Energiewende in Deutschland: Stand der Dinge 2025

Der Thinktank Agora Energiewende hat die energiewirtschaftlichen Daten des Jahres 2025 analysiert. Im Jahr 2025 sind Deutschlands Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Vorjahr nur leicht auf 640 Millionen Tonnen CO2 äq gesunken. Die Bundesrepublik hält das nationale Jahresemissionsziel für 2025 ein. Damit Deutschland sein 2030-Klimaziel erreichen könne, müssten aber alle Sektoren Klimaschutzfortschritte machen. Insbesondere der Gebäude- und Verkehrssektor habe Nachholbedarf.
Deutschlands Treibhausgasemissionen sinken 2025 langsamer; hält der Trend an, sei das Klimaziel 2030 gefährdet. Die Emissionen gingen 2025 um 1,5 Prozent auf 640 Millionen Tonnen CO2 äq zurück. In der Energiewirtschaft sind die Emissionen um 1,5 Prozent gesunken. In der Industrie führten die schwache Nachfrage und angespannte Weltmärkte zu Produktionsrückgängen in den energieintensiven Branchen und zu einem Emissionsrückgang um 7,2 Prozent. Im Gebäudesektor sind die Emissionen witterungsbedingt um 3,2 Prozent und im Verkehrssektor durch höhere Kraftstoffabsätze leicht um 1,4 Prozent gestiegen.
Die Erneuerbaren bleiben das Rückgrat der Energiewende. Der Photovoltaik-Ausbau liegt 2025 mit 17,5 GW weiterhin auf hohem Niveau. Die Windkraft an Land legt langsam um 4,5 Gigawatt zu. Allerdings legen überzeichnete Ausschreibungen und Rekordgenehmigungen von 17,9 Gigawatt den Grundstein für einen starken Ausbau 2026. Beim Wind auf See zeigen erfolglose Ausschreibungen Reformbedarf auf. Die Solarenergie kompensiert mit starkem Zubau und Rekord-Erzeugung ein schwaches Wind- und Wasserkraftjahr. Insgesamt decken die Erneuerbaren 55,3 Prozent der Stromnachfrage.
Die Elektrifizierungsdynamik bleibt 2025 schwach; der Stromverbrauch stagniert entgegen dem globalen Trend bei 528 Terawattstunden. Hohe Investitionskosten bremsen die Transformation in Industrie, Gebäuden und im Verkehr. Ein Marktanteil von knapp 50 Prozent bei Wärmepumpen in Neubauten und eine Neuzulassungsquote von knapp 20 Prozent bei E-Pkw zeigten, dass Haushalte zum Umstieg bereit sind.
Um den Anschluss an globale Wachstumsmärkte zu sichern und die 2030-Ziele zu erreichen, brauche Deutschland eine Investitionsagenda für die Elektrifizierung. Die Dekarbonisierung von Prozessen und Geschäftsmodellen erfordert klare Rahmenbedingungen: attraktive Strompreise, einen verlässlichen CO₂-Preispfad und einen schnellen Netzzugang. Im Gebäude- und Verkehrssektor könnten zielgerichtete Förderprogramme eine stabile Nachfrage nach heimischen klimaneutralen Heizungen und Fahrzeugen schaffen.
(Quelle Agora Energiewende)