Export, Import, Gütergruppen und Partnerländer
Außenhandel Baden-Württemberg 2025
Jahresrückblick: Leichte Erholung im Außenhandel
Der baden-württembergische Außenhandel hat im vergangenen Jahr leicht an Fahrt gewonnen. Zwar übertrafen die Ausfuhren das Vorjahresniveau nur moderat, doch ein solcher Anstieg war zur Jahresmitte kaum zu erwarten. Nach einem frühen Zuwachs im März blieb das Exportvolumen über mehrere Monate hinweg unter oder lediglich knapp auf dem Wert des Vorjahres. Erst ab September gewann das Exportgeschäft wieder deutlich an Schwung. Insgesamt legten die Südwestausfuhren um 0,6 Prozent zu und erreichten einen Warenwert von 241,1 Milliarden Euro. Etwas dynamischer entwickelten sich die Einfuhren. Nach Baden-Württemberg gelangten Waren im Wert von 218,5 Milliarden Euro, was einem Plus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
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Export
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Top 10 Gütergruppen: Export unter Druck, Import zieht an
Exportgütergruppen
Die Automobilindustrie, der Maschinenbau und die Pharmawirtschaft stellen den wertmäßigen Kern der baden-württembergischen Exportwirtschaft dar. Auf diese zentralen Wirtschaftszweige entfällt mehr als die Hälfte (51,0 Prozent) der gesamten Ausfuhren. Allerdings mussten alle drei Schlüsselbereiche im Jahr 2025 Rückgänge hinnehmen: So sanken die Ausfuhren von Kraftwagen und Kraftwagenteilen um 3,3 Prozent auf 50,5 Milliarden Euro, die Maschinenexporte gingen um 4,2 Prozent auf 45,9 Milliarden Euro zurück und der Export pharmazeutischer und ähnlicher Erzeugnisse verringerte sich um 1,9 Prozent auf 26,8 Milliarden Euro. Nur drei der zehn umsatzstärksten Gütergruppen verzeichnen deutliches Wachstum. Die Ausfuhren von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektrischen und optischen Erzeugnissen stiegen um 1,2 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro. Deutlich kräftiger zogen die Metallexporte an, die um 15,9 Prozent auf 13,7 Milliarden Euro wuchsen, und die Ausfuhren von Nahrungs- und Futtermitteln, die um 17,1 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro zulegten.
Importgütergruppen
Der baden-württembergische Import ist deutlich breiter aufgestellt und verteilt sich auf eine größere Zahl von Warengruppen. Rund die Hälfte (52,3 Prozent) der Südwestimporte entfällt auf fünf Bereiche. Dazu gehören Kraftwagen und Kraftwagenteile mit einem Importwert von 29,9 Milliarden Euro, Maschinen im Wert von 23,3 Milliarden Euro, chemische Erzeugnisse mit 9,7 Milliarden Euro, Datenverarbeitungsgeräte mit 9,4 Milliarden Euro sowie pharmazeutische und ähnliche Erzeugnisse, die 19,2 Milliarden Euro erreichen.
In einigen dieser Warengruppen legten die Importe im Vergleich zum Vorjahr zu. Besonders deutlich war der Anstieg bei Kraftwagen und Kraftwagenteilen, die um 6,3 Prozent zulegten. Die Einfuhren chemischer Erzeugnisse stiegen um 2,6 Prozent. Datenverarbeitungsgeräte sowie elektrische und optische Erzeugnisse verzeichneten ebenfalls ein Plus von 4,4 Prozent. Die übrigen der fünf meistgefragten Gütergruppen wurden dagegen weniger nachgefragt als im Vorjahr (Maschinen: minus 1,1 Prozent; Pharmazeutische und ähnliche Erzeugnisse: minus 7,3 Prozent).
Top 10 Partnerländer: Handelsströme im Wandel
Zielländer der Südwestausfuhren
Die Vereinigten Staaten blieben trotz der zollpolitischen Maßnahmen 2025 der wichtigste Absatzmarkt für baden-württembergischen Ausfuhren. In kein anderes Land exportierte Baden-Württemberg so viele Waren wie in die Vereinigten Staaten. Die Ausfuhren erreichten 2025 einen Wert von 30,4 Milliarden Euro. Damit lagen die Exporte in die USA nach Umsatz rund dreimal so hoch wie jene nach Polen (9,9 Milliarden Euro) und etwa doppelt so hoch wie die Ausfuhren in die Niederlande (15,9 Milliarden Euro). Die jüngsten Entwicklungen geben jedoch Anlass zur Sorge. Das Exportgeschäft mit den USA befindet sich seit 2022 im Rückgang. 2023 sank der Exportumsatz im Vorjahresvergleich um 7,6 Prozent, 2024 um 4,3 Prozent und 2025 schließlich um 12,7 Prozent. Besonders stark betroffen waren im letzten Jahr die Ausfuhren von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (minus 13,4 Prozent), pharmazeutische Erzeugnisse (minus 19,9 Prozent) und Maschinenexporte (12,8 Prozent). Diese rückläufige Entwicklung spiegelt sich auch im Anteil der USA an den Gesamtexporten Baden‑Württembergs wider. Während die Vereinigten Staaten 2023 und 2024 noch jeweils 14,5 Prozent des baden‑württembergischen Exportvolumens ausmachten, sank ihr Anteil 2025 auf 12,6 Prozent.
Auch im Exportgeschäft mit China setzt sich seit 2022 ein deutlicher Abschwung fort. Der Anteil der China-Ausfuhren an den gesamten Exporten Baden-Württembergs sank von 7,5 Prozent im Jahr 2023 auf 6,6 Prozent im Jahr 2024 und weiter auf 5,5 Prozent im Jahr 2025. Der Rückgang der erzielten Umsätze fällt dabei sogar stärker aus als im Handel mit den USA. 2025 verringerten sich die Exporte in die Volksrepublik gegenüber dem Vorjahr um 15,0 Prozent auf 13,4 Milliarden Euro. Besonders stark betroffen war die Automobilindustrie, deren Ausfuhren von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen um 36,9 Prozent einbrachen. Auch die Maschinenexporte gingen spürbar zurück und lagen 8,3 Prozent unter dem Vorjahreswert, wenn auch weniger drastisch als im Automobilsektor.
Baden-Württemberg exportiert traditionell einen großen Teil seiner Waren in die Europäische Union, und daran änderte sich auch 2025 nichts. Der Anteil der EU-Ausfuhren an den gesamten Exporten lag 2023 und 2024 bei rund 47 Prozent und stieg im vergangenen Jahr auf 48,7 Prozent. Insgesamt wurden Waren im Wert von 117,5 Milliarden Euro in die EU geliefert.
Der Handel mit den Euroländern trug besonders zum Wachstum bei. Deren Anteil an den Gesamtexporten nahm von 34,7 Prozent auf 35,9 Prozent zu. Der Exportumsatz in die Eurozone erreichte 2025 rund 86,6 Milliarden Euro. Viele der wichtigsten europäischen Partnerländer verbuchten im Vorjahresvergleich deutliche Zuwächse: Frankreich und Italien jeweils plus 2,9 Prozent, Österreich plus 5,9 Prozent, Polen plus 7,3 Prozent und Spanien plus 9,1 Prozent.
Steigende Exportanteile verzeichnete Baden-Württemberg zudem bei Staaten der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA). Ihr gemeinsamer Anteil am gesamten Exportvolumen erhöhte sich von 8,9 Prozent im Jahr 2024 auf 10,7 Prozent im Jahr 2025. Besonders dynamisch entwickelte sich dabei der Handel mit der Schweiz, deren Bedeutung für die Südwestexporte in den vergangene zwei Jahren spürbar zunahm und zum zweitwichtigsten Exportmarkt Baden-Württembergs avancierte. Ihr Anteil an den Gesamtausfuhren stieg 2024 auf 8,4 Prozent und erreichte 2025 sogar 10,2 Prozent. Auch der Exportumsatz wuchs kräftig: 2024 um 9,9 Prozent und im vergangenen Jahr um weitere 22,2 Prozent auf insgesamt 24,6 Milliarden Euro. Getragen wurde diese Entwicklung vor allem durch eine stark steigende Nachfrage nach pharmazeutischen Erzeugnissen, deren Ausfuhren 2025 um 40,8 Prozent zulegten, sowie durch wachsende Metallexporte, die um 25,3 Prozent zunahmen.
| Zielländer der Südwestexporte 2025 | |||
| 1. | Vereinigte Staaten | 30,4 Mrd. Euro | - 12,7 % zum Vorjahr |
| 2. | Schweiz | 24,6 Mrd. Euro | + 22,2 % zum Vorjahr |
| 3. | Frankreich | 18,3 Mrd. Euro | + 2,9 % zum Vorjahr |
| 4. | Niederlande | 15,9 Mrd. Euro | - 1,7 % zum Vorjahr |
| 5. | China | 13,4 Mrd. Euro | - 15,0 % zum Vorjahr |
| 6. | Italien | 12,5 Mrd. Euro | + 2,9 % zum Vorjahr |
| 7. | Österreich | 11,9 Mrd. Euro | + 5,9 % zum Vorjahr |
| 8. | Vereinigtes Königreich | 11,2 Mrd. Euro | - 0,1 % zum Vorjahr |
| 9. | Polen | 9,9 Mrd. Euro | + 7,3 % zum Vorjahr |
| 10. | Spanien | 8,2 Mrd. Euro | + 9,1 % zum Vorjahr |
Herkunftsländer der Südwesteinfuhren
An der Spitze der wichtigsten Herkunftsländer für Südwestimporte steht China. Aus der Volksrepublik gelangen Waren im Wert von 20,7 Milliarden Euro nach Baden-Württemberg. Das ist ein Zuwachs von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotz dieses Wachstums blieb der Anteil Chinas an den gesamten Südwestimporten nahezu unverändert und lag 2025 bei 9,5 Prozent (2024: 9,4 Prozent).
Nur knapp dahinter folgt die Schweiz, deren Lieferungen in den Südwesten einen Wert von 20,0 Milliarden Euro erreichten. Die Einfuhren aus dem Nachbarland verzeichneten einen deutlichen Anstieg von 7,3 Prozent. Besonders stark erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr die Nachfrage Baden-Württembergs nach chemischen Erzeugnissen (plus 79,5 Prozent) sowie nach Metallen (plus 52,6 Prozent). Der Anteil der Schweiz an den Gesamteinfuhren stieg entsprechend von 8,6 Prozent im Jahr 2024 auf 9,2 Prozent im Jahr 2025.
Auch die Vereinigten Staaten konnten ihre Stellung im südwestdeutschen Importmarkt weiter ausbauen. Die Bezüge aus Übersee stiegen um 3,2 Prozent auf 18,8 Milliarden Euro. Stark zugelegt haben die Importe pharmazeutischer Erzeugnisse, deren Wert gegenüber dem Vorjahr um 35,9 Prozent anwuchs. Der Anteil der USA an den gesamten Einfuhren des Landes stieg nur leicht und erreichte 8,6 Prozent nach 8,4 Prozent im Vorjahr.
Der Handel mit den Niederlanden hat 2025 deutlich an Dynamik verloren. Vor allem die Importe aus dem Nachbarland gingen zurück: Mit 10,1 Milliarden Euro lagen die Einfuhren 18,0 Prozent unter dem Vorjahreswert. Deutlich rückläufig war die Einfuhr pharmazeutischer und ähnlicher Erzeugnisse, deren Wert um 81,1 Prozent sank. In der Folge verringerte sich der Anteil der Niederlande an den gesamten Einfuhren Baden‑Württembergs von 5,7 Prozent im Vorjahr auf 4,6 Prozent.
| Herkunfsländer der Südwestimporte 2025 | |||
| 1. | China | 20,7 Mrd. Euro | + 2,6 % zum Vorjahr |
| 2. | Schweiz | 20,0 Mrd. Euro | + 7,3 % zum Vorjahr |
| 3. | Vereinigte Staaten | 18,9 Mrd. Euro | + 3,2 % zum Vorjahr |
| 4. | Italien | 15,3 Mrd. Euro | + 1,8 % zum Vorjahr |
| 5. | Frankreich | 13,0 Mrd. Euro | + 2,5 % zum Vorjahr |
| 6. | Tschechien | 10,7 Mrd. Euro | + 14,5 % zum Vorjahr |
| 7. | Niederlande | 10,1 Mrd. Euro | - 18,0 % zum Vorjahr |
| 8. | Polen | 9,6 Mrd. Euro | + 3,6 % zum Vorjahr |
| 9. | Österreich | 9,6 Mrd. Euro | + 2,2 % zum Vorjahr |
| 10. | Ungarn | 6,4 Mrd. Euro | - 0,7 % zum Vorjahr |
Download der Außenhandel-Rankings
Alle Details zu den wichtigsten Außenhandelspartner sowie den führenden Export- und Importgütern finden Sie in unseren Außenhandel-Rankings:
| BW | BRD | |
| Außenhandelspartner | Top 10 Partner 2025 | Top 50 Partner 2025 |
| Gütergruppen | Top 30 Güter 2025 | Top 30 Güter 2025 |
Methodische Hinweise zur Außenhandelsstatistik
Die in diesem Artikel dargestellten Export- und Importzahlen stammen vom Statistischen Landesamt Baden-Württemberg sowie Statistischen Bundesamt (Destatis) und beziehen sich auf nominale Umsätze. Bitte beachten Sie, dass die angegebenen Handelszahlen vorläufig sind und auf Schätzungen des Statistischen Bundesamts beruhen. Sie werden regelmäßig überarbeitet und aktualisiert. Der aktuelle Stand der Daten entspricht dem Zugriffszeitraum Februar 2026.
Ferner wird die Außenhandelsstatistik auf Ebene der Bundesländer mit unterschiedlichen methodischen Ansätzen für Importe und Exporte erhoben:
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Exporte (Spezialhandel): Hier wird der tatsächliche Bestimmungsort der Ware erfasst. Die Daten spiegeln somit genauer wider, wohin die Güter tatsächlich geliefert werden.
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Importe (Generalhandel): Erfasst wird das Bundesland, in dem die zollrechtliche Abwicklung erfolgt, nicht das tatsächliche Ziel der Ware. Ein Bundesland kann daher als Empfänger erscheinen, obwohl die importierte Ware dort weder verwendet noch weiterverarbeitet wird.
Aufgrund dieser methodischen Unterschiede sind Import- und Exportdaten auf Bundeslandebene nicht direkt miteinander vergleichbar. Sie dürfen daher nicht zur Berechnung von Handelsvolumen, Überschüssen oder Defiziten verwendet werden.
