November 2025

Rezeptbuch zur attraktiven Innenstadt

Die Innenstädte in Baden-Württemberg stehen weiterhin unter Druck: Geschäftsschließungen, Leerstände, vernachlässigtes Stadtbild sowie knappe Budgets prägen vielerorts das Bild. Aus Sicht der Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammern, Zeit zu handeln: „Starke, attraktive und funktionierende Stadtzentren brauchen verlässliche Rahmenbedingungen. Handel und Gastronomie müssen in der Innenstadt wirtschaftlich erfolgreich arbeiten können.
Dafür sind gezielte Entlastungen und der Verzicht auf neue Belastungen entscheidend. Ebenso wichtig: Die Menschen müssen mit dem Verkehrsmittel ihrer Wahl in und durch die Stadt kommen. Nur so bleibt die Innenstadt ein attraktiver Wirtschaftsstandort, in dem Handel, Gastronomie und weitere Innenstadtakteure die Impulse aus dem Rezeptbuch erfolgreich umsetzen können!“, sagt Manfred Schnabel, BWIHK-Vizepräsident und Präsident der IHK Rhein-Neckar, bei der Vorstellung des „Rezeptbuches für eine attraktive Innenstadt“.
In diesem wird eine praxisnahe Handlungsanleitung zum „Nachkochen“ für Kommunen, Wirtschaftsförderungen und lokale ehrenamtliche Akteure präsentiert – insbesondere in Städten unter 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern.
Das Rezeptbuch basiert auf den Erkenntnissen aus fünf Jahren IHK-Innenstadtberatung im Land, mit 123 Innenstadtberatungen und rund 14.000 Befragungen von Besuchern innerhalb des Förderprojekts „Innenstadtberatung“ des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus. Die Analyse folgt dem Prinzip: Gut für die Innenstädte ist, „was dem Gast schmeckt“.
Gezeigt wird, was Besucherinnen und Besucher heute von einer attraktiven Innenstadt erwarten, aber auch, was Kommunen möglichst vermeiden sollten. Die Beispiele zeigen, welchen Städten die Umsetzung dieses Anforderungskataloges bereits besonders gut gelingt.
Bernhard Nattermann, Handelsexperte der IHK Bodensee-Oberschwaben, die im BWIHK in Handelsfragen federführend ist, erläutert das Analyse-Konzept näher: „Unser Rezeptbuch ist keine theoretische Studie, sondern voller Handlungsempfehlungen, die wir mit dem Bild von Rezepten eines Kochbuchs vergleichen. Damit kann jeder ohne ausgesprochene Vorkenntnisse „ein schmackhaftes Gericht“ zubereiten, also erprobte Innenstadtkonzepte auf den Weg bringen, die seiner Kommune helfen.“
Katrin Klodt-Bußmann, Hauptgeschäftsführerin der IHK Hochrhein-Bodensee, unterstreicht: „Die Ortsmitten sind für unsere Betriebe und für unser gesellschaftliches Zusammenleben zentral. Es ist inzwischen zur Daueraufgabe geworden, Innenstädte erfolgreich zu transformieren. Das ‚Rezeptbuch zur attraktiven Innenstadt‘ gibt den Akteuren aus Verwaltung, Gewerbe und Bürgerschaft einen praxisnahen, niedrigschwelligen Leitfaden. Das Motto ist dabei: die richtigen Zutaten, in der richtigen Dosierung und Zubereitung – das schmeckt den Besuchenden.“
Die Inhalte des „Kochbuchs“ im Überblick:
  • Acht Grundrezepte für unterschiedliche Stadttypen – von der historischen Altstadt bis zur Tourismusstadt.
  • Erfolgsfaktoren als Grundzutaten wie Angebotsvielfalt, Erreichbarkeit, Ambiente und Veranstaltungen.
  • Warnsignale für den „Untergangsrezept“-Mix, der zu Leerstand und Attraktivitätsverlust führt.
  • Eine klare Handlungsanleitung, welche Rezepte von wem nachzukochen, anzupassen oder zu kombinieren sind.