Kompetenzclusters „HartSpröde“

GEMtec 2025

Idar-Oberstein. Mit rund 60 Fachgästen, einem vielfältigen Vortragsprogramm und einer begleitenden Ausstellung hat sich die GEMtec 2025 als lebendige Plattform für den Austausch zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Gestaltung präsentiert. Die Fachveranstaltung, die bereits zum dritten Mal in der Messe Idar-Oberstein stattfand, unterstrich eindrucksvoll das Potenzial der Region rund um die Bearbeitung hartspröder Materialien – und setzte damit ein starkes Zeichen für die Zukunft des Kompetenzclusters „HartSpröde“.
Christina Schwardt, Regionalgeschäftsführerin der IHK Koblenz, eröffnete die Veranstaltung und betonte in ihrer Begrüßung die enge Verbindung zwischen Tradition und Innovation: „Die GEMtec zeigt eindrucksvoll, welche innovativen Unternehmen in unserer Region angesiedelt sind. Aus der klassischen Edelsteinindustrie heraus ist hier ein hochspezialisierter Kompetenzcluster zur Bearbeitung hartspröder Materialien entstanden. Unternehmen aus dem Raum Idar-Oberstein bearbeiten heute beispielsweise technische Gläser, entwickeln hochpräzise Schleifwerkzeuge für die Industrie oder beliefern die optische Industrie mit Spezialprodukten.“
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen sogenannte hartspröde Materialien – Werkstoffe, die sich nur schwer verformen lassen und bei Belastung eher brechen als sich elastisch zu verhalten. Typische Vertreter sind optisches Glas, Keramik oder Hartmetalle. Diese Materialien stellen besondere Herausforderungen an ihre Bearbeitung, eröffnen aber gleichzeitig vielfältige Anwendungsmöglichkeiten in Bereichen wie Optik, Medizintechnik und Mikroelektronik.
Dass die Techniken zur Bearbeitung dieser Materialien eng mit der Region verbunden sind, zeigte das Symposium unter dem Titel „HartSpröde – Perspektiven und Herausforderungen bei der Bearbeitung hartspröder Materialien“ sehr deutlich. Die Region Idar-Oberstein blickt auf eine jahrhundertelange Tradition in der Edelsteinbearbeitung und Schleiftechnik zurück. Im Zuge des Strukturwandels und der Globalisierung mussten sich viele Unternehmen neu ausrichten – und haben ihre Geschäftsfelder weiterentwickelt und ihre Schleiftechniken spezialisiert und auf industrielle Anwendungen ausgerichtet.
Das Fachprogramm startete mit einem Impulsvortrag von Sabine Mesletzky, Geschäftsführerin der Innovationsagentur Rheinland-Pfalz. Sie hob die Bedeutung regionaler Innovationsnetzwerke hervor und betonte, wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit für die langfristige Stärke von Wirtschaftsstandorten ist.
Im Anschluss präsentierten renommierte Expertinnen und Experten aus Industrie, Forschung und Design eindrucksvolle Beispiele für die Innovationskraft der Region. Dr. Christian Effgen von der Effgen GmbH in Herrstein stellte hochpräzise Schleifwerkzeuge für die Bearbeitung von Glas und Keramik vor. Dr. Sebastian Schwung, EOT GmbH – Coherent in Idar-Oberstein, gewährte Einblicke in die Züchtung und Verarbeitung von Einkristallen für optische Bauteile. Peter Kuhnt, Gründer der Joly Manufaktur in Veitsrodt, zeigte, wie künstlerische Sammlermünzen heute mit moderner Technik und hohem handwerklichem Anspruch gefertigt werden. Zum Abschluss stellte Prof. Theo Smeets von der Hochschule Trier, Campus Idar-Oberstein, das Konzept eines neuen Studiengangs „Technische Edelsteine“ vor – ein gemeinsames Vorhaben von Hochschule und Industrie zur zukunftsorientierten Weiterentwicklung des Campus-Angebots.
Auch Vertreterinnen und Vertreter regionaler Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie Auszubildende der Berufsbildenden Schule Idar-Oberstein nahmen an der Veranstaltung teil und nutzten die Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung.
Zum Ausklang lud ein Get-together mit regionaler Weinprobe und Flying Buffet zu angeregten Gesprächen in lockerer Atmosphäre ein. Die positive Resonanz der Teilnehmenden bestätigte erneut: Die GEMtec hat sich als feste Größe im regionalen Veranstaltungskalender etabliert – mit starkem Potenzial für die Zukunft.
Organisiert wurde die GEMtec 2025 von der IHK Koblenz in Kooperation mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Birkenfeld und der Messe Idar-Oberstein – auf Initiative von Ralph Effgen, der das Thema „HartSpröde“ maßgeblich initiiert und geprägt hat. Nach den ersten beiden erfolgreichen Ausgaben in den Jahren 2019 und 2023 markiert die diesjährige Veranstaltung einen weiteren wichtigen Schritt zur Stärkung des regionalen Kompetenzclusters. Die Veranstalter blicken bereits zuversichtlich auf eine Fortsetzung.

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