8. April 2026

Defence-Industrie: IHK sieht Region gut aufgestellt

Die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie entwickelt sich zunehmend zu einem wichtigen Wachstumstreiber für die deutsche Industrie – auch und insbesondere in Nordhessen und der Region Marburg.
Das geht aus einer aktuellen Sonderauswertung der Konjunkturumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) hervor. An der Umfrage haben sich rund 5.000 Industrieunternehmen beteiligt, darunter zahlreiche Betriebe aus dem Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg.
Bundesweit sind demnach bereits 17 Prozent der Industriebetriebe in die Wertschöpfungskette der Verteidigungsindustrie eingebunden – als Hersteller militärischer Güter, Produzenten von Dual-Use-Technologien oder Zulieferer. Im IHK-Bezirk Kassel-Marburg sind es 18,8 Prozent. Weitere 12,3 Prozent sehen bundesweit in diesem Bereich einen potenziellen Zukunftsmarkt, im IHK-Bezirk Kassel-Marburg sind es 20,3 Prozent.
Die Ergebnisse bestätigen für die IHK Kassel-Marburg die strategische Bedeutung des Standorts. Mit OEM-Unternehmen wie Rheinmetall, KNDS oder Airbus Helicopters sowie zahlreichen mittelständischen Zulieferern verfügt der IHK-Bezirk Kassel-Marburg über eine gewachsene industrielle Basis im Verteidigungssektor. Dr. Arnd Klein-Zirbes, Hauptgeschäftsführer der IHK Kassel-Marburg, hebt hervor. „Unsere Region ist hier gut aufgestellt. Es fällt auf, dass deutlich mehr Unternehmer in unserer Region im Defence-Bereich einen Zukunftsmarkt sehen als im Bundesdurchschnitt. Das ist ein Wachstums- und ein Stabilitätssignal in herausfordernden Zeiten. Jetzt braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, um daraus tragfähige Geschäftsfelder zu entwickeln. Unsere IHK führt hierzu auf unterschiedlichen politischen Ebenen Gespräche.“
Die wirtschaftlichen Erwartungen im Verteidigungsbereich sind laut Umfrage deutlich positiver als im übrigen Industriesektor: Unternehmen in diesem Umfeld rechnen in den kommenden Monaten mit steigenden Geschäften und Exporten.
Laut DIHK sind besonders stark eingebunden Unternehmen aus dem Investitionsgüterbereich, beispielsweise aus den Bereichen Fahrzeugbau, Maschinenbau oder Elektrotechnik. Zugleich zeigt die Umfrage neue Perspektiven für innovative Geschäftsmodelle auf: Gerade in technologiegetriebenen Bereichen wie Software, Sensorik oder künstlicher Intelligenz entstünden zusätzliche Marktchancen.