Verkehr und Logistik
Interview mit Ausschussvorsitzendem - Verkehrsausschuss
Welche Themen beschäftigen den Verkehrsausschuss aktuell. Vorsitzender Michael Bäumle gibt darauf Antworten.
Die Unternehmen am Hochrhein und im Bodenseeraum sehen sich zunehmend mit überlasteten Verkehrskorridoren und Engpässen in der Infrastruktur konfrontiert. Welche konkreten Verbesserungen hält der Verkehrsausschuss für am dringendsten und wie können regionale Unternehmen selbst zur Umsetzung beitragen?
Für viele Unternehmen stellt die Situation am Hochrhein und im Bodenseeraum bereits heute eine spürbare Belastung dar. Aus Sicht des Verkehrsausschusses ist es daher notwendig, an mehreren Stellschrauben gleichzeitig zu drehen.
Im Straßenverkehr hat die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie von Sanierungsmaßnahmen oberste Priorität.
Projekte wie der durchgängige Ausbau der A 98 als leistungsfähige Ost-West-Verbindung sind für die gesamte Region von strategischer Bedeutung. Gleiches gilt für die B 33, die B 317 und die B 314, die vielerorts Engpassstrecken darstellen. Hier sind schnellere Genehmigungsverfahren, effizientere Prozesse in den Behörden, mehr Kapazitäten im Straßenbau und eine klare Priorisierung erforderlich.
Im Schienenverkehr liegt ein großes, bislang nicht ausgeschöpftes Potenzial. Essenziell ist der Ausbau der Gäubahn mit einer leistungsfähigen Anbindung an den Stuttgarter Bahnknoten – perspektivisch auch über den Pfaffensteigtunnel –, um die Region an den Fernverkehr anzubinden. Ebenso wichtig sind die Elektrifizierung und der Ausbau der Bodenseegürtelbahn sowie die Stärkung des kombinierten Verkehrs durch leistungsfähige Terminals in Singen und Weil am Rhein. Wenn wir mehr Güterverkehr auf die Schiene verlagern, entlastet das die Straßen und erhöht die Resilienz der Lieferketten.
Auch die Wasserstraße spielt in der Region eine wichtige Rolle, die bislang noch nicht ausreichend genutzt wird. Der Rhein bietet ab/bis Weil am Rhein bzw. Basel erhebliche Transportkapazitäten, insbesondere für Massengüter und nicht zeitkritische Waren. Ein zentraler Ankerpunkt auf deutscher Seite ist der Hafen in Weil am Rhein, ergänzt durch die leistungsfähigen Hafenanlagen im Raum Basel als bedeutender Logistik-Hub. Für die regionale Wirtschaft liegt hier eine klare Chance, Verkehre stärker auf das Binnenschiff zu verlagern und so Straße und Schiene zu entlasten. Voraussetzung dafür sind verlässliche Rahmenbedingungen, eine gute Hinterlandanbindung der Häfen sowie eine stärkere Integration in bestehende Lieferketten.
Unternehmen selbst können aktiv beitragen, indem sie:
• stärker auf intermodale Logistiklösungen setzen,
• Transportketten bündeln und kooperieren,
• ihre Bedarfe frühzeitig in Planungsprozesse einbringen,
• und sich in regionalen Initiativen oder Infrastrukturpartnerschaften engagieren.
Gerade die enge Rückkopplung zwischen Wirtschaft und Planungsträgern ist entscheidend, um Projekte praxisnah und bedarfsgerecht umzusetzen.
Im Straßenverkehr hat die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie von Sanierungsmaßnahmen oberste Priorität.
Projekte wie der durchgängige Ausbau der A 98 als leistungsfähige Ost-West-Verbindung sind für die gesamte Region von strategischer Bedeutung. Gleiches gilt für die B 33, die B 317 und die B 314, die vielerorts Engpassstrecken darstellen. Hier sind schnellere Genehmigungsverfahren, effizientere Prozesse in den Behörden, mehr Kapazitäten im Straßenbau und eine klare Priorisierung erforderlich.
Im Schienenverkehr liegt ein großes, bislang nicht ausgeschöpftes Potenzial. Essenziell ist der Ausbau der Gäubahn mit einer leistungsfähigen Anbindung an den Stuttgarter Bahnknoten – perspektivisch auch über den Pfaffensteigtunnel –, um die Region an den Fernverkehr anzubinden. Ebenso wichtig sind die Elektrifizierung und der Ausbau der Bodenseegürtelbahn sowie die Stärkung des kombinierten Verkehrs durch leistungsfähige Terminals in Singen und Weil am Rhein. Wenn wir mehr Güterverkehr auf die Schiene verlagern, entlastet das die Straßen und erhöht die Resilienz der Lieferketten.
Auch die Wasserstraße spielt in der Region eine wichtige Rolle, die bislang noch nicht ausreichend genutzt wird. Der Rhein bietet ab/bis Weil am Rhein bzw. Basel erhebliche Transportkapazitäten, insbesondere für Massengüter und nicht zeitkritische Waren. Ein zentraler Ankerpunkt auf deutscher Seite ist der Hafen in Weil am Rhein, ergänzt durch die leistungsfähigen Hafenanlagen im Raum Basel als bedeutender Logistik-Hub. Für die regionale Wirtschaft liegt hier eine klare Chance, Verkehre stärker auf das Binnenschiff zu verlagern und so Straße und Schiene zu entlasten. Voraussetzung dafür sind verlässliche Rahmenbedingungen, eine gute Hinterlandanbindung der Häfen sowie eine stärkere Integration in bestehende Lieferketten.
Unternehmen selbst können aktiv beitragen, indem sie:
• stärker auf intermodale Logistiklösungen setzen,
• Transportketten bündeln und kooperieren,
• ihre Bedarfe frühzeitig in Planungsprozesse einbringen,
• und sich in regionalen Initiativen oder Infrastrukturpartnerschaften engagieren.
Gerade die enge Rückkopplung zwischen Wirtschaft und Planungsträgern ist entscheidend, um Projekte praxisnah und bedarfsgerecht umzusetzen.
Die Transformation hin zu klimafreundlicher Mobilität erfordert von der Wirtschaft große Investitionen und birgt Unsicherheiten. Welche Entwicklungen im Bereich alternativer Antriebe, Ladeinfrastruktur und Logistiklösungen halten Sie aktuell für besonders chancenreich für regionale Betriebe?
Die Transformation im Verkehrssektor ist für viele Betriebe mit erheblichen Investitionen verbunden, bietet aber auch klare Zukunftschancen.
Im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge sehen wir derzeit einen klaren Trend hin zu batterieelektrischen Antrieben. Diese Technologie wird sich im regionalen und zunehmend auch im überregionalen Verkehr etablieren. Die Rolle von Wasserstoff- bzw. Brennstoffzellentechnologien bleibt offen – sie kann perspektivisch dort relevant werden, wo Reichweite und Betankungszeiten entscheidend sind.
Die zentrale Herausforderung liegt jedoch weniger im Fahrzeug selbst als in der Energie- und Ladeinfrastruktur:
• Aufbau leistungsfähiger Ladepunkte an Betriebshöfen und entlang von Autobahnen und Bundesstraßen,
• Sicherstellung ausreichender Netzanschlusskapazitäten,
• Investitionen in Trafostationen und betriebliche Stromnetze.
Für viele Unternehmen bedeutet das einen grundlegenden Systemwechsel: vom Dieselverbraucher hin zum aktiven Energiemanager. Unternehmen mit großem Nutzfahrzeugfuhrpark werden zu großen Stromabnehmern und müssen ihre Energieversorgung strategisch neu denken.
Hier entstehen zugleich Chancen:
• Eigenenergieerzeugung durch Photovoltaik,
• Einsatz von Batteriespeichern zur Lastspitzenkappung und als Grid Booster,
• Einführung von intelligenten Energiemanagementsystemen,
• Entwicklung neuer Geschäftsmodelle im Bereich Lade- und Energiedienstleistungen.
Entscheidend ist, dass Förderprogramme verlässlich, technologieoffen und langfristig angelegt sind. Gleichzeitig braucht es schnellere Genehmigungen für Netzanschlüsse und Ladeinfrastruktur.
Im Bereich der schweren Nutzfahrzeuge sehen wir derzeit einen klaren Trend hin zu batterieelektrischen Antrieben. Diese Technologie wird sich im regionalen und zunehmend auch im überregionalen Verkehr etablieren. Die Rolle von Wasserstoff- bzw. Brennstoffzellentechnologien bleibt offen – sie kann perspektivisch dort relevant werden, wo Reichweite und Betankungszeiten entscheidend sind.
Die zentrale Herausforderung liegt jedoch weniger im Fahrzeug selbst als in der Energie- und Ladeinfrastruktur:
• Aufbau leistungsfähiger Ladepunkte an Betriebshöfen und entlang von Autobahnen und Bundesstraßen,
• Sicherstellung ausreichender Netzanschlusskapazitäten,
• Investitionen in Trafostationen und betriebliche Stromnetze.
Für viele Unternehmen bedeutet das einen grundlegenden Systemwechsel: vom Dieselverbraucher hin zum aktiven Energiemanager. Unternehmen mit großem Nutzfahrzeugfuhrpark werden zu großen Stromabnehmern und müssen ihre Energieversorgung strategisch neu denken.
Hier entstehen zugleich Chancen:
• Eigenenergieerzeugung durch Photovoltaik,
• Einsatz von Batteriespeichern zur Lastspitzenkappung und als Grid Booster,
• Einführung von intelligenten Energiemanagementsystemen,
• Entwicklung neuer Geschäftsmodelle im Bereich Lade- und Energiedienstleistungen.
Entscheidend ist, dass Förderprogramme verlässlich, technologieoffen und langfristig angelegt sind. Gleichzeitig braucht es schnellere Genehmigungen für Netzanschlüsse und Ladeinfrastruktur.
Viele Unternehmen in der Region berichten von logistischen Herausforderungen – etwa durch Grenznähe, Baustellen, eine eingeschränkte Flächenverfügbarkeit oder eine fehlende digitale Infrastruktur. Welche Weichen müssen jetzt gestellt werden, damit die Hochrhein-Bodensee-Region auch künftig ein wettbewerbsfähiger Wirtschaftsstandort mit leistungsfähigen Verkehrskorridoren bleibt?
Die Region Hochrhein-Bodensee sieht sich weiterhin mit strukturellen Herausforderungen konfrontiert, die es konsequent anzugehen gilt, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.
Ein zentraler Punkt ist dabei die grenzüberschreitende Verkehrskoordination. Aufgrund der engen wirtschaftlichen Verflechtung mit der Schweiz sind abgestimmte Verkehrs- und Zollprozesse, leistungsfähige Grenzübergänge (ausreichend dimensionierte Rheinbrücken, Rückstauräume, etc.) sowie eine bessere Synchronisierung von Baustellen und Verkehrslenkung erforderlich.
Darüber hinaus müssen wir die Flächenverfügbarkeit für Logistik und Gewerbe sichern. Ohne ausreichend ausgewiesene und erschlossene Flächen werden Investitionen ausgebremst oder wandern ab. Hier sind regionale Planungskonzepte gefragt, die eine wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen und gleichzeitig eine effiziente Flächennutzung gewährleisten.
Ein weiterer Schlüsselfaktor ist die Digitalisierung der Infrastruktur.
• Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetzen entlang der Verkehrsachsen,
• Nutzung digitaler Verkehrssteuerungssysteme,
• stärkere Vernetzung von Logistikprozessen (z. B. durch Plattformlösungen und Echtzeitdaten).
Auch die Baustellenkoordination muss deutlich verbessert werden. Unkoordinierte Maßnahmen führen zu vermeidbaren Staus und Kosten. Hier sehen wir Potenzial durch digitale Planungstools und eine engere Abstimmung zwischen Bund, Ländern, Kommunen und Nachbarstaaten.
Schließlich braucht es eine umfassende Planungs- und Genehmigungsoffensive. Infrastrukturprojekte dauern in Deutschland oft zu lange. Wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen die Verfahren vereinfacht, digitalisiert und damit beschleunigt werden, ohne dabei die Qualität der Planung entscheidend zu vernachlässigen.
Ein zentraler Punkt ist dabei die grenzüberschreitende Verkehrskoordination. Aufgrund der engen wirtschaftlichen Verflechtung mit der Schweiz sind abgestimmte Verkehrs- und Zollprozesse, leistungsfähige Grenzübergänge (ausreichend dimensionierte Rheinbrücken, Rückstauräume, etc.) sowie eine bessere Synchronisierung von Baustellen und Verkehrslenkung erforderlich.
Darüber hinaus müssen wir die Flächenverfügbarkeit für Logistik und Gewerbe sichern. Ohne ausreichend ausgewiesene und erschlossene Flächen werden Investitionen ausgebremst oder wandern ab. Hier sind regionale Planungskonzepte gefragt, die eine wirtschaftliche Entwicklung ermöglichen und gleichzeitig eine effiziente Flächennutzung gewährleisten.
Ein weiterer Schlüsselfaktor ist die Digitalisierung der Infrastruktur.
• Ausbau von Breitband- und Mobilfunknetzen entlang der Verkehrsachsen,
• Nutzung digitaler Verkehrssteuerungssysteme,
• stärkere Vernetzung von Logistikprozessen (z. B. durch Plattformlösungen und Echtzeitdaten).
Auch die Baustellenkoordination muss deutlich verbessert werden. Unkoordinierte Maßnahmen führen zu vermeidbaren Staus und Kosten. Hier sehen wir Potenzial durch digitale Planungstools und eine engere Abstimmung zwischen Bund, Ländern, Kommunen und Nachbarstaaten.
Schließlich braucht es eine umfassende Planungs- und Genehmigungsoffensive. Infrastrukturprojekte dauern in Deutschland oft zu lange. Wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen die Verfahren vereinfacht, digitalisiert und damit beschleunigt werden, ohne dabei die Qualität der Planung entscheidend zu vernachlässigen.
