Digitalisierungsindex steigt auf 108 Punkte

Deutsche Wirtschaft wird digitaler!

Vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) wird seit 2020 jährlich der Digitalisierungsindex ermittelt. Im Jahr 2021 ist die Wirtschaft in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr durchgehend digitaler geworden. Der Digitalisierungsindex steigt von 100,0 auf 108,0 Punkte.

Aufbau des Digitalisierungsindex 

Der Stand der Digitalisierung ist nicht überall gleich. Deshalb differenziert der Digitalisierungsindex den Grad der Digitalisierung nach Bundeslandgruppen, Regionstypen, Branchen und Unternehmensgrößen. Zusätzlich werden unterschiedliche Kategorien berücksichtigt, wie Infrastrukturen, Geschäftsmodelle, Prozesse und Produkte oder Forschungs- und Innovationstätigkeiten. Somit lässt sich analysieren und vergleichen, welche Branchen bereits stark digitalisiert oder welche Bundeslandgruppen besonders fortgeschritten sind.
Im ersten Betrachtungsjahr 2020 ist der Digitalisierungsindex auf den Wert 100,0 festgelegt worden, dieser wird jetzt jährlich aktualisiert. Anhand der Entwicklungen oder beobachtbaren Defizite lassen sich Handlungsempfehlungen ableiten. 
Über eine Experimentierfunktion lässt sich ausprobieren, welchen Einfluss mögliche Veränderungen der Indikatoren auf den Digitalisierungsindex haben.

Ableitungen aus dem aktuellen Digitalisierungsindex

  • Treiber der Digitalisierung sind vor allem die verbesserten äußeren Rahmenbedingungen, also unternehmensexterne Indikatoren.
  • Jedes zweite große Unternehmen (250 und mehr Beschäftigte) hat bereits den Reifegrad ”stark digitalisiert” erreicht.
  • Die IKT-Branche und die Bundeslandgruppe Süd sind deutliche Digitalisierungsvorreiter.
  • Kleinere Unternehmen, das sonstige produzierende Gewerbe, die Bundeslandgruppe Ost und ländliche Räume haben den höchsten Aufholbedarf.
  • Die Corona-Pandemie hat zu keinem Digitalsierungsschub der Unternehmen geführt, aber die Digitalisierung auf der Ebene der Prozesse beschleunigt.

Ergebnisse der Bundeslandgruppe Ost/Sachsen-Anhalt

Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden in der Bundeslandgruppe Ost zusammengefasst.
  • Bundeslandgruppe Ost ist Schlusslicht im Vergleich der Bundeslandgruppen, der Indexwert steigt von 93,8 (2020) auf 97,8 (2021) und verzeichnet damit den geringsten Zuwachs.
  • Starker Zuwachs im Bereich der Entwicklung digitaler Produkte bzw. Produkte mit digitalen Komponenten, der Indexwert steigt von 108,0 (2020) auf 118,9 (2021) und liegt damit über dem Bundesdurchschnitt 109,6 (2021).
  • Starker Zuwachs im Bereich der technischen Infrastruktur (Breitbandverfügbarkeit), der Indexwert steigt von 90,8 (2020) auf 132,4 (2021) und liegt damit noch deutlich unter dem Bundesdurchschnitt 150,7 (2021).
  • Zuwachs im Bereich Digitale Geschäftsmodelle und Absatzkanäle, der Indexwert steigt von 97,0 (2020) auf 102,0 (2021) und liegt nur knapp unter dem Bundesdurchschnitt 102,5 (2021).
  • Hohe Ausgaben des Bundes für Forschung und Entwicklung, der Indexwert liegt mit 154,5 (2021) deutlich über dem Bundesdurchschnitt 101,3 (2021)