Pressemeldung, 21. August 2020

IHK-Studie: Einzelhandel in den Veedeln lässt digitales Potenzial teilweise brachliegen

Viele Geschäfte „um’s Eck“ in Köln stehen mit ihren Kunden dank eines gut gepflegten Internet- und Social-Media-Auftritts in Kontakt. Noch immer aber lässt ein erheblicher Teil der Betriebe in den Veedeln sein digitales Potenzial weitgehend brachliegen. Das zeigt eine Untersuchung, die die IHK Köln zu Jahresbeginn mit dem Institut für Handelsforschung Köln (IFH) in den Stadtteilen Lindenthal, Rodenkirchen und in der Kölner Südstadt durchgeführt hat.
Das Ergebnis der Analyse von 906 Betrieben aus den Bereichen Handel, Dienstleistungen, Gastronomie/Hotellerie sowie solchen, die primär dem Handwerk zugerechnet werden können: Knapp 40 Prozent der regionalen Betriebe haben immer noch keine eigene Website. Immerhin rund 85 Prozent der Unternehmen nutzen einen Google-My-Business-Account, mit dem sie etwa Öffnungszeiten an Google übermitteln oder Fragen von Google-Nutzern beantworten können. 42 Prozent der untersuchten regional ausgerichteten Betriebe nutzen Facebook, zumindest 16 Prozent haben ein Instagram-Konto. Gerade einmal acht Prozent betreiben einen Online-Shop.
Die Bedeutung dieser Plattformen hat sich zuletzt besonders deutlich gezeigt, sagt Elisabeth Slapio, Geschäftsführerin Innovation und Umwelt der IHK Köln. „In der Corona-Krise war es für viele Betriebe quasi über Nacht überlebenswichtig, im Netz über verlässliche Informations- und Kommunikationskanäle zum Kunden zu verfügen. Wer darüber hinaus einen Online-Shop hatte, konnte häufig den Umsatzeinbruch im Lockdown abmildern.“
Auch nach dem Ende des Lockdowns bleibt das Netz für den stationären Handel wichtig, schließlich stehen insbesondere Einzelhändler durch die Konkurrenz mit Internet-Versandhändlern schon seit langem unter großem Druck. Umso wichtiger sei es, möglichst viele Kunden zu erreichen – und einen großen Teil erreiche man heute am besten online, sagt Slapio: „Ein Auftritt in zumindest einem beliebten Sozialen Netzwerk, in dem man über besondere Angebote oder Aktionen informiert, kann schon sehr hilfreich sein.“
Für Betriebe, die jetzt aktiv werden wollen, gibt es eine Reihe von Förderprogrammen. Erst vor kurzem kündigte zudem Bundeswirtschaftsminister Altmaier an, die Innenstädte mit digitalen Maßnahmen zu stärken. In NRW unterstützt das Wirtschaftsministerium den stationären Einzelhandel bei der Digitalisierung.
Damit die digitale Lösung zu den Anforderungen des Betriebes passt, sollten Unternehmen im Vorfeld das Informationsangebot der IHK nutzen. Wer zum Beispiel am kostenlosen Programm „Einstieg in den E-Commerce konkret“ teilnimmt, erhält im Rahmen des Kooperationsprojektes mit der RFH Köln ein Konzept für den Einstieg in den E-Commerce. Es gibt aber noch viele weitere Angebote und Förderprogramme, wie beispielsweise das aktuelle Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen „digitalen und stationären Einzelhandel zusammen denken“. Hier wurde jüngst die Antragsfrist bis zum 15.09.2020 verlängert.
Analyseergebnisse, auch für die einzelnen Veedel