Vorsicht vor betrügerischen Absichten

Umgang mit unseriösen Geschäftsanfragen

Umgang mit unseriösen Geschäftsanfragen
Afrikanische Märkte bieten deutschen Unternehmen in vielen Branchen attraktive Geschäftsmöglichkeiten. Gleichzeitig berichten Unternehmen immer wieder von Geschäftsanfragen, die sich bei näherer Prüfung als Betrugsversuche erweisen. Besonders aus westafrikanischen Ländern treten Fälle auf, in denen vermeintliche Kunden, Agenten oder Behörden mit lukrativen Angeboten auf deutsche Unternehmen zugehen. Die Anfragen wirken häufig professionell und seriös, verfolgen jedoch das Ziel, Geldzahlungen zu erschleichen oder vertrauliche Unternehmensinformationen zu erhalten. Gerade weil solche Anfragen oft gut vorbereitet sind, lohnt es sich, bei neuen Geschäftskontakten genau hinzusehen und die Seriosität potenzieller Partner sorgfältig zu prüfen.

Woran erkenne ich unseriöse Geschäftsanfragen?

Ein erstes Warnsignal kann sein, dass der Kontakt völlig unvermittelt zustande kommt. Das Unternehmen wird von einem angeblichen Kunden oder Vermittler angesprochen, ohne dass zuvor eine Geschäftsbeziehung bestand oder eine Vermittlung über bekannte Netzwerkpartner, Kammern oder offizielle Stellen erfolgt ist.
Auffällig sind zudem Angebote mit ungewöhnlich großem Auftragsvolumen oder besonders attraktiven Geschäftschancen. Solche Offerten sollen Interesse wecken und dazu verleiten, mögliche Ungereimtheiten zu übersehen. Häufig erscheint die Anfrage zunächst professionell formuliert und enthält detaillierte Angaben zu Produkten oder Dienstleistungen.
Im weiteren Verlauf der Kommunikation zeigt sich jedoch oft das eigentliche Ziel. Betroffene Unternehmen werden aufgefordert, bestimmte Gebühren zu zahlen – beispielsweise für Registrierungen auf Vergabeplattformen, behördliche Genehmigungen oder die Einschaltung eines angeblichen Rechtsanwalts oder Notars. Die geforderten Beträge bewegen sich nicht selten im vierstelligen Bereich, wirken im Verhältnis zum versprochenen Auftrag jedoch vergleichsweise gering. Werden solche Zahlungen verlangt, obwohl sie zuvor nicht vereinbart wurden, sollte dies als deutliches Warnsignal betrachtet werden.
Auch sprachliche oder organisatorische Unstimmigkeiten können Hinweise auf mangelnde Seriosität geben. Dazu gehören unprofessionelle E-Mail-Adressen, widersprüchliche Firmenangaben oder eine Kommunikation, die nicht zu den landestypischen Gegebenheiten passt.

Möglichkeiten zur Überprüfung der Seriosität

Unternehmen sollten die Angaben potenzieller Geschäftspartner grundsätzlich überprüfen, bevor sie Verträge abschließen oder Zahlungen leisten. Dazu gehören die Recherche von Unternehmensdaten, Ansprechpartnern, Kontaktdaten und Internetauftritten. Namen von Kontaktpersonen sowie deren Funktionen lassen sich häufig über professionelle Netzwerke oder offizielle Unternehmenswebseiten verifizieren.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Angaben zu Ministerien, Behörden oder sonstigen offiziellen Stellen. Betrüger nutzen mitunter täuschend echt gestaltete Webseiten oder kopieren Inhalte von Behördenportalen. Daher sollten Impressum, Kontaktdaten, Adressen sowie die sprachliche Gestaltung der Webseiten kritisch geprüft werden. In einigen Fällen lassen bereits kleine Ungereimtheiten Zweifel an der Echtheit aufkommen.
Hilfreich kann außerdem die Einbindung lokaler Kontakte sein. Wer Geschäftspartner, Auslandshandelskammern, Wirtschaftsvertretungen oder andere verlässliche Ansprechpartner vor Ort kennt, kann Adressen und Unternehmensangaben überprüfen lassen. Stellt sich heraus, dass ein Unternehmen unter der angegebenen Anschrift nicht existiert oder Behördendaten nicht nachvollziehbar sind, spricht vieles für einen Betrugsversuch.