Jahresbericht 2025

Konjunktur

Die wirtschaftliche Lage im Kammerbezirk der IHK Magdeburg zeigte sich in den ersten drei Quartalen des Jahres 2025 erneut uneinheitlich. Der Verlauf ähnelte dabei den Vorjahren: Ein verhaltener Optimismus zu Jahresbeginn wich im weiteren Jahresverlauf einer zunehmenden Ernüchterung.
Zu Beginn des Jahres war ein leichter konjunktureller Aufschwung zu beobachten, der bis zur Jahresmitte anhielt. Der IHK-Geschäftsklimaindikator, der sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen der Unternehmen gleichermaßen berücksichtigt (Wert zwischen 0 und 200 Punkten), stieg bis auf 92,2 Punkte an. Dies markierte den Höchstwert auf 3-Jahres-Sicht. Im dritten Quartal folgte jedoch abermals eine Eintrübung der Stimmungswerte – der Indikator betrug am aktuellen Rand 78,3 Punkte.
Dieses „Zickzack-Muster“ des Geschäftsklimaindikators ist nun bereits seit einigen Jahren zu beobachten. Und auch bei der getrennten Betrachtung von Geschäftslage und Geschäftserwartungen lassen sich diese Schwankungen feststellen. Bei der Geschäftslage wurden im ersten und dritten Quartal 2025 jeweils neue Tiefstwerte auf Sicht von zehn Jahren erreicht, lediglich unterbrochen durch eine kurzfristige Aufhellung im zweiten Quartal. Insgesamt zeichnet sich hier ein allmählicher Abwärtstrend ab. Die Geschäftserwartungen unterliegen hingegen deutlich größeren Ausschlägen mit unklarer Tendenz, da die Unsicherheit in der Wirtschaft nach wie vor hoch ist. So erreichten sie zur Jahresmitte einen Höchststand auf 3-Jahres-Sicht. Diese Aufhellung ließ sich als Vertrauensvorschuss gegenüber der neuen Bundesregierung interpretieren – verbunden mit der Hoffnung auf wirtschaftspolitische Impulse. Da viele der erhofften Reformen jedoch ausgeblieben sind, fielen die Geschäftserwartungen am aktuellen Rand wieder pessimistischer aus.
Mit Blick auf die einzelnen Branchen zeigten sich Industrie und Baugewerbe zunächst dynamischer als andere Bereiche. Beide profitierten bis zur Jahresmitte von steigenden Auftragseingängen, was sich positiv auf die Einschätzungen auswirkte. Im weiteren Jahresverlauf kehrte sich dieses Bild jedoch um. Handel, Gastgewerbe und Verkehrsgewerbe waren durchweg von Pessimismus geprägt – hohe Kosten und schwache Nachfrage belasteten die Branchen erheblich. Das Dienstleistungsgewerbe hingegen blieb insgesamt eher optimistisch.
Die von den Unternehmen am häufigsten genannten Risiken spiegeln die Herausforderungen wider, mit denen die Wirtschaft auch 2025 konfrontiert waren. Neben den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sind es vor allem hohe Arbeits- und Energiekosten, die die Betriebe belasten. Hinzu kommen Nachfrageprobleme und der anhaltende Fachkräftemangel.
Die Zahlen des Statistischen Landesamts bestätigen das Bild einer angeschlagenen Wirtschaft. Im ersten Halbjahr 2025 sank das BIP in Sachsen-Anhalt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,3 Prozent. Sollte sich dieser Trend im zweiten Halbjahr fortsetzen, steuert die hiesige Wirtschaft auf das vierte Rezessionsjahr in Folge zu. Besonders die Industrie, deren Umsätze rückläufig sind, trägt maßgeblich zu dieser Entwicklung bei.