Wir Unternehmen erfolgreich
Radwerk Wernigerode
Zehn Mountainbikes, zehn Tage zum Renovieren, ein Kredit und ganz viel Fahrrad-Liebe: Auf diesem Fundament gründeten Matthias Hirsch und Jörg Mänz 2016 ihr »Radwerk« in Wernigerode. Das klingt nach einer Wette, aber es war die logische Konsequenz zweier Männer, die endlich nach eigenen Regeln spielen wollten.
Matthias Hirsch & Jörg Mänz, Radwerk Wernigerode
Als das »Radwerk« im September 2016 in Wernigerode eröffnete, standen gerade mal zehn Mountainbikes im Laden. Heute reichen der Verkaufsraum und drei zusätzliche Lager kaum aus, um das Sortiment zu fassen. »Es hat offen bar funktioniert«, sagt Matthias Hirsch, der das Geschäft gemeinsam mit Jörg Mänz führt. »Wir waren anfangs etwas blauäugig, aber wir wussten, was wir handwerklich können.«
Ehe sie Geschäftspartner wurden, waren sie Kollegen – beide fahrradsüchtig. Sie arbeiteten als Angestellte eines Fahrradladens. Als der da malige Betreiber sich entschied, den Standort in der Wernigeröder Innenstadt aufzugeben, nutzten sie die Chance, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Dass zu dieser Zeit bereits drei Fahrradläden in der überschaubaren Kleinstadt existierten, hielt sie nicht ab. »Die Hoffnung, uns nicht mehr unterordnen zu müssen, sondern nach eigenen Vorstellungen handeln zu können, machte die Entscheidung leicht«, erinnert sich Jörg Mänz.
Der Start war eng getaktet und ziemlich im provisiert: Nur zehn Tage blieben nach Ende des Angestelltendaseins für Renovierung und Geschäftseröffnung. »Heute würde ich sagen, das ist unmöglich«, sagt Matthias Hirsch. Doch von Anfang an lief – beziehungsweise rollte – es im »Radwerk«. Ein befreundeter Steuerberater nahm die Gründer unter seine Fittiche, die Sparkasse gewährte einen Kredit, und der renommierte Hersteller Trek/Diamant wurde zum ersten festen Partner. »In der Werkstatt hatten wir das Glück, dass wir einen Mitarbeiter übernehmen konnten, der handwerklich ein Universalgenie ist.«
Von Beginn an war die Philosophie jene, die das Geschäft auch heute noch trägt: Verkaufe nicht um des Verkaufens willen, sondern berate so, dass es wirklich passt. »Unser Anspruch ist es, dass der Kunde zufrieden raus geht. In einer Kleinstadt geht das gar nicht anders. Hier kann dir ein schlechter Ruf viel schneller das Genick brechen als in der Großstadt, wo immer neue Leute in den Laden stolpern«, sagt Matthias Hirsch.
Dass das »Radwerk« sich in einem zunehmend umkämpften Markt behauptet, hat aus Sicht der Gründer mit der Kombination aus mehreren Stärken zu tun. »Wir stehen hinter den Marken, die wir vertreiben, und haben Mitarbeiter in der Werkstatt, die auch technisch knifflige Probleme lösen.« Mindestens genauso wichtig seien aber die Gespräche mit den Kunden. »Das ist das, was ein Onlineshop niemals bieten kann, und es ist der Hauptgrund dafür, dass mir die Arbeit jeden Tag wieder Spaß macht«, sagt Matthias Hirsch.