Jahresbericht 2025

International

Das Jahr 2025 war außenwirtschaftlich geprägt von geopolitischen Konflikten, verschärften Handelsstreitigkeiten und zunehmenden Regulierungen. Unternehmen zwischen Altmark und Harz standen vor vielfältigen Herausforderungen. Militärische Auseinandersetzungen in der Ukraine und im Nahen Osten, handelspolitische Spannungen zwischen den USA, der EU und China sowie instabile Märkte erschwerten das Auslandsgeschäft erheblich.

Die IHK Magdeburg begleitete ihre Unternehmen mit praxisnaher Beratung, fundierten Informationen und internationaler Vernetzung. Der Außenwirtschaftsausschuss wirkte als strategisches Forum und vertrat regionale Interessen gegenüber Politik auf nationaler wie internationaler Ebene.

Geopolitisches Kräftemessen und ausufernde Regulierungen

Das Auslandsgeschäft war stark von handelspolitischer Unsicherheit geprägt. Neue Exportauflagen, verschärfte Berichtspflichten und ausufernde EU-Regularien führten zu erheblichen Belastungen.
Die IHK Magdeburg reagierte mit zielgerichteten Informationsangeboten und Austauschformaten, etwa zum Handel mit den USA und China. Online-Plattformen, Fachgespräche und Umfragen ermöglichten praxisnahe Rückmeldungen an die Politik. Besonders die chinesische Exportkontrolle führte zu Lieferengpässen. Durch IHK-Vermittlung konnten verschiedene Lösungen gefunden und Lieferketten stabilisiert werden.

Beharrlicher Einsatz auf internationaler Ebene

Die IHK Magdeburg platzierte die Interessen der regionalen Wirtschaft auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene über die Deutsche Industrie- und Handelskammer, die Auslandshandelskammern (AHKs) und zahlreiche Fachgremien. Ziel war, internationale Märkte offenzuhalten, Kooperationen zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft zu sichern.
Zentrale Themen waren zudem die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), der CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) und anstehende Zollreformen.
Darüber hat die IHK in internationalen Foren regionale Impulse in globale Handlungsempfehlungen zu Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Handelspolitik eingebracht, u. a. im Business 20-Prozess (B20), der offiziellen Wirtschaftsbeteiligung der G20 sowie in der International Chamber of Commerce (ICC Germany).

Diplomatie trifft Wirtschaft

In einer von geopolitischer Unsicherheit geprägten Welt war Diplomatie im Dienst der Wirtschaft wichtiger denn je. Die IHK Magdeburg verstand sich als aktive Brückenbauerin zwischen Unternehmen, Politik und internationalen Partnern.
Durch intensive Kontakte zu Botschaften, internationalen Institutionen und ausländischen Handelskammern gelang es, bestehende Beziehungen zu vertiefen und neue Kooperationen anzustoßen. In einer Krisenzeit übernahm die IHK Magdeburg und ihr Außenwirtschaftsausschuss eine verbindende Funktion zwischen diplomatischer Ebene und Unternehmenspraxis.
Sie empfing sechs Botschafter und sieben hochrangige Delegationen aus Europa, Asien, Afrika und Südamerika. Themen der Gespräche waren der Ausbau bilateraler Wirtschaftsbeziehungen, gemeinsame Kooperationsprojekte und die Diversifizierung von Lieferketten.
Ein Beispiel für einen erfolgreichen Dialog war der Besuch von S. E. Nurlan Onzhanov, Botschafter der Republik Kasachstan. Er betonte das Potenzial seines Landes als rohstoffreiches Bindeglied zwischen Europa und Asien. Gemeinsam mit Honorarkonsul Felix von Limburg wurden konkrete Kooperationen vereinbart.
Der Besuch von S. E. Dr. Mohamed Abd El-Sattar Elbadri, Botschafter der Arabischen Republik Ägypten, setzte ein starkes Signal. IHK-Vizepräsident Dr. Carsten Transfeld und Hauptgeschäftsführer André Rummel werteten aktuelle Kooperationen in der Ernährungswirtschaft aus.
Das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderte Projekt „Smart Agri in Egypt“ wurde erfolgreich abgeschlossen. Das Ziel, die ägyptische Agrar- und Ernährungswirtschaft zu modernisieren wurde erreicht und für IHK-Unternehmen neue Zugänge zum afrikanischen Markt geschaffen.

Strategische Diversifizierung

Angesichts handelspolitischer Spannungen suchen viele Unternehmen alternative Beschaffungs- und Absatzmärkte. Die IHK Magdeburg unterstützte sie dabei. Vizepräsidentin Bianca Zorn führte im Oktober 2025 eine Wirtschaftsdelegation in die Mercosur-Staaten Argentinien und Uruguay. Hauptgeschäftsführer André Rummel reiste mit Wirtschaftsvertretern nach Vietnam. Im Fokus standen die Stärkung bilateraler Wirtschaftsbeziehungen, die Gewinnung ausländische Fachkräfte und die Anbahnung neuer Kooperationen.

Digitalisierung erfolgreich umgesetzt

Die Einführung des volldigitalen Ursprungszeugnisses (dUZ) setzte einen neuen Meilenstein in der Digitalisierung von Außenwirtschaftsprozessen durch die unmittelbare Verfügbarkeit des Ursprungszeugnisses als digitale Urkunde sofort nach Ausstellung.
Die Weichen für die vollständige Digitalisierung des Zollpassierscheinhefts Carnet wurden ebenfalls gestellt.
Diese Projekte gehören zur Digitalstrategie der IHK Magdeburg. Unternehmen schätzen die schlankeren Prozesse bei der Exportabwicklung, die Nachhaltigkeit und Transparenz durch eine rechtskonforme digitale Lösung im internationalen Handel.

IHK-Vizepräsidentin Bianca Zorn zieht Bilanz

„2025 zeigte sich, wie stark globale Krisen regionale Unternehmen beeinflussen. Die IHK Magdeburg stand ihnen mit Beratung, Vernetzung und politischer Interessenvertretung als verlässlicher Partner zur Seite. Durch ihr Engagement in nationalen und internationalen Gremien, gezielte Außenwirtschaftsförderung und die erfolgreiche Digitalisierung ihrer Services stärkte sie die Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft.“

Bianca Zorn, Geschäftsführerin der Zorn Instruments GmbH & Co. KG, Vizepräsidentin der IHK Magdeburg und Vorsitzende des IHK-Außenwirtschaftsausschuss
Die enge Kooperation mit Unternehmen, Politik und internationalen Partnern bleibt auch 2026 der Schlüssel, um den Wirtschaftsstandort Magdeburg im globalen Umfeld zukunftsfähig aufzustellen.