Pressemeldung
Exportabhängigkeit der Region hoch – weiterhin Stütze der Wirtschaft
Die Zahlen des Statistischen Landesamts für 2025 zeigen: Die wirtschaftliche Stagnation ist im zurückliegenden Kalenderjahr auch in der Region Hochrhein-Bodensee angekommen. Im Vergleich zu 2024 stiegen die Gesamtumsätze produzierender Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten nicht. Ihre Auslandsumsätze erhöhten sich jedoch um rund 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Auslandsumsätze in der Region Hochrhein-Bodensee stabil
Wie das Statistische Landesamt mitteilte, erzielten die Exportfirmen mit mehr als 50 Beschäftigten im produzierenden Gewerbe im Kammerbezirk der IHK Hochrhein-Bodensee im Jahr 2025 Auslandsumsätze in Höhe von rund 8,17 Milliarden Euro. Dieser Wert liegt mit einem Minus von 5,6 Prozent deutlich unter dem bisherigen Rekordergebnis von 2023 (8,6 Milliarden Euro), aber über dem Vorjahreswert (8,01 Milliarden Euro). Der Anteil des Auslandsumsatzes an den Gesamtumsätzen erhöhte sich dabei von 50,2 Prozent im Jahr 2024 auf 51,2 Prozent im Jahr 2025.
Damit liegt die Region Hochrhein-Bodensee über dem Landestrend im produzierenden Gewerbe, der einen Rückgang der Auslandsumsätze von rund 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr hinnehmen musste. Die Exportquote beträgt im Landesdurchschnitt aber immer noch 60 Prozent (2024: 60,7 Prozent). Beim Blick in die drei Landkreise der Region zeigt sich aber ein sehr unterschiedliches Bild.
Landkreis Waldshut: Zweitbester Wert in zehn Jahren
Die Exportentwicklung der Region wird von den positiven Zahlen im Landkreis Waldshut getragen. Hier nahmen die Auslandsumsätze der exportorientierten produzierenden Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr um 16,6 Prozent zu (von 1,89 Milliarden Euro 2024 auf 2,2 Milliarden Euro im Jahr 2025). Damit steigerte sich ihr Exportanteil auf 44,7 Prozent – der zweitbeste Wert seit zehn Jahren. „Die Internationalisierung der Unternehmen setzt sich fort, wenn auch noch nicht auf dem Niveau des exportstarken Landkreises Lörrach“, sagt Uwe Böhm, Geschäftsführer International bei der IHK Hochrhein-Bodensee. Auch der enge Austausch mit der stabilisierend wirkenden Schweiz macht sich hier positiv bemerkbar.
Landkreis Lörrach: Weiter deutlich über Landesdurchschnitt
„Der Landkreis Lörrach ist schon immer überproportional exportorientiert“, so Uwe Böhm.
Auch wenn hier die Auslandsumsätze der produzierenden Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten um rund 3,4 Prozent von 2,83 Milliarden Euro auf 2,74 Milliarden Euro abnahmen, legte ihre Exportquote im Landkreis Lörrach 2025 nochmals leicht auf 66,1% zu – und bewegt sich damit deutlich über dem Landesdurchschnitt. „Der Landkreis ist weniger von der Automobilindustrie abhängig und durch Branchen wie Chemie, Pharma, Anlagenbau oder Maschinenbau breiter aufgestellt. Allerdings machen sich hier steigende Energie- und Rohstoffpreise deutlicher bemerkbar“, ordnet Uwe Böhm die Entwicklung ein.
Auch wenn hier die Auslandsumsätze der produzierenden Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten um rund 3,4 Prozent von 2,83 Milliarden Euro auf 2,74 Milliarden Euro abnahmen, legte ihre Exportquote im Landkreis Lörrach 2025 nochmals leicht auf 66,1% zu – und bewegt sich damit deutlich über dem Landesdurchschnitt. „Der Landkreis ist weniger von der Automobilindustrie abhängig und durch Branchen wie Chemie, Pharma, Anlagenbau oder Maschinenbau breiter aufgestellt. Allerdings machen sich hier steigende Energie- und Rohstoffpreise deutlicher bemerkbar“, ordnet Uwe Böhm die Entwicklung ein.
Landkreis Konstanz: Exportquote leicht gestiegen
Auch der Landkreis Konstanz bewegte sich mit einer Abnahme von 1,7 Prozent auf 3,22 Milliarden Euro bei den Auslandsumsätzen der produzierenden Unternehmen leicht unter dem Niveau des Vorjahres (3,28 Milliarden Euro). Ihre Exportquote im Landkreis Konstanz stieg dabei im Jahr 2025 um 0,4 Prozent auf 46,9 Prozent (2024: 46,5 Prozent).
Anliegen: Diversifizierung der Absatzmärkte
Die Exportindustrie ist einerseits Stütze in der Region, macht sie aber andererseits anfällig für weltkonjunkturelle Einflüsse. Unternehmen mit einer starken Abhängigkeit von den Ländern USA und China, insbesondere in der Automobilindustrie, spüren dies besonders. „Die unkalkulierbaren Zollvorgaben aus den USA und die schwächelnde Konjunktur in China wirken besonders negativ“, so die Einschätzung von Uwe Böhm. „Gerade mittelständische Unternehmen haben mit der Diversifizierung der Absatzmärkte begonnen, um hier unabhängiger zu sein.“ Dabei galt der Nahe Osten mit Ländern wie VAE und Saudi-Arabien bis vor Kurzem als besonders vielversprechend. Ein längeres Andauern der Krisensituation in Nahost würde diesen Absatzmarkt jedoch einschränken. „Gleichzeitig geraten auch die Lieferketten in Bedrängnis und steigende Energiepreise sind die Folge – mit nicht kalkulierbaren Folgen für die Region“, sagt Uwe Böhm.
