International

Abkommen zwischen der EU und Indien

EU und Indien schließen historisches Handelsabkommen
Die Europäische Union und Indien haben einen wichtigen Schritt für ihre wirtschaftlichen Beziehungen gemacht: Am 27. Januar 2026 verkündeten EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der indische Premierminister Narendra Modi den Abschluss eines umfassenden Handelsabkommens. Es soll den Austausch von Waren und Dienstleistungen erleichtern und die Zusammenarbeit zwischen zwei der größten Wirtschaftsräume der Welt deutlich vertiefen. Hauptgeschäftsführerin Monika Sommer betont, „Das EU-Indien-Abkommen ist mehr als ein handelspolitischer Erfolg, es ist eine strategische Einladung an unsere Unternehmen, ihre internationale Präsenz auszubauen.“
Kern des Abkommens ist der schrittweise Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen. Davon könnten Unternehmen auf beiden Seiten profitieren, in einem gemeinsamen Markt, in dem fast zwei Milliarden Menschen leben. „Für viele Unternehmen aus der Region kann Indien dabei zu einem strategisch bedeutenden Wachstumsmarkt werden“, unterstreicht Sommer. Die Europäische Kommission kündigte an, die ausgehandelten Vertragstexte in den kommenden Wochen zu veröffentlichen. Schon jetzt gilt das Abkommen als das bisher umfangreichste seiner Art zwischen der EU und Indien.

Was bedeutet das Abkommen – und was noch nicht?
Auch wenn die Verhandlungen abgeschlossen sind, ändert sich für Unternehmen zunächst noch nichts. Zölle, Handelsregeln und Zollverfahren bleiben vorerst bestehen. Das Abkommen muss erst noch formell bestätigt werden, bevor es tatsächlich angewendet werden kann. Entsprechend kann Indien derzeit auch noch nicht als begünstigtes Partnerland in Lieferantenerklärungen aufgeführt werden.

Wie geht es weiter?
Bevor das Abkommen in Kraft treten kann, müssen beide Seiten den ausgehandelten Text prüfen, offiziell billigen und unterzeichnen. In der EU sind dafür mehrere politische Schritte notwendig, unter anderem die Zustimmung des Europäischen Parlaments. Dieser Prozess wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Abkommens werden daher nicht sofort, sondern schrittweise erwartet – mit einem vollständigen Wirkungseintritt bis etwa 2032.

Warum ist das Abkommen so bedeutsam?
Schon heute handeln die EU und Indien Waren und Dienstleistungen im Wert von über 180 Milliarden Euro pro Jahr. Das neue Abkommen sieht vor, Zölle auf mehr als 90 Prozent der EU-Warenexporte nach Indien abzuschaffen oder deutlich zu senken. Für europäische Unternehmen könnten dadurch jährlich Einsparungen von rund vier Milliarden Euro entstehen. Experten gehen außerdem davon aus, dass sich die EU-Exporte nach Indien bis 2032 etwa verdoppeln könnten.

Was sollten Unternehmen jetzt tun?
Auch wenn noch Geduld gefragt ist, lohnt es sich für Unternehmen, das Abkommen im Blick zu behalten. Sobald die Vertragstexte veröffentlicht sind, können erste Auswirkungen auf Lieferketten und Geschäftsbeziehungen analysiert werden. Wer sich frühzeitig vorbereitet, kann mögliche Chancen schneller nutzen, sobald das Abkommen tatsächlich greift.