IHK Magdeburg fordert
Verlässliche Perspektive für Wirtschaft und Pendler während der Bahnsanierungen
Die Industrie- und Handelskammer Magdeburg sieht die angekündigten Änderungen der Bauplanung auf dem Bahnkorridor Hannover-Berlin mit großer Sorge. Nach den aktuellen Planungen sollen sich die Sperrungen auf der Strecke Wolfsburg–Oebisfelde–Stendal–Rathenow deutlich verlängern. Hinzu kommen weitere Einschränkungen auf der Schnellfahrstrecke zwischen Wolfsburg und Berlin. Besonders betroffen sind die Altmark sowie die wirtschaftlichen Verflechtungen mit den Oberzentren und Arbeitsmärkten in Niedersachsen, Berlin und Sachsen-Anhalt.
„Die Wirtschaft unterstützt die Modernisierung und den Ausbau der Schieneninfrastruktur ausdrücklich. Deutschland braucht leistungsfähige Verkehrswege, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Gleichzeitig müssen die Belastungen für Unternehmen und Beschäftigte auf das notwendige Maß begrenzt werden. Die Altmark darf nicht über Jahre hinweg von wichtigen Verkehrsverbindungen abgeschnitten werden“, erklärt IHK-Präsident Klaus Olbricht.
Für zahlreiche Unternehmen in der Region sind funktionierende Bahnverbindungen von großer Bedeutung, so Olbricht weiter. Sie sichern die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, Ausbildungsstandorten und Geschäftspartnern. Viele Beschäftigte pendeln täglich zwischen der Altmark, Magdeburg, Wolfsburg, Hannover und Berlin. Langfristige Einschränkungen im Bahnverkehr erschweren die Fachkräftegewinnung und beeinträchtigen die Attraktivität des Standortes zusätzlich.
Die IHK Magdeburg fordert daher, die Auswirkungen der Baumaßnahmen durch wirksame Ausgleichsmaßnahmen abzufedern. Dazu gehören leistungsfähige Ersatzangebote während der Bauzeit, die Sicherstellung verlässlicher Anschlüsse sowie zusätzliche Verkehrsangebote auf den betroffenen Relationen Leipzig-Magdeburg-Stendal-Wittenberge mit Anschlüssen nach Hannover und Berlin. Darüber hinaus müssen die geplanten Investitionen in die Schieneninfrastruktur so umgesetzt werden, dass die betroffenen Regionen nach Abschluss der Bauarbeiten tatsächlich von einer besseren Anbindung profitieren. Die Baumaßnahmen sind Teil eines übergeordneten Ausbaus des Korridors Hannover-Berlin und der Lehrter Stammbahn, der die Leistungsfähigkeit des Schienenverkehrs langfristig erhöhen soll.
„Wenn das nördliche Sachsen-Anhalt erhebliche Belastungen aus einem bundesweit bedeutsamen Infrastrukturprojekt trägt, dann erwarten wir im Gegenzug eine klare Verbesserung der verkehrlichen Rahmenbedingungen für unsere Unternehmen und Beschäftigten“, betont Olbricht. „Insbesondere die Erreichbarkeit der Altmark und die Anbindung an die Wirtschaftszentren müssen dauerhaft gestärkt werden. Die gegenwärtige Situation sollte genutzt werden, um wichtige Infrastrukturprojekte in Sachsen-Anhalt zu beschleunigen.“