Ergebnisse IHK-Konjunkturumfrage 1. Quartal 2026

Trendwende nicht in Sicht

Die wirtschaftliche Lage der Unternehmen zwischen Altmark und Harz hat sich wieder etwas verbessert. Der Geschäftsklimaindex steigt um 10,4 Zähler auf 84,6 Punkte. Insgesamt sind 200 Punkte möglich. Eine Trendwende ist allerdings nicht in Sicht. Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Magdeburg für das zweite Quartal 2026.
Insgesamt beurteilen 20 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage mit gut, 25 Prozent dagegen mit schlecht. Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen blickt pessimistisch in die Zukunft. „Von einer wirtschaftlichen Erholung kann damit nicht gesprochen werden“, sagte IHK-Vizepräsident Nils Appelt bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse in Magdeburg. „Auch die angestoßenen Reformpakete der Bundesregierung, sorgen derzeit noch nicht für Optimismus. Die Unternehmen sehen sich weiterhin mit einer großen Unsicherheit konfrontiert“, konstatierte er.
Neben geopolitischen Herausforderungen belasten insbesondere strukturelle Standortfaktoren die wirtschaftlichen Perspektiven. So bleiben die hohen Energie- und Rohstoffpreise die am häufigsten genannten Risiken in der Konjunkturumfrage. Dementsprechend bleibe das Investitionsklima stark eingetrübt, führte Appelt weiter aus. Nur 13 Prozent der Unternehmen planen derzeit ihre Investitionen auszuweiten. 43 Prozent hingegen wollen ihre Investitionen reduzieren.
„Erst wenn spürbare Entlastungen in den Betrieben ankommen, kann sich auch wieder eine Aufbruchstimmung einstellen“, betonte Appelt. „Erst dann werden die Unternehmen wieder vermehrt investieren. Und erst dann können wir wieder mehr Wachstum und Wohlstand generieren.“
Als eine wirksame Maßnahme nannte IHK-Hauptgeschäftsführer André Rummel die systematische Entlastung der Unternehmen von Berichts- und Dokumentationspflichten. „Konkret meine ich damit eine Umkehr der Beweislast“, sagte Rummel. Bundesministerien sollten belegen müssen, dass eine Pflicht zwingend notwendig ist, sonst müsse sie auslaufen oder werde gestrichen. Neue Gesetze sollen im Rahmen einer „Berichtspflichten-Bremse“ weitgehend ohne zusätzliche Dokumentationslasten auskommen.
Trotz anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheiten, hoher Kostenbelastungen und schwacher Konjunktur setzen die Unternehmen im Bezirk der IHK Magdeburg weiterhin auf Ausbildung. Die aktuelle Ausbildungsstatistik zeigt eine positive Entwicklung. Bis Ende Juni konnte die IHK 8,5 Prozent mehr Berufsausbildungsverträge eintragen als im Vorjahreszeitraum. Im August werden rund 2.300 Auszubildende ihre duale Berufsausbildung im IHK-Bezirk beginnen. Bis zum Jahresende rechnet die IHK mit rund 3.000 aktiven Berufsausbildungsverträgen.
„Die Zahlen sind ein starkes Signal. Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen investieren die Unternehmen weiterhin in die Ausbildung junger Menschen. Die Ausbildungsbereitschaft der Wirtschaft ist ungebrochen“, betonte Rummel. „Die Entwicklung unterstreicht: Ausbildung bleibt für die Unternehmen die wichtigste Strategie zur Fachkräftesicherung. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist die duale Ausbildung für viele Betriebe unverzichtbar.“