Ansprechpartnern, klaren Fristen und gebündelter Begleitung von Anerkennung bis Arbeitsaufnahme. Statt neuer Bürokratie setzen wir auf Talent-Lotsen als serviceorientierte Ansprechpartner für Fachkräfte, Familien und Unternehmen. Der Start wird zu Beginn der Wahlperiode erfolgen; Portal, Talent-Lotsen und das Pilotprojekt Fast-Track sollen kurzfristig aufgebaut und anschließend landesweit ausgerollt werden.
Kernstück soll ein „Fast-Track Sachsen-Anhalt“ für Engpassberufe sein. Ein digitaler Prozess mit festen Ansprechpartnern, klaren Fristen und gebündelter Begleitung von Anerkennung bis Arbeitsaufnahme. Statt neuer Bürokratie setzen wir auf Talent-Lotsen als serviceorientierte Ansprechpartner für Fachkräfte, Familien und Unternehmen. Der Start wird zu Beginn der Wahlperiode erfolgen; Portal, Talent-Lotsen und das Pilotprojekt Fast-Track sollen kurzfristig aufgebaut und anschließend landesweit ausgerollt werden.
Die Linke
Sachsen-Anhalt wird als Arbeitsort gewählt, wenn drei Dinge stimmen: faire Arbeitsbedingungen, bezahlbares Leben und das Gefühl, willkommen zu sein – nicht trotz Herkunft, sondern mit ihr. Die Bausteine dafür haben wir bereits benannt: beschleunigte Anerkennungsverfahren, effizient aufgestellte Zuwanderungsbehörden, Sprachförderung ab Ankunft und der Schutz vor Ausbeutung durch Leiharbeit. Willkommenskultur ist dabei kein weiches Thema, sondern harter Standortfaktor – wer Diskriminierung erlebt oder jahrelang auf Rechtssicherheit wartet, geht und empfiehlt Sachsen-Anhalt nicht weiter. Bis 2028 wollen wir diese Infrastruktur flächendeckend etabliert haben.
SPD
Die drei Fragen zum Arbeitsmarkt werden von der SPD zusammen beantwortet.
Um regional passgenaue Angebote der Beschäftigungs- und Qualifizierungspolitik vorzuhalten, setzen wir weiter auf eine regionalisierte Arbeitsmarktpolitik und den Einsatz von Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds.
Bei der Einstellung von Mitarbeitern insbesondere aus dem Nicht-EU-Ausland stehen Unternehmen immer noch vor zu großen Hürden. Wir wollen daher die Abläufe von der Anwerbung bis zur Arbeitsaufnahme deutlich bürokratieärmer ausgestalten. Wir werden das Welcome Center zu einer Agentur zur Gewinnung und Integration für ausländische Fachkräfte weiterentwickeln. Interkulturelle Kompetenzen in Verwaltung, Bildungseinrichtungen und Betrieben werden gestärkt. Die Ausländerbehörden sollen neben der rechtssicheren Umsetzung des Aufenthaltsrechts vermehrt Beratungsfunktionen wahrnehmen. Frühzeitig verfügbare Sprachlernangebote werden mit zusätzlichen landeseigenen Programmen ermöglicht. Da Arbeit ein wichtiger Schlüssel zur Integration ist, lehnen wir Arbeitsverbote für Asylbewerber ab.
Qualifizierte Fachkräfte, deren bisherige Tätigkeiten durch Strukturwandelprozesse gefährdet sind, wollen wir durch Investitionen in Umschulungen und Weiterbildungsmaßnahmen unterstützen und im Land halten. Weiterbildung gewinnt angesichts von Digitalisierung, technologischem Wandel und neuen Arbeitsformen weiter an Bedeutung. Die Förderung individueller und betrieblicher Weiterbildung wird fortgesetzt. Den Weiterbildungsagenturen sowie der Landesinitiative „Fachkraft im Fokus“ kommt dabei eine zentrale Rolle zu; ihre Arbeit wird verstetigt.
Zu viele potentiell für den allgemeinen Arbeitsmarkt geeignete Menschen arbeiten zudem in Behindertenwerkstätten. Übergänge auf den ersten Arbeitsmarkt sollen daher rechtlich und organisatorisch erleichtert und assistiert werden.
Alle der genannten Maßnahmen sollen spätestens bis zum Ende der 9. Legislatur umgesetzt sein.
Bei der Einstellung von Mitarbeitern insbesondere aus dem Nicht-EU-Ausland stehen Unternehmen immer noch vor zu großen Hürden. Wir wollen daher die Abläufe von der Anwerbung bis zur Arbeitsaufnahme deutlich bürokratieärmer ausgestalten. Wir werden das Welcome Center zu einer Agentur zur Gewinnung und Integration für ausländische Fachkräfte weiterentwickeln. Interkulturelle Kompetenzen in Verwaltung, Bildungseinrichtungen und Betrieben werden gestärkt. Die Ausländerbehörden sollen neben der rechtssicheren Umsetzung des Aufenthaltsrechts vermehrt Beratungsfunktionen wahrnehmen. Frühzeitig verfügbare Sprachlernangebote werden mit zusätzlichen landeseigenen Programmen ermöglicht. Da Arbeit ein wichtiger Schlüssel zur Integration ist, lehnen wir Arbeitsverbote für Asylbewerber ab.
Qualifizierte Fachkräfte, deren bisherige Tätigkeiten durch Strukturwandelprozesse gefährdet sind, wollen wir durch Investitionen in Umschulungen und Weiterbildungsmaßnahmen unterstützen und im Land halten. Weiterbildung gewinnt angesichts von Digitalisierung, technologischem Wandel und neuen Arbeitsformen weiter an Bedeutung. Die Förderung individueller und betrieblicher Weiterbildung wird fortgesetzt. Den Weiterbildungsagenturen sowie der Landesinitiative „Fachkraft im Fokus“ kommt dabei eine zentrale Rolle zu; ihre Arbeit wird verstetigt.
Zu viele potentiell für den allgemeinen Arbeitsmarkt geeignete Menschen arbeiten zudem in Behindertenwerkstätten. Übergänge auf den ersten Arbeitsmarkt sollen daher rechtlich und organisatorisch erleichtert und assistiert werden.
Alle der genannten Maßnahmen sollen spätestens bis zum Ende der 9. Legislatur umgesetzt sein.