31. März 2026

Freihandelsabkommen mit Australien

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg sieht im geplanten Freihandelsabkommen zwischen der EU und Australien große Chancen für die regionale Wirtschaft.
Bereits heute sind schätzungsweise 900 bis 1.000 hessische Unternehmen, darunter auch Betriebe aus Nordhessen und der Region Marburg, im Australien-Geschäft aktiv. „Das Abkommen kommt zur richtigen Zeit. In einem zunehmend fragmentierten Welthandel sind verlässliche Partnerschaften entscheidend für unsere exportorientierten Unternehmen“, sagt Dr. Christian Nordhoff, Teamleiter International bei der IHK Kassel-Marburg.
Durch den Wegfall von über 99 Prozent der Zölle verbessern sich die Wettbewerbsbedingungen deutlich. Insbesondere für Unternehmen aus den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Automobilzulieferindustrie, Chemie und Medizintechnik ergeben sich dadurch neue Marktchancen. Gleichzeitig erleichtert das Abkommen den Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen und stärkt die Planungssicherheit bei Investitionen.
Mit rund 26,7 Millionen Einwohnern und einem Bruttoinlandsprodukt von etwa 1,8 Billionen US-Dollar ist Australien ein attraktiver Wachstumsmarkt. Für die exportstarke Wirtschaft der Region bietet das Abkommen daher aus Sicht der IHK Kassel-Marburg erhebliches Potenzial. „Gerade für unsere mittelständischen Unternehmen in Nordhessen eröffnen sich neue Perspektiven – sowohl im Export als auch bei strategischen Partnerschaften, etwa im Bereich Rohstoffe und Zukunftstechnologien“, so Nordhoff. Australien verfügt über bedeutende Vorkommen kritischer Rohstoffe: So stammen etwa 50 Prozent der weltweiten Lithiumförderung von dort. Das Abkommen kann damit auch einen wichtigen Beitrag zur Sicherung resilienter Lieferketten leisten.
Nach Einschätzung der IHK Kassel-Marburg stärkt der Handel mit Australien die Beschäftigung und Wertschöpfung in Europa – auch in exportorientierten Regionen wie Nordhessen und Marburg.