Altmarkkreis Salzwedel

Wirtschaft steht vor großen Herausforderungen

Salzwedel, 15. Dezember 2021. Gemeinsam mit dem Vorstand des Regionalausschusses Altmark der IHK Magdeburg tauschte sich Landrat Michael Ziche zur aktuellen wirtschaftlichen Lage im Altmarkkreis Salzwedel aus. Das Treffen, welches in der IHK-Geschäftsstelle Salzwedel stattfand, soll den Erfahrungsaustausch zwischen Wirtschaft und Politik fördern und damit zur weiteren Entwicklung des Wirtschaftsstandortes beitragen.
Denn die Auswirkungen der Corona-Pandemie hinterließen auch in diesem Jahr bei zahlreichen Unternehmen ihre Spuren. Nach einer leichten Erholungsphase im Verlauf des Sommers, in der viele Gastronomen und Einzelhändler unter Einhaltung strenger Hygiene- und Abstandsregeln wieder Gäste begrüßen durften, stiegen die Infektionszahlen jüngst wieder drastisch an und die gesetzlichen Einschränkungen wurden erneut verschärft.
WIRTSCHAFT STEHT VOR GROSSEN HERAUSFORDERUNGEN
Die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen enden jedoch nicht mit der Corona-Pandemie. Themen wie Klimaschutz, Fachkräftemangel, Digitalisierung oder die rasant steigenden Rohstoff- und Energiepreise stellen die betriebliche Praxis vieler Unternehmen zusätzlich vor Herausforderungen. Einerseits gilt es, die ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie zu überwinden und möglichst schnell wieder an das Niveau der Vorjahre anzuknüpfen. Andererseits schreitet der Strukturwandel weiter voran und stellt die Geschäftsmodelle und -abläufe vieler Betriebe auf die Probe. Um diese Aufgaben zu bewältigen, bedarf es neben der Bereitstellung finanzieller Hilfen vor allem einer umsichtigen und zielgerichteten Wirtschaftspolitik. „Der bevorstehende Strukturwandel birgt Risiken, aber auch Chancen für unsere Region. Um diese zu nutzen, müssen jetzt die Weichen für die Zukunft gestellt werden.“, stellte Stefan Korneck, Vorsitzender des Regionalausschusses Altmark fest.
WIRTSCHAFT BRAUCHT WEGE: INFRASTRUKTUR- UND NETZENTWICKLUNG WEITER VORANBRINGEN
So stellt eine gut ausgebaute Infrastruktur für Unternehmer und Investoren einen wesentlichen Standortfaktor dar. Ihr bedarfsgerechter Ausbau und ihre Unterhaltung tragen maßgeblich zur wirtschaftlichen Entwicklung einer Region bei. „Eine flächendeckende Mobilfunk- und Breitbandversorgung ist für ländliche Regionen von elementarer Bedeutung. Unsere Altmark müssen wir so ausbauen, dass wir den städtischen Regionen in nichts nachstehen. Das Leben auf dem Land muss auch weiterhin möglich bleiben. Die avisierte enge Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis und den Kommunen trägt unmittelbar zur Erreichung dieses Ziels bei.“, ergänzt der stellvertretende Regionalausschussvorsitzende Andreas Kluge.
Infrastrukturprojekte wie die sogenannte „Hosenträgervariante“, bestehend aus den Autobahnen A14, A39 und der B190n als Querverbindung, sind für altmärkische Unternehmen und Bürger von enormer Bedeutung, um die Attraktivität der Region als Lebens- und Wirtschaftsraum zu steigern und die Anziehungskraft auch für kommende Generationen weiter zu erhöhen. „Wichtig ist, dass die Querspange B 190n zügig umgesetzt wird und damit die Hosenträgervariante gesamtheitlich die Standortbedingungen für die regionale Wirtschaft verbessert.“, betont IHK-Geschäftsstellenleiter Sebastian Weyl.
Dies unterstrich auch der Sachgebietsleiter für Wirtschaftsförderung, Tourismus und ländliche Entwicklung Christian Wiemann: „Je länger wir den Nachteil der lückenhaften Fernverkehrsanbindung im Wettbewerb der Regionen noch hinnehmen müssen, desto schwieriger wird es, diesen wieder aufzuholen. Die zügige Umsetzung geplanter Infrastrukturprojekte – hier insbesondere der Bau der B190n und der Ausbau der B188 – wird von Bestandsunternehmen eingefordert und schafft Perspektiven für Neuinvestitionen.“
Rückblickend und vorausschauend fasste Stefan Korneck die Arbeit seines Ausschusses zusammen: „Im Jahr 2021 waren die Aktivitäten trotz der Pandemie wieder umfangreich. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit war der Erfahrungsaustausch zur Entwicklung der Wirtschaft vor Ort. In diesem Zusammenhang fanden mehrere Sitzungen bei Unternehmen und Institutionen vor Ort in der Altmark statt. Zudem bildeten die Weiterentwicklung des Regionalmarketings Altmark sowie die klare Positionierung zur dringend notwendigen Verkehrsinfrastruktur- und Breitbandentwicklung weitere Arbeitsschwerpunkte. Hierfür setzt sich der Regionalausschuss gemeinsam mit den Wirtschaftsjunioren Altmark auch weiterhin auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene ein.“
AUSBLICK 2022
Auch im neuen Jahr wird die Corona-Pandemie das Wirtschaftsleben wohl weiter begleiten. Wie lange die Einschränkungen gelten werden, wann wieder Normalität eintritt und wie diese „Normalität“ überhaupt aussehen wird ist ungewiss. „Wahrscheinlich wird es keine ausschließliche Rückkehr zu den Lebens- und Arbeitswelten vor der Pandemie geben. Umso wichtiger ist es jetzt mit unseren Partnern in Politik und Verwaltung im kontinuierlichen Austausch zu bleiben. Mit dem kommenden Frühling und dem steigendem Impffortschritt werden die Fallzahlen hoffentlich zurückgehen und auch wieder andere Themen in den Fokus rücken“, prognostiziert die stellvertretende Vorsitzende des Regionalausschusses Ramona Miedl.
Abschließend betonte Landrat Michael Ziche: „Die nachhaltige Entwicklung ländlich geprägter Regionen wie der Altmark ist eine Gemeinschaftsaufgabe für die kommenden Jahre. Sie kann nur gelingen, wenn sich alle aktiv beteiligen und mit ihren Stärken einbringen. Bund, Länder, Kommunen, aber auch die Wirtschaft und Zivilgesellschaft vor Ort. Gemeinsam kann es uns gelingen, dass die Potenziale unserer Region noch besser zum Tragen kommen.“