Handelsabkommen
Mercosur: Vorläufige Anwendung
Die Europäische Union und die Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) haben am 17. Januar 2026 ein Partnerschaftsabkommen und ein Interims-Handelsabkommen unterzeichnet. Das Europäische Parlament muss dem Abkommen noch zustimmen, damit es in Kraft treten kann. Das Parlament hat jedoch am 21. Januar 2026 beschlossen, den Europäischen Gerichtshof anzurufen, um die Übereinstimmung des Abkommens mit den EU-Verträgen zu prüfen. Damit kann sich das Inkrafttreten verzögern.
Update:
Das Kollegium der Kommissionsmitglieder hat am 10.03.2026 der vorläufigen Anwendung des Abkommens zugestimmt. Nun startet die EU-Kommission die technischen Vorbereitungen (Quotenmanagement und Anpassung des Zolltarifs). Nach deren Abschluss kann die EU-Kommission das Abkommen notifizieren. Bei einer Notifizierung im März tritt das Abkommen zum 01.05.2026 in Kraft. Argentinien und Uruguay haben bereits notifiziert, Brasilien ratifiziert und wird noch im März notifizieren. Paraguay wird noch im März ratifizieren und wahrscheinlich auch notifizieren, sodass das Abkommen dann mit allen Ländern von Tag 1 an Anwendung findet.
Ab Tag 1 sinken im Mercosur die Zölle für:
- Sekt, Früchte, Öle auf 0%,
- E-Autos und Hybride von 35% auf 25% (10% weniger als China),
- Verbrennerautos von 35% auf 17,5% aus der EU
Maschinen-, Pharma- und Textil-Zölle beginnen ebenso wie weitere Agrarzölle zu sinken und die Zolltarifquoten für Käse, Milchpulver, Schokolade, Knoblauch und Tomaten werden zugänglich gemacht.
Quelle: DIHK
Das Kollegium der Kommissionsmitglieder hat am 10.03.2026 der vorläufigen Anwendung des Abkommens zugestimmt. Nun startet die EU-Kommission die technischen Vorbereitungen (Quotenmanagement und Anpassung des Zolltarifs). Nach deren Abschluss kann die EU-Kommission das Abkommen notifizieren. Bei einer Notifizierung im März tritt das Abkommen zum 01.05.2026 in Kraft. Argentinien und Uruguay haben bereits notifiziert, Brasilien ratifiziert und wird noch im März notifizieren. Paraguay wird noch im März ratifizieren und wahrscheinlich auch notifizieren, sodass das Abkommen dann mit allen Ländern von Tag 1 an Anwendung findet.
Ab Tag 1 sinken im Mercosur die Zölle für:
- Sekt, Früchte, Öle auf 0%,
- E-Autos und Hybride von 35% auf 25% (10% weniger als China),
- Verbrennerautos von 35% auf 17,5% aus der EU
Maschinen-, Pharma- und Textil-Zölle beginnen ebenso wie weitere Agrarzölle zu sinken und die Zolltarifquoten für Käse, Milchpulver, Schokolade, Knoblauch und Tomaten werden zugänglich gemacht.
Quelle: DIHK
In Zeiten schwacher Konjunktur, steigender Kosten und zunehmender internationaler Konkurrenz würde das Abkommen neue Absatzperspektiven schaffen und den Zugang zu langfristigen Partnern in Südamerika erleichtern. Branchen wie Maschinen- und Anlagenbau, Chemie- und Kunststoffindustrie, Ernährungswirtschaft sowie Umwelt- und Energietechnik könnten von verbesserten Handelsbedingungen profitieren. Besonders kleine und mittlere Unternehmen könnten dadurch internationale Märkte effizienter erschließen.
Das Abkommen würde zudem Vorteile für die Versorgungssicherheit und den Zugang zu wichtigen Rohstoffen, Agrarprodukten und Energieträgern bieten. Für viele Unternehmen in Sachsen-Anhalt, die energie- oder rohstoffintensiv arbeiten, könnten stabilere Lieferketten einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellen.
Weitere wesentliche Vorteile des Abkommens auf einen Blick:
- Abbau von Zöllen und Handelsschranken
- Einheitliche Standards und rechtliche Sicherheit
- Erleichterter Marktzugang für kleine und mittlere Unternehmen
- Neue Absatzmöglichkeiten für industrielle Produkte und Dienstleistungen
- Potenzial für Investitionen und langfristige Partnerschaften in Südamerika
In Zahlen:
- Der Handel mit Mercosur unterstützt bereits jetzt mehr als 600.000 Arbeitsplätze in der EU.
- EU-Exporteure könnten durch die Abschaffung der hohen Mercosur-Zölle jährlich mehr als vier Milliarden Euro an Zöllen einsparen.
- 270 Millionen Menschen leben im Mercosur-Gebiet, sie bilden die sechstgrößte Wirtschaftsregion der Welt.
- Insgesamt betrifft das Abkommen rund 700 Millionen Verbraucher.
- Die Vereinbarung wäre die größte Freihandelszone der Welt und würde damit ein Viertel der globalen Wirtschaftsleistung umfassen.
Das Mercosur-Abkommen kann zugleich die Position Europas im globalen Handel stärken und Offenheit und Kooperation gegenüber internationalen Partnern signalisieren. Entscheidend für den Erfolg ist eine zügige Ratifizierung und Umsetzung.