DIHK-Sonderumfrage
Deutsche Wirtschaft im Wettbewerb mit China
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) führte im Juli/August unter den IHK-Mitgliedsunternehmen eine Sonderumfrage zum Wettbewerb mit China durch.
Ziel der Umfrage war es ein aktuelles Bild der Unternehmenspraxis zu gewinnen: Welche Rolle spielen Geschäftsbeziehungen zu China? Wie stark ist der Wettbewerb durch chinesische Anbieter spürbar? Und welche politischen Maßnahmen wären aus Unternehmenssicht sinnvoll, um faire Wettbewerbsbedingungen zu sichern?
Bundesweit haben sich mehr als 1.300 Unternehmen beteiligt, jetzt wurden die Ergebnisse veröffentlicht.
Das sind die wesentlichen Erkenntnisse in Kürze:
- Zwei Drittel der befragten Unternehmen (67 Prozent) spüren eine wachsende Konkurrenz durch chinesische Wettbewerber.
- In den Freitextantworten beklagen Unternehmen insbesondere hohe Arbeits- und Energiekosten, Bürokratie und erhebliche Kostennachteile am Standort Deutschland. Zugleich nennen sie Subventionen, eingeschränkten Marktzugang oder die Umgehung europäischer Regeln als Wettbewerbsverzerrungen auf chinesischer Seite. Nicht jeder Wettbewerbsvorteil Chinas ist eine Wettbewerbsverzerrung – und nicht jeder deutsche Wettbewerbsnachteil kommt aus China.
- Auf die zunehmende Konkurrenz durch chinesische Wettbewerber reagieren deutsche Unternehmen überwiegend nach vorne -/ zukunftsgerichtet und nehmen den Wettbewerb an: Besonders häufig werden Produktinnovation (60 Prozent) und Kostensenkung (50 Prozent) als Maßnahmen genannt.
- Von der EU erwarten die Unternehmen vor allem ein geeintes Auftreten in der Außenwirtschaftspolitik (67 Prozent). Stärkere Handelsschutzmaßnahmen befürwortet hingegen weniger als ein Drittel der Unternehmen. Demgegenüber stehen 25 Prozent, die Handels- und Investitionshürden abbauen wollen und 18 Prozent, die sich erleichterte Innovationspartnerschaften wünschen.
- Insgesamt stimmen 55 Prozent stärkeren handelspolitischen Maßnahmen gegenüber China zu oder eher zu, auch wenn ihr eigenes Unternehmen von negativen Konsequenzen betroffen wäre. 37 Prozent lehnen das (eher) ab. Bemerkenswert ist, dass selbst unter den Unternehmen, die keinen direkten Wettbewerbsdruck durch China wahrnehmen, 46 Prozent stärkere handelspolitische Maßnahmen befürworten. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Haltung zu China nicht allein auf eigenen Markterfahrungen beruht, sondern auch von der intensiv und kontrovers geführten öffentlichen Debatte beeinflusst wird.
Quelle: Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK)