Pressemeldung, 15. Juni 2020

Studie der IHK Köln zeigt Verbesserungspotenzial beim Baustellenmanagement in der Region

Die Unternehmen in der Kölner Region sind auf eine gute Verkehrsinfrastruktur angewiesen und in besonderem Maße von Einschränkungen durch Baustellen betroffen. Die IHK Köln hat deshalb in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Köln mit der Studie „Baustellenmanagement im Bezirk der IHK Köln“ das System der Baustellenplanung in Köln und der Region untersucht und Optimierungsmöglichkeiten identifiziert.
Bereits 2017 hatte die IHK Köln eine Studie zu diesem Thema durchgeführt. Im Vergleich dazu läuft einiges schon besser. Es gibt jedoch weiterhin viel Potenzial für Verbesserungen.
„Ausbau- und Instandsetzungsarbeiten sind ohne gewisse Einschränkungen durch Baustellen nicht möglich“, sagt Dr. Ulrich S. Soénius, Geschäftsführer Standortpolitik der IHK Köln. „Die Belastungen können jedoch mit einem geschickten Baustellenmanagement deutlich verringert werden. In den vergangenen Jahren sind auf diesem Gebiet einige beachtenswerte Fortschritte gemacht worden. Es gibt aber noch weiteres Potenzial, wie unsere neue Studie deutlich zeigt.“
In den vergangenen Jahren, so Soénius, hätten die Bezirksregierung Köln, die Stadt Köln, Straßen.NRW und weitere Akteure in der Region die Koordination von Baustellen verbessert, was ganz im Sinne der Forderungen der IHK Köln aus dem Jahr 2017 sei. Die Abstimmungsgremien bei der Bezirksregierung seien vorbildlich. Auch die Öffentlichkeitsarbeit sei verbessert worden, zudem gebe es Fortschritte bei der Digitalisierung.
Die Vorschläge aus der vorherigen IHK-Studie seien insgesamt jedoch nur zur Hälfte und teilweise gar nicht umgesetzt worden. Die Stadt Köln veröffentlicht zum Beispiel nach wie vor keine Kennzahlen zum Baustellenmanagement, obwohl die entsprechenden Daten vorliegen müssten. Zudem müssen Baustellenanträge in der Langfristplanung durch die Beschäftigten der Stadtverwaltung noch immer manuell zusammengetragen werden. Außerdem hat die Stadt es erst jetzt in der Corona-Krise ermöglicht, Anträge elektronisch zu stellen. Zuvor mussten Antragssteller noch persönlich vorbeikommen. „Es gibt weiterhin Verbesserungsmöglichkeiten. Die Akteure können dabei die neue Offenheit für digitale Anwendungen in der Corona-Krise als Katalysator nutzen“, sagt Soénius. Neben Koordination und Digitalisierung sei auch die Vertragsgestaltung ein äußerst wichtiger Steuerungsfaktor. „Der Konflikt um die Leverkusener Brücke hat das zuletzt einmal mehr bewiesen“, sagt Soénius.
Die Potenziale haben die Studienautoren in einem neuen Fünf-Punkte-Plan zusammengefasst. Die einzelnen Punkte lauten:
1.) Workflow der Baustellenkoordination verbessern und weitere Akteure einbeziehen
2.) Digitalisierung der Genehmigung, Planung und Abstimmung von Baustellen
3.) Öffentlichkeitsarbeit weiter verbessern
4.) Kennzahlen-Cockpit zur Transparenzerhöhung für das Baustellenmanagement erstellen und veröffentlichen
5.) Vertragsgestaltung und Anreizsysteme zur Verkürzung der Baustellen ausweiten.
„Angesichts des Zustands der Infrastruktur in unserer Region und des Ausbaubedarfs wird es in Zukunft kaum weniger Bautätigkeit geben“, sagt Soénius. „Es kommt also nicht auf das Ob, sondern auf das Wie an. Dafür bietet unsere Studie viele Anregungen und Best-Pratice-Beispiele.“