18. März 2026

Wirtschaft muss stärker in den Mittelpunkt

Nach den Kommunalwahlen fordert die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg die neu gewählten Stadtverordneten, Kreistagsmitglieder und Gemeindevertreter dazu auf, das Thema Wettbewerbsfähigkeit in den Mittelpunkt ihrer kommunalpolitischen Arbeit zu rücken.
Angesichts einer schwachen Konjunktur, steigender Kosten und wachsender Bürokratie seien jetzt klare Prioritäten für den Standort erforderlich. „Die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen ist angespannt. Gerade deshalb muss die Kommunalpolitik jetzt stärker auf die Standortbedingungen schauen“, sagt Dr. Arnd Klein-Zirbes, Hauptgeschäftsführer der IHK Kassel-Marburg. „Ohne wirtschaftliche Dynamik gibt es weder sichere Arbeitsplätze noch stabile kommunale Haushalte.“
Aus Sicht der IHK wird häufig unterschätzt, welchen Einfluss kommunale Entscheidungen auf Investitionen und die wirtschaftliche Entwicklung haben. Fragen der Flächenpolitik, der Verkehrsinfrastruktur, der Erreichbarkeit von Innenstädten oder der Geschwindigkeit von Genehmigungen entscheiden unmittelbar darüber, ob Unternehmen investieren, Arbeitsplätze schaffen und Wertschöpfung in der Region entsteht. „Grundsätzlich jede kommunalpolitische Entscheidung sollte daran gemessen werden, ob sie Wachstum fördert und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts stärkt“, unterstreicht Dr. Arnd Klein-Zirbes.
Die IHK sieht für Nordhessen und die Regionen Marburg und Kassel in der neuen Wahlperiode unter anderem Handlungsbedarf bei zentralen Standortfragen. Dazu zählen die Sicherung von Gewerbe- und Industrieflächen, schnellere Genehmigungs- und Verwaltungsverfahren sowie die Erreichbarkeit von Innenstädten und Wirtschaftsstandorten.
Angesichts aktueller Diskussionen über Tempo-30-Regelungen auf wichtigen Verkehrsachsen in Kassel mahnt die IHK eine sorgfältige Abwägung an. „Hauptverkehrsstraßen sind zentrale Verkehrsadern für Pendler, Lieferverkehre und Unternehmen. Wenn dort eingegriffen wird, müssen auch die wirtschaftlichen Folgen für Betriebe und Beschäftigte berücksichtigt werden“, sagt der IHK-Hauptgeschäftsführer.
Die IHK Kassel-Marburg kündigt an, zeitnah den Dialog mit den neu gewählten politischen Gremien zu suchen. Grundlage hierfür sind die kommunalpolitischen Positionen der regionalen Wirtschaft zur Kommunalpolitik. „Eine starke Wirtschaft ist die Grundlage für Wohlstand, Beschäftigung und handlungsfähige Kommunen. Deshalb sollte sie auch Maßstab kommunalpolitischer Entscheidungen sein“, betont Dr. Arnd Klein-Zirbes.
Die vollständigen kommunalpolitischen Positionen der IHK Kassel-Marburg sind online abrufbar.